Beauty-Upgrade fürs Gesicht

Eine Brille ist längst mehr als eine Sehhilfe – sie ist Mode-Statement, Accessoire und Ausdruck der Persönlichkeit in einem. Ob rund, eckig, oversized oder minimalistisch: Wer das passende Modell zu seiner Gesichtsform findet, kann seine Vorzüge perfekt betonen. Gleichzeitig sind Brillen ein Schlüssel, um Outfits abzurunden und dem Look das gewisse Extra zu verleihen.
Text: Susanne Rosenberger
Fotos: Olga Rubio-Dalmau, Christian Leitner/sehen! Wutscher, Magdalena Laube/bLAUBEere

„2026 ist das Jahr der Kontraste, sowohl bei Korrektions- als auch bei Sonnenbrillen.“ – Christian Leitner, sehen! wutscher

2026 wird es farbenfroh und vielseitig – sowohl bei Korrektions- als auch bei Sonnenbrillen: Transparente Rahmen in Pastell- oder Nude-Tönen in Terracotta, Creme, Oliv oder Türkis setzen dezente Akzente, extrabreite XXL-Fassungen wirken cool und modisch, während Retro-Brillen den Glamour der 50er neu interpretieren. „Zu den vorherrschenden Modetrends gehört das Sculpture Design, das architektonische Statements setzt, aber auch der virale Trend „Office Siren“, der an die Büro-Mode der späten 90er erinnert, sowie Doppelsteg- und Cat-Eye-Brillen“, ergänzt Augenoptiker Christian Leitner von sehen! wutscher in der Linzergasse.

Bei den Herren sind kantige Metallgestelle oder Materialmix angesagt, etwa Metallbügel mit Kunststoff-Front oder kontrastierende Farbakzente. „Quiet Luxury setzt sich deutlich durch, also wenig Logo und Marke, dafür hochwertige Materialien wie Bio-Acetat und Titanium. Die Qualität der Brille besticht durch das Handwerk!“, so Leitner. Sanfte Farbverläufe in den Gläsern, etwa in zarten Blautönen, wirken bei optischen Brillen edel, modern und lassen sich vielseitig kombinieren.

Sonniger Look

Sonnenbrillen sind längst ein echtes Statement-Piece – und was aktuell angesagt ist, zeigt sich vor allem auf Social Media. Influencerinnen und It-Girls setzen bei Sonnenbrillen auf auffällige Modelle, gelb getönte Gläser und einen retro-inspirierten Vibe. Trotz aller Trends gilt: Der UV-Schutz darf nie vernachlässigt werden. Für den Alltag – etwa in der Stadt – sind leichte bis mittlere Tönungen der Kategorie 1-2 ideal, da sie die Augen schützen, ohne den Blick zu stark zu verdunkeln.

Die Qual der Wahl

„Eine Brille dient als
stilprägendes Accessoire.“ – Magdalena Laube, bLAUBEere

Der Augenoptiker von sehen! wutscher empfiehlt, nicht mehr als drei Brillen zu probieren und bezieht sich dabei auf das bekannte Speisenkarten-Phänomen: je mehr Auswahl, desto schwieriger wird die Entscheidung!

Doch wie findet man den perfekten Schnitt? Welche Modelle harmonieren mit ovalen, runden, eckigen oder herzförmigen Gesichtern? Und wie lässt sich eine Brille gekonnt in den eigenen Style integrieren, ohne dass sie fehl am Platz wirkt?

„Die Brille sollte als Faustregel immer einen Kontrast zur Gesichtsform bilden: runde Gesichter verlangen nach eher eckigen Brillen, bei eckigen Gesichtern bricht man die Kanten, indem man eher rundere Brillenformen wählt“, führt Christian Leitner in die Gesichtsgeometrie ein, „bei herzförmigen Gesichtern eignen sich der typische Pilotenstil und Cat-Eye-Formen, also oben schmäler, unten breiter. Den Jackpot haben die ovalen Gesichter – da passen nämlich alle Modelle.“

Als häufigsten Styling-Fehler sieht Farb-, Stil- & Beauty-Coach Magdalena Laube von der bLAUBEere, die Brille nur funktional zu betrachten und sie weder in Form noch Farbe auf Gesichtsform, Farbtyp, Outfit oder Anlass abzustimmen, wodurch der gesamte Look schnell unausgewogen oder beliebig wirkt.

Brille als Beauty-Accessoire

Früher war die Brille ein rein funktionales Hilfsmittel. Heute dient sie als stilprägendes Accessoire, weshalb Material, Farbe und Form gezielt auf Outfit, Anlass und gewünschte Wirkung (z. B. elegant, modern oder auffällig) abgestimmt werden sollten.

„Achte darauf, dass die Brille deine Gesichtsform unterstreicht und mit Accessoires, Make-up oder Kleidung harmoniert, sodass ein stimmiger, aber dennoch ausdrucksstarker Gesamtlook entsteht“, rät uns die Inhaberin der bLAUBEere. Hauttyp, Haarfarbe und Augenfarbe bestimmen dabei die ideale Farbwirkung der Brille, da warme oder kühle Untertöne entweder harmonisch mit dem Teint verschmelzen oder bewusst Kontraste schaffen, die das Gesicht frischer und strahlender wirken lassen.

Gleichzeitig können passende Brillenfarben die Augen intensiv hervorheben und die Haarfarbe unterstützen, sodass ein stimmiger Gesamteindruck entsteht, während unpassende Töne schnell fahl oder unausgewogen wirken.

Brille + Make-up = Power-Duo

Brillen bringen einen echten Beauty-Mehrwert, ähnlich wie Lippenstift, Mascara oder Statement-Schmuck. Der Merksatz lautet: Je auffälliger der Rahmen, desto subtiler sollte das Make-up sein – und umgekehrt. Mit dem richtigen Make-up lassen sich jedenfalls die Vorzüge gekonnt unterstreichen: „Beim Make-up mit Brille ist es wichtig, die Augen gezielt zu betonen, da Brillengläser sie optisch verkleinern können“, rät Magdalena Laube, „daher wirken definierte Augenbrauen, präziser Lidstrich und gut sichtbare Wimpern besonders vorteilhaft.“

Brille und Outfit kombinieren

Sollte die Brille nun eher zum Outfit passen oder bewusst Kontraste setzen? Beides ist in den Augen der Stilberaterin stilistisch sinnvoll: „Eine auf das Outfit abgestimmte Brille wirkt harmonisch und elegant, besonders wenn Farben und Materialien wieder aufgegriffen werden und ein ruhiger, durchdachter Gesamtlook entsteht. Bewusste Kontraste hingegen setzen ein starkes Fashion-Statement, ziehen den Blick gezielt ins Gesicht und verleihen selbst schlichten Outfits mehr Spannung und Persönlichkeit.“

Allerdings ist es ungünstig, keine klaren Stil-Schwerpunkte zu setzen und mehrere auffällige Elemente wie Statement-Brille, Schmuck und Muster gleichzeitig zu kombinieren, statt die Brille bewusst als harmonischen Akzent oder gezieltes Highlight im Gesamtstyling einzusetzen.