Lebensgefahr im Auto: Wenn Hitze zur tödlichen Falle für Hunde wird
Sommerzeit – für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Doch während wir das warme Wetter genießen, kann Hitze für Hunde zur tödlichen Gefahr werden. Immer wieder werden Vierbeiner in parkenden Autos zurückgelassen – „nur kurz“, etwa während eines Einkaufs oder Arztbesuchs. Was viele Tierhalterinnen und Tierhalter unterschätzen: Bereits bei milden Außentemperaturen verwandelt sich ein geparktes Auto in eine Hitzefalle – mit oft dramatischen Folgen.
Die Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen VETO warnt eindringlich vor diesem Risiko und ruft mit einer Informationskampagne zu mehr Achtsamkeit auf.
In wenigen Minuten zur Todesfalle
Die Zahlen sprechen für sich: Bei 24 Grad Außentemperatur steigt die Temperatur im Inneren eines Fahrzeugs schon nach zehn Minuten auf über 30 Grad – nach 30 Minuten sind es bereits über 40 Grad. Hunde können kaum schwitzen und regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln. Für sie wird die Hitze rasch lebensgefährlich. Ein Hitzschlag kann sich in kürzester Zeit entwickeln – Symptome sind starkes Hecheln, Erbrechen, Taumeln oder sogar Krampfanfälle.
Nach Angaben von VETO sind allein im Jahr 2024 mindestens zehn Hunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz an den Folgen eines Hitzschlags im Auto gestorben – ein trauriger Höchststand. In über 70 weiteren Fällen mussten Hunde aus überhitzten Fahrzeugen gerettet werden – oft durch beherztes Eingreifen von Passanten oder der Polizei.
#nur5Minuten: Eine Geste gegen das Vergessen
Um auf die unterschätzte Gefahr aufmerksam zu machen, hat VETO die Aufklärungskampagne #nur5Minuten gestartet. Der Name ist Programm – denn genau so wenig Zeit genügt, um einen Hund in Lebensgefahr zu bringen.
Zentrales Symbol der Kampagne ist eine auf die Handfläche gemalte „5“. Wer ein Selfie mit dieser Geste auf Social Media teilt und @veto_tierschutz markiert, setzt ein öffentliches Zeichen gegen das Zurücklassen von Hunden im Auto. „Jedes geteilte Bild ist ein kleiner Weckruf“, heißt es seitens der Organisation.
Was tun im Ernstfall?
Neben Aufklärung setzt VETO auch auf konkrete Hilfestellung: Die Kampagne liefert klare Anleitungen für Situationen, in denen ein Tier in Not geraten ist:
- Warnzeichen erkennen: Starkes Hecheln, glasiger Blick, rote Zunge, Taumeln oder Krämpfe deuten auf einen drohenden Hitzschlag hin.
- Richtig handeln: Versuchen, die Halterin oder den Halter ausfindig zu machen – zum Beispiel über eine Lautsprecherdurchsage im Geschäft. Zeitgleich sollte die Polizei informiert werden.
- Im Notfall handeln: Besteht akute Lebensgefahr, darf die Autoscheibe eingeschlagen werden – wichtig ist dabei, die Situation zu dokumentieren (Fotos, Zeugen) zur rechtlichen Absicherung.
- Nach der Rettung: Das Tier in den Schatten bringen, vorsichtig mit Wasser kühlen (nicht eiskalt!), und sofort tierärztlich versorgen lassen.
Aufklärung rettet Leben
Mit der Kampagne #nur5Minuten will VETO nicht nur Tierhalter sensibilisieren, sondern auch die Öffentlichkeit für das Thema mobilisieren. Denn jede Stimme zählt, jede Information kann Leben retten – gerade an heißen Sommertagen.
Weitere Informationen, Tipps und Möglichkeiten zur Teilnahme an der Kampagne gibt es unter:
www.veto-tierschutz.de/hitzefalle-auto