Auto & Motorrad

Lesezeit: 6 Minuten

Superber Tscheche: Skoda Superb Hybrid

Text: René Herndl

Fotos: René Herndl

Bislang war der Skoda Superb vor allem dafür bekannt, dass er sehr viel Platz bietet und trotz seiner Größe auch relativ preiswert zu haben war. Gleichsam ist er der große Vertreter der Billigmarke innerhalb des VW-Konzerns. Das hat sich jedoch gründlich geändert. Und es gibt ihn jetzt auch als Hybrid.

Der Superb ist zum wohlausgestatteten Reise- und Langstreckenauto geworden, bestens geeignet für die Familie oder als Nutzfahrzeug mit familiärem Nebennutzen. Das getestete Kombi-Exemplar zeigt sich nicht nur optisch von seiner fast eleganten Seite, auch die Ausstattung ist reichlich und auf dem Stand der Zeit. Dass er jetzt auch erstmals einen Plug-in-Hybrid aufweist, liegt wohl am politischen und wirtschaftlichen Zwang, Emissionswerte zu reduzieren. Das wirkt sich logischerweise auch auf den Preis aus: Mit der im Testwagen installierten Vollausstattung kommt eine Summe von gut € 55.000,- zusammen, die aber im Vergleich zu ähnlich großen und fein gestalteten Konkurrenten immer noch günstig erscheinen. Der Superb ist hochwertig verarbeitet und strahlt nun technoide Eleganz aus. Das höhere Gewicht ist allerdings spürbar, er liegt satt und komfortabel auf der Straße. In der Ruhe liegt die Kraft, so wirkt es vor allem auf langen Strecken.

Das erste Hybridmodell und Flaggschiff der Marke kann sich nach der Modellpflege mit allen Marken messen, hat alle aktuellen Infotainment- und Assistenzsysteme und beweist beim Test trotz des eher bescheidenen 1,4-Liter-Benziners mit seinen 156 PS (gerade in Gemeinsamkeit mit der E-Maschine und deren 85 kW), dass Gleiten und Temperament kein Widerspruch sind. Das gemeinsam 218 PS starke Tandem beschleunigt den neuen Skoda Superb iV in 7,8 Sekunden auf Tempo 100, also recht flott, wenn es denn gefragt wäre. Die Reichweite kann sich auch sehen lassen – da kann man schon ganz locker Salzburg–Wien und retour (und mehr) mit einem gar nicht so großen Tank zurücklegen, auch wenn das höhere Gewicht im Vergleich zum konventionellen Superb spürbar ist.

Wie sich der zusätzliche Elektro-Antrieb auswirkt? In der Stadt spart er sehr oft den Verbrenner-Eingriff, wenn man nicht zu sehr aufs Gaspedal steigt und im Hybrid-Modus fährt. Entsprechend so haben wir ihn auch genutzt: elektrisch in der Stadt, weil immer brav angeleint, aber vorrangig mit Benziner auf Ausfahrt in die Berge. Dort gibt es weit und breit keine Lademöglichkeit, und sie würde auch keinen großen Unterschied machen. Auf der Autobahn sticht der Elektro-Joker auch nicht wirklich. Die Bilanz bei recht flotter Fortbewegung sind 6,4 l/100 km – ein schöner Wert für ein großes Auto mit kräftigem Benziner, aber doch weit von den Theorie-Werten entfernt, auf die sich allerlei Förderprogramme beziehen. Und das Aufladen gestaltet sich auch noch ein bisserl zäh – für schnelles Laden zwischendurch eignet sich diese Technik nicht, was die Sparsamkeit im täglichen Betrieb aber kaum negativ beeinflusst.

Kurzes Fazit: Der Skoda Superb iV eignet sich für nahezu alle Gelegenheiten, in denen ein motorisiertes Gefährt zum Einsatz kommt, er hat an optischer Statur gewonnen und ist mehr als ausreichend ausgestattet, also ideal für all jene, die auf eine gute Mischung aus Platzangebot, Komfort und Sparsamkeit setzen. Aber Billigauto ist er sicher keines mehr.

Skoda Superb Combi iV, DSG 5-türig

Benzin-Elektro-Hybrid. R4-Zylinder-Turbo, 1395 ccm,
Leistung: max. 115 kW (156 PS) bei 5000/min., Elektromotor mit max. 88 kW.
Systemleistung: max. 160 kW (218 PS). Li-Io-Akku, Frontantrieb, Sechsgang-DSG.
Beschleunigung: 0–100 km/h in 7,8 sec.
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Kofferraum: 510-1800 l
Testverbrauch: 
6,4 l/100 km
Preis ab € 44.810,-, Testauto: € 55.387,40