
Editorial
Die Anleitung, wie man Mörder salonfähig macht
Wir freuen uns auf die Sommerzeit, Erholung und Urlaub, das Aufladen mit neuer Energie und es erfüllt uns jedes Jahr mit Stolz, wie Salzburg in der Festspielzeit zur Weltbühne wird, die uns Strahlkraft auf der ganzen Welt verleiht.
Deshalb möchte ich gerne den Anlass nutzen, um den Blick seitwärts zu richten, auf eine Situation, von der man sich wünschen würde, sie wäre ein fälschlicher Traum gewesen, ein Irrtum, von dem man wieder aufwacht und sich befreien kann.
Leider ist es aber nicht so, denn fragt man sich, wie egoistisch wir Menschen geworden sind, dass man Regimen und Diktatoren immer wieder Zugang zur Weltbühne gibt, obwohl man weiß, dass sie kaltblütige Mörder sind, jeden entfernen lassen, der sich auflehnt, und andere Länder bedrohen und angreifen. Wie kann man bei so etwas einfach die Augen verschließen und es zulassen?
Ja, es mag manchmal mühsam und anstrengend erscheinen, wenn beispielsweise Wolodymyr Selenskyj bei jeder Gelegenheit die EU um ihre Hilfe bittet und überall für sein Land um Unterstützung fleht, aber man darf dabei nicht vergessen, dass hier jeden Tag Menschen sterben und ein souveräner Staat angegriffen wurde.
Es ist nicht egal und man darf sich nicht einfach auf den Standpunkt zurückziehen, dass das nicht unsere Sache ist und man dem Aggressor doch nur einfach einen Teil des Landes abgeben muss, oder gar die Ukraine ihrem Schicksal überlassen sollte.
So etwas kann doch nicht wirklich ernsthaft gemeint sein? Nicht einmal mit wenig Hirn darf das Denken vor der eigenen Haustüre enden, denn wäre dies nur der Anfang für weitere Angriffe und eine völlige Destabilisierung unseres Wertesystems.
Erschreckend einfach schafft es die Propaganda, indem sie subtil geplant an den richtigen Fäden zieht und mit einfachen digitalen Beiträgen und Shorts über die Sozialen Netzwerke den Diktator in ein Licht rückt, das ihn als Kumpel von nebenan erscheinen lässt. Die Kombination aus dem eigenen engstirnigen und einseitigen Blick und der falschen Sicht auf das eigene Wohl reichen scheinbar aus, eine Gehirnwäsche zu vollziehen. Der Angriff ist auch hier bereits voll im Gange.
Jeder, der sich hier wegdreht, macht sich mitschuldig und jeder, der hier Verständnis zeigt und eine Bühne für Mörder gibt, macht diese salonfähig.
Bitte helfen Sie mit, dies immer und immer wieder aufzuzeigen.
Ihr Stephan Kaindl-Hönig
Herausgeber