Gesellschaft & Kultur

Lesezeit: 8 Minuten

Christian Tramitz und ein Ohrwurm namens Bakabu

Text: Andrea Eder

Fotos: Patrick Eder; Roland Renner

Sie heißen Bakabu, Charlie Gru und Mimi Lou: die neuen Stars im Kinderbuchuniversum. Ihr Erfinder, der österreichische Kinderbuchautor Ferdinand Auhser, hat sich vorgenommen, mit dem kleinen blauen „Ohrwurm Bakabu“ und dessen Freunden Kinder für Bücher zu begeistern und sprachlich zu fördern.

Der beliebte deutsche Schauspieler Christian Tramitz leiht den Figuren im Hörbuch mit Witz und Charme seine Stimme. Warum ihm die Sprachkompetenz von Kindern am Herzen liegt, hat er Andrea Eder erzählt.

Warum ist Bakabu und die Sprachförderung von Kindern ein Anliegen für Sie?
Weil ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Kinder nicht nur vor dem Handy oder vor dem Smartphone sitzen. Ich glaube, dass es immer noch wichtig ist, dass sie entweder selber etwas lesen, oder dass sie etwas Interessantes hören beziehungsweise zuhören. Geschichten zu erzählen finde ich nach wie vor wirklich toll und ich glaube, dass es den Kindern unheimlichen Spaß macht zuzuhören.

Was bedeutet es, eine Sprache zu beherrschen?
In erster Linie bedeutet es, dass man sich mit anderen Menschen verständigen kann. Und das ist unheimlich wichtig!

Was fehlt, wenn man das nicht kann?
Wenn man eine Sprache nicht beherrscht, kann man sich auch nicht unterhalten. Dann fehlt die Kommunikation. Man kennt das ja: Wenn man in ein Land kommt, dessen Sprache man nicht spricht, ist es schwer, sich zu verständigen… Sprache ist Kommunikation!

Wie gefällt ihnen Bakabu?
Bakabu finde ich super. Ich liebe die vielen verschiedenen Charaktere wie Mimi Lou, den durchgeknallten Knallfrosch oder Charlie Gru, Bakabus besten Freund. Es macht irrsinnigen Spaß, das Buch zu lesen – ich finde die Geschichten einfach spannend.

Hätten Sie Bakabu als Kind gemocht? Warum?
Ich bin mit der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen und ich habe die wirklich sehr gemocht. Kennt man die in Österreich schon auch, oder? Ich weiß es jetzt natürlich nicht hundertprozentig, aber Bakabu hätte ich als Kind wahrscheinlich auch gemocht.

Warum ist es zu diesem Projekt gekommen?
Es ist wahnsinnig schwer, das zu beantworten. Manchmal fühlt man sich mit einem Projekt einfach wohl, gerade bei einem Hörbuch oder bei einem Musikstück kann man das eigentlich nie begründen. Ich kann nur sagen: Ich mag das Projekt!
Und dazu gekommen, ist es schließlich, weil der entzückende Ferdinand Auhser mich gebeten hat mitzumachen – und mich letztendlich auch bezahlt hat.

Bald ist Weihnachten – wie feiern Sie?
Diesmal feiere ich Weihnachten gar nicht, ich fahre mit meiner Familie weit weg, ich verrate aber noch nicht wohin!

Was halten Sie vom oft zitierten „Konsumwahn“ zu Weihnachten?
Konsumwahn zu Weihnachten ist in unserer Familie eine Tradition. Trotz der Versprechungen, sich gegenseitig nichts zu schenken, hält sich kein Mensch dran und wir beschenken uns sehr reichhaltig.

Welches Weihnachtslied darf nicht fehlen? Warum?
Ich finde, dass jedes Weihnachtlied fehlen darf, außer „White Christmas“ von Bing Crosby.

Ihre schönste Kindheitsweihnachtserinnerung?
Meine schönste Erinnerung ist, als ich damals einen „Jack in der Box“ bekommen habe. So einen zu besitzen, war immer mein Traum. Jack in der Box ist eine Art Kasten, an dem man seitlich dreht, der dann ein Lied spielt und plötzlich springt ein Kasperl raus. Leider war er nach zwei Stunden kaputt.

Verbringen Sie oft Zeit in Österreich?
Oh ja, ich verbringe sogar viel Zeit in Österreich: zum Beispiel wenn ich die Bakabu-Hörbücher aufnehme. Außerdem wohnt mein Bruder in Österreich, in Wien. Und wenn er Zeit hat, besuche ich ihn manchmal.

Sind Sie gerne in Salzburg? Was gefällt Ihnen dort besonders?
Salzburg? Da regnet es eigentlich andauernd. :-)

Werden noch mehr Bakabu-CDs mit Ihnen folgen?
Es werden sogar noch sehr, sehr viele Bakabu-CDs folgen, weil ich plane, damit meine Rente zu finanzieren.

Verraten Sie uns, was Sie in nächster Zukunft planen?
In nächster Zukunft steht ein Kinofilm auf dem Plan, über den ich aber noch nicht reden darf, weil ich sonst eine hohe Strafe bezahlen muss. Und ansonsten: „Hubert und Staller“, nein, „Hubert ohne Staller“ heißt es jetzt, geht natürlich weiter und es gibt noch eine Serie, die ich parallel dazu in Berlin drehe, die heißt „Schwester & Schwester“ und die ist, glaube ich, auch ganz lustig.

Kurzinterview mit „Bakabu“-Autor Ferdinand Auhser

Wie würden Sie Bakabu beschreiben?
Zu allererst liebt Bakabu natürlich Musik – über alles. Aber genauso gerne wie die Musik hat er auch seine Freunde. Und das zeichnet ihn schon mal aus. Er will immer alles gemeinsam mit seiner besten Freundin Mimi Lou, dem durchgeknallten Knallfrosch und seinem besten Freund Charlie Gru, der ängstlichen Tontaube, unternehmen. Die drei erleben spannende Abenteuer am laufenden Band und eigentlich immer deshalb, weil Bakabu ein neues Lied oder ein neues Instrument kennenlernen will. Er hört, dass es irgendwo ein Lied gibt, das er noch nicht kennt, und das ist schon Grund genug, ins große, weite Singeland aufzubrechen und allen Widrigkeiten zu trotzen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Christian Tramitz?
Für uns war klar, dass es zu den Büchern auch Hörbücher geben muss, weil ja alles so musikverbunden ist. Natürlich wollte ich einen tollen Sprecher, eine bekannte Stimme. Ein Freund hat dann gesagt: Frag doch den Tramitz. Ich hab gesagt, ja genau, sonst noch was. Das ist einer der bekanntesten Schauspieler im ganzen deutschsprachigen Raum und uns kennt kaum wer. Er hat gemeint: Frag ihn trotzdem. Dann haben wir über eine Filmfirma den Kontakt zum Management hergestellt, ich habe mich mit Christians Agent getroffen. Drei Monate später sind wir gemeinsam im Tonstudio in München gesessen. So nervös war ich davor nur bei der Matura und bei meiner Defensio an der Uni – aber es hat gepasst. Mittlerweile sind wir befreundet und haben vergangene Woche bereits das sechste Bakabu-Hörbuch aufgenommen.

Was hebt Bakabu und seine Erlebnisse von anderen Kinderfiguren/-büchern ab?
Ganz klar die Musik. Sie ist die Triebfeder hinter den Geschichten, der Motor und auch das Ziel. Dementsprechend ist es natürlich auch die tolle Musik von Manfred Schweng, die großartige Sprechkunst von Christian Tramitz und vor allem auch das pädagogisch wertvolle Projekt „Hör zu, Bakabu – Kinderlieder zur Sprachförderung“, das am Beginn der ganzen Bakabu-Reise steht und immer noch ihren Nukleus ausmacht. Bakabu bringt Sprache durch Musik, durch Geschichten und durch Abenteuer. Mit ihm sollen die Kinder singen, tanzen und sprechen – und das alles mit der Begeisterung, die nur die Musik mit sich bringen kann.