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Gut gemunkelt: Frechheit siegt (nicht immer)!

Text: Eine Kolumne von Christopher Kendler, Betriebsleiter-Stellvertreter am Reiterkogel in Hinterglemm

Fotos: Christopher Kendler

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Wir bei den Bergbahnen Saalbach Hinterglemm haben ja durchaus das Glück, zum größten Teil sehr angenehme Gäste und freundliche Wintersportler begrüßen zu dürfen. Umso eher bleiben uns aber natürlich die wenigen schwarzen Schafe in Erinnerung. So wie der besonders absurde Versuch eines Gastes, sich das Geld für sein Ticket rückerstatten zu lassen:
Ich muss vorwegnehmen, dass sich ab und an ein Rodler von unserer Rodelbahn am Reiterkogel auf die Skipiste verirrt und diese dann für seine Talfahrt nutzt. Jedenfalls kam eines schönen Tages ein immens aufgebrachter Skifahrer zu uns und verlangte die sofortige Rückerstattung der Kosten für seine Fünf-Tages-Karte. Er sei auf der Piste einem Schlittenfahrer begegnet und, da er panische Angst vor Rodeln hätte, sei ihm nun die ganze Freude am Skifahren vergällt. Nun gut – wenn das so ist, ein armer Kerl eigentlich. Ich habe ihm natürlich angeboten, die Karte zurückzunehmen und den Preis für die restlichen zwei Tage, die diese noch gültig gewesen wäre, zu erstatten.
Nur, das wollte er partout nicht, oder, genauer gesagt, das Geld wollte er schon, allerdings nicht seine Fünf-Tages-Karte zurückgeben! Wozu er die wohl noch brauchte, wenn er sich doch gar nicht mehr auf die Piste traute, bei seiner panischen Angst, einem Schlitten zu begegnen?! Vor die Wahl gestellt, Geld oder Liftkarte, fuhr er dann die wirklich schweren Geschütze auf: Der Weg zur Polizei war ihm nicht zu mühsam, um Anzeige gegen mich persönlich zu erstatten. Grund: Ich hatte den Rodler nicht davon abgehalten, die Piste zu nutzen!