RELAX! – Lieblingsplätze im trauten Heim
Gelegentlich in den Leerlauf schalten, einfach mal nichts tun – solche Momente braucht jeder von uns. Doch welche Aspekte sind entscheidend bei der Suche nach dem persönlichen Lieblingsplatz und auf welche Umgebungsfaktoren – wie Licht, Farbe oder Dekoration – sollte geachtet werden?
Text: Susanne Rosenberger
Fotos: Filimage, Sebastian Olki, Gehmacher HOME, Ricky Knoll
Im Herbst freuen wir uns auf wohlige Momente in der persönlichen Wohlfühlecke. Kuschelige Lounge-Möbel, weiche Kissen und indirekte Lichtquellen zaubern Gemütlichkeit ins eigene Heim und helfen uns, Alltagsstress abzubauen, neue Energie zu tanken und die eigene Kreativität zu fördern – besonders in einer hektischen Zeit wie dieser. Auch der vietnamesische Mönch und Zen-Meister Thich Nhat Hanh lehrte: „Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.“
Auf der Suche nach den richtigen Relax-Möbeln und Wohlfühl-Textilien sprachen wir mit zwei Expertinnen, die sich darin verstehen, das Heim ihrer Kundinnen und Kunden schöner zu machen: Julia Gehmacher, Junior-Chefin in 5. Generation des Familienunternehmens Gehmacher, und Gabriela Fischer von der Stoffgalerie Salzburg. Beide sind sich einig, dass ein Ort der Gemütlichkeit, ein Platz zum Entspannen von vielen persönlichen Empfindungen abhängt, und nennen Individualität und Nachhaltigkeit als wesentliche Faktoren für die Wahl von Sitzmöbeln, Kissen, Lampen und Stoffen.
Probier’s mal mit Gemütlichkeit
Julia Gehmacher empfiehlt einen Ort, an dem man nicht an die Arbeit und „Stressoren“ erinnert wird, also am besten abseits des Home-Office oder der Waschküche. Sich wirklich einen definierten Entspannungsort zu wählen, kann helfen, schneller in den Relaxmodus zu kommen. „Je nach Präferenz kann das ein Ort sein, an dem man „Weitblick“ hat, also z. B. mit Blick zur Terrasse, Garten, oder an einem Fenster. Oder, wer es gerne kuschelig hat, wählt vielleicht bewusst eine „dunklere“ Ecke, die man dann mit der richtigen Beleuchtung zur Wohlfühloase gestalten kann.“
„Das Gefühl von Gemütlichkeit interpretiert jeder Mensch anders, meistens so, wie es in seiner Kindheit geprägt und verankert wurde“, weiß Gabriela Fischer, die in der Stoffgalerie Salzburg eine exquisite Auswahl an hochwertigen Stoffen für Sofas, Stühle, Kissen, Headboards, Lampen und Vorhänge führt und damit wahre Highlights in jedes gemütliche Zuhause zaubert. „Es ist somit different, wie jemand über Gemütlichkeit denkt. Für den einen ist ein Stuhl aus den 70er-Jahren gemütlich, für den anderen sind es weiche Kissen.“ Gabriela Fischer brennt jedenfalls für ihre Aufgabe, das Zuhause ihrer Kundinnen und Kunden gemütlich und wohnlich zu gestalten: „Bei uns kommt nichts von der Stange, jedes Produkt ist Handarbeit, wird mit viel Liebe ausgesucht und individuell gefertigt.“
„Die Gemütlichkeit beginnt beim richtigen Sitzmöbel“, plaudert Julia Gehmacher aus dem Nähkästchen ihrer Erfahrungen und empfiehlt dem Kunden, auf seine individuellen Vorlieben zu achten. „Wichtig ist aber, hier nicht zu sparen, sondern lieber einige Optionen zu testen, um seinen Favoriten zu finden“, sagt Julia Gehmacher, die Nachhaltigkeit, vor allem im Sinne von Langlebigkeit, als entscheidend erachtet: „Ein billiges Möbel kann schon nach wenigen Monaten, manchmal sogar Wochen durchgesessen sein – daher sollte vor allem beim Sitzmöbel in Qualität investiert werden, um für viele Jahre gewappnet zu sein!“ Ein hochwertiges Innenleben sowie qualitätsvolle Schaumstoffe für hohen Sitzkomfort und zur Vermeidung von Sitzmulden sorgen ebenso für die Langlebigkeit eines Sitzmöbels wie Massivholz für Stabilität. Zudem sollte man beim Kauf auf Stoffe mit einem Anteil aus recycelten Materialien und abnehmbare Bezüge achten, die waschbar und gut zu reinigen sind.
Relax-Sessel, modulare Lounge-Sofas & Daybed
Dem Einrichtungsteam von Gehmacher HOME fällt auf, dass vor allem modulare Sofas aktuell sehr gefragt sind: „Man möchte flexibel sein – und auch bleiben. Wenn sich etwas an der Wohnsituation ändert, kann man so mitgehen.“ Bei Gehmacher HOME findet der Kunde diverse Hersteller, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Sitzkomfort auseinandersetzen und diesen stets bei ihren Sitzmöbeln optimieren und weiterdenken. Je nach Körpergröße und Proportion,
Alter und persönlichem Geschmack können unterschiedliche Sitzhöhen und -tiefen und die Festigkeit der Polsterung gewählt werden. „Derzeit besteht eine hohe Nachfrage an „versteckter Technik“ zur Optimierung des Sitz- und Liegekomforts“, bestätigt auch die Innenarchitektin Selina Binder von Gehmacher HOME, „ohne Kompromisse im Design und der Ästhetik eingehen zu wollen.“
Besondere Stoffe mit angenehmer Haptik wie Chenille oder Velours, Strukturstoffe wie Bouclé oder Naturmaterialien wie Leinen oder Baumwolle sorgen bei Sitzmöbeln für die Extraportion Gemütlichkeit. Bei den Farben sind derzeit warme Erdtöne, aber auch kräftige Töne als Kontrast sehr gefragt – sie setzen das Möbel gekonnt in Szene und machen es zu einem Highlight im Raum.
Zeit für Farbe und Muster
„Die Leute wollen es wieder bunt“, bestätigt auch Gabriela Fischer, „momentan lege ich verstärkt einen Fokus darauf, mit Farbe, Muster und Buntheit eine neue Fröhlichkeit ins Heim zu zaubern“ – wie die Kollektion „Emily“ von Pierre Frey Paris, einem französischen Luxusunternehmen für hochwertige Heimtextilien zeigt, die in der Stoffgalerie in der Neutorstraße geführt wird. „Unsere Zeit erinnert mich stark an die 70er-Jahre, als alles bunt und farbenfroh eingerichtet war“, so Gabriela Fischer weiter. Die goldene Regel bei der optimalen Anzahl von Kissen geht für ihr Befinden immer von einer ungeraden Zahl aus: „Die neuen Sofas haben mehr Sitztiefe, daher darf bei einer Chill-Couch gerne mit großen Kissen geprasst werden. Auch im unbenutzten Zustand sollte ein Sofa immer gut mit Kissen bestückt sein, um richtig einladend zu wirken – und wenn Gäste kommen, kann ein Kissen auch gerne mal als Sitzpolster auf dem Boden landen.“
Licht bringt Stimmung
Nach der Wahl des richtigen Sitzmöbels und ansprechender Textilien wird die Atmosphäre eines Raumes schlussendlich durch die harmonische Verbindung von direkten und indirekten Lichtquellen sowie ausgewählter Dekoration abgerundet. Es ist die Kunst, diese Elemente so zu kombinieren, dass sie nicht nur funktional, sondern auch emotional ansprechend sind.
„Gerade in der dunklen Jahreszeit sind Lampen richtige Stimmungsmacher. Die ‚Hamburger Leuchten‘ haben ovale, schmale Schirme und waren dazu gedacht, in Fensterlaibungen platziert zu werden – die ovale Form ist auch meine bevorzugte Form bei Lampenschirmen“, erzählt Gabriela Fischer, die die Stoffe der Lampen nach individuellem Kundenwunsch verarbeitet und die Schirme im Anschluss von einer Manufaktur fabrizieren lässt. „Textil verändert die Raumakustik immer zum Positiven, und Stoffe können den Wohlfühlfaktor im Raum deutlich steigern“, betont die Betreiberin der Stoffgalerie.



