Auto & Motorrad

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Mini Cooper SE – der Stadtsportler

Text: René Herndl

Mit dem Mini Cooper SE gibt es den Mini (endlich?) auch elektrisch.

Der Mini steht vor allem für aktiven Fahrspaß, eine gewisse Härte des Fahrwerks, die Kurvenflitzen so lustig macht, wenig Platz für Menschen in Mehrzahl und Transportgüter sowieso. Dies gilt auch und besonders für den „SE“, also die rein elektrisch betriebene Ausgabe. Der Elektro-Mini bietet dank sehr tiefer Einbauweise der Akkus unter dem Fahrzeugboden zwar das gleiche Platzangebot wie die Verbrenner-Typen, jedoch prädestiniert ihn sein Antrieb nicht für die große Tour: Akkus mit einem Energiegehalt von 32,6 kWh sollen laut Werksangabe nur für 235 bis 270 Kilometer Fahrt genügen. Dieser überaus optimistische Wert (nach EU-Zyklus) reduziert sich im praktischen Betrieb und artgerechter Bewegung auf, na ja, sagen wir rund 150 Kilometer. 

Stadtverkehrs-Freund

Daher ist der kleine Flitzer für die Stadt mit ausreichender Ladesäulendichte wie gemacht, aber es ist dennoch zweckmäßig, im Nahbereich  der eigenen Behausung laden zu können – zumindest an einer herkömmlichen Steckdose in der Garage. Längere Ausflüge bedürfen einer vorausschauenden Planung, weil die Reichweite (besonders etwas flotterer Fahrweise, zu der der Mini gerne verführt) wirklich ziemlich begrenzt ist.

Jedenfalls aber ist der SE mit seiner Leistung von 184 PS die reine Freude in der Stadt: Der Test zeigt, dass er bei Bedarf fast jeden an der Ampel stehen lässt - schon nach  knapp 3 Sekunden erreicht er beim Sprint Tempo 50, 100 km/h stehen nach nur 6,7 Sekunden auf dem Tacho - das Mehrgewicht von rund 150 Kilogramm durch die Akkus ist nur bei extrem schnellen Richtungswechseln zu spüren. Und der Federungs“komfort“ ist beim Mini ohnehin inexistent.

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Langes Laden und Rekuperation

Ziemlich mühsam gestaltet sich das Aufladen – generell und besonders an der Haushaltssteckdose:  die Akkus sind, sofern fast leer, erst nach mindestens acht Stunden vollgefüllt, außer man hat eine Mini-Wallbox in der eigenen Garage montieren lassen, dann dauert´ s 3,5 Stunden. Und wo die nächste Schnelladestation steht sollte man vielleicht auch wissen – dort geht´s dann noch ein bisserl schneller. 80 Prozent sind nach 35 Minuten erreicht. Damit kann man leben. Bestechend ist die Rekuperationsleistung des Mini, wenn man sie ein wenig vorausschauend  effizient einsetzt. Angenehm ist die leichtere Variante, mit dem man den Mini SE vor einer roten Ampel mit leicht erhöhter Verzögerung fast wie gewohnt ausrollen lassen kann. Die starke Variante führt, sobald man vom Gas geht, zu einem drastischen Tempoverlust – da brauch man dann fast keine Bremsen mehr. Generell ist die Rekuperation einfach eine Übungssache, die man im Sinne des Effekts sogar sportlich nehmen kann.

Alles in allem kann der elektrische Mini alles so gut wie ein konventionell motorisierter, das aber lautlos – eine „Gefahr“ für Radfahrer und Fußgänger, die so einen kleinen Leisetreter leicht übersehen und –hören.

Der Mini SE ist auch im Test ein echter Mini, nämlich herausfordernd fahraktiv, ein Sportmobil, das gerade als Zweitwagen in der Stadt sehr viel Spaß macht.

Mini Cooper SE

E-Motor: Lithium-Ionen-Batterie, 32,6 kWh

Leistung: 135 kW/ 184 PS

Drehmoment: 270 Nm

Einstufen-Automatik, Vorderradantrieb

Beschleunigung 0-100 km/h: 6,7Sek.

Höchstgeschwindigkeit, 150 km/h

Reichweite (Test) 15 km

Preis: € 33050,-