Vom Ansatz bis zur Spitze
Unser Haar ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität. Ob lang und glänzend oder kurz und frech, unsere Frisuren erzählen Geschichten über uns und beeinflussen, wie wir uns selbst sehen und von anderen wahrgenommen werden. Wir schauen uns an, wie die perfekte Pflege für jeden Haartyp aussieht und wo Betroffene Hilfe bei Haarproblemen finden.
Text: Susanne Rosenberger
Fotos: Thomas Kaufmann, Adobe Stock
Gesundes, glänzendes Haar ist ein Symbol für Schönheit und Vitalität. Doch trotz dieser zentralen Bedeutung kämpfen viele mit Haarproblemen, die nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch das Selbstwertgefühl beeinträchtigen können. Haarausfall, Spliss und Frizz sind nicht nur lästige Begleiter, sondern können das Gefühl der Kontrolle über unser Aussehen erheblich mindern.
„Unsere Haare sind nicht ohne unsere Haut zu denken. In ihr sind sie befestigt, und die Haut ist für die Haare der wichtigste Versorger. Alle Nährstoffe und Zellen, die bei der Bildung und Versorgung der Haare wichtig sind, stammen aus der Haut“, schreibt die Dermatologin Dr. Alice Martin in ihrem Buch „Alles klar beim Haar“, aus dem wir viele wertvolle Tipps entnommen haben.
Der Lebensweg eines Haares
Jeder von uns trägt zwischen 100.000 und 150.000 Haare auf dem Haupt, die einen deutlich längeren Wachstumszyklus haben als beispielsweise Augenbrauen. Das Leben eines Haares verläuft dabei in drei Phasen: In der Wachstumsphase wächst das Haar pro Monat etwa einen Zentimeter, diese Phase dauert bei Kopfhaaren zwischen drei und acht Jahren. In der darauffolgenden Übergangsphase hat das Haar seine volle Länge erreicht, während in der abschließenden Ruhe- bzw. Ausfallphase das Haar durch die Rückbildung des Haarfollikels seinen letzten Halt verliert und schließlich ausfällt. Ist das alte Haar ausgefallen, regeneriert sich der Haarfollikel – der Wachstumszyklus beginnt von vorne.
„Zur Gesund- und Kraftvollerhaltung des Haars brauchen die Haarpapillen und -follikel kontinuierlich Nährstoffe und Sauerstoff – besonders in der aktiven Wachstumsphase. Die Haarpapillen sind dazu mit einem dichten Netz feinster Blutgefäße, den Kapillaren, umgeben, das die Versorgung sicherstellt. Hormone, Stress und äußere Einflüsse aber können die Durchblutung in der Kopfhaut reduzieren und so zu vermindertem Haarwachstum führen“, erklärt Dr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Sebapharma.
Die richtige Haarpflege
Haare unterscheiden sich – genetisch bedingt – in ihrer Farbe, Dichte und Beschaffenheit. Demzufolge teilt man sie in vier Kategorien ein: glattes, gewelltes, lockiges und krauses Haar. Hier beginnt bereits die Frage nach der richtigen Haarpflege, von der Häufigkeit der empfohlenen Haarwäsche sowie der Wahl von Kamm bzw. Bürste, Shampoo, Spülung oder Kur.
Bei besonders fettigen Haaren empfiehlt es sich, die Haare täglich oder jeden zweiten Tag zu waschen. Trockene Haare hingegen müssen nur jeden zweiten oder dritten Tag, lockiges oder krauses Haar sogar nur ein- bis zweimal pro Woche gewaschen werden. Generell gilt für alle Haartypen, dass die Haare nicht zu heiß gewaschen werden dürfen, da sich dadurch mehr natürliche Fette von der Kopfhaut und den Haaren lösen, als gesund ist, und außerdem die Farbe von gefärbtem Haar schneller verblasst. Bei schnell fettendem Haar regt heißes Wasser zudem die Talgdrüsen an, was wiederum zu fettigem Haar führt.
Um die Haare nach der Wäsche schonend zu trocknen, sollte man sie zuerst kurz ohne Reibung mit einem klassischen Handtuch auswringen, anschließend auf ein Mikrofaser-Handtuch mit glatterer Struktur wechseln und zum Schluss mit geringer Hitze im Abstand von etwa 15 Zentimetern föhnen. Auch mit dem Glätt-
eisen ist Vorsicht geboten, denn werden die Haare zu oft zu heiß geglättet, trocknen sie aus und können bereits durch kleine Belastungen wie Bürsten brechen. Was auch die wenigsten von uns wissen: Nasse Haare gehören gekämmt, trockene Haare gebürstet. Während glatte Haare besser im trockenen Zustand gebürstet werden, sollten Locken nur dann vorsichtig gekämmt werden, wenn gerade eine Spülung oder eine Haarkur aufgetragen ist.
Wer eine geschädigte oder sehr empfindliche Kopfhaut hat, sollte grundsätzlich eher zu milden Shampoos greifen, da sie keine Silikone, Parabene oder Sulfate enthalten. Wer hingegen von trockenem Haar betroffen ist und zu Spliss neigt, sollte milde und feuchtigkeitsspendende Shampoos benützen. Um die Schuppenbildung zu reduzieren und die Kopfhaut zu beruhigen, werden Anti-Schuppen-Shampoos mit entzündungshemmenden und Anti-Pilz-Stoffen empfohlen.
Auch bei der Wahl der Haarspülung (Conditioner) ist darauf zu achten, dass sie speziell für den individuellen Haartyp und dessen Bedürfnisse entwickelt wurde. Solche Spülungen haben aufgrund ihres sauren pH-Wertes einen adstringierenden, also zusammenziehenden Effekt auf die Schuppenschicht des Haares und tragen dazu bei, das Haar vor Trockenheit, Brüchigkeit und Schäden wie Spliss und Haarbruch zu schützen.
Viele verwenden eine Haarkur oder Haarmaske als Ersatz zur Spülung. Da die Haarkur allerdings die Schuppenschicht öffnet und das Haar aufquellen lässt, ist im Anschluss eine zusätzliche Haarspülung ratsam, um die Schuppenschicht wieder zu schließen. Die richtige Reihenfolge der Anwendung lautet somit: Shampoo – Haarmaske oder Haarkur – Conditioner!
Wo ist mein Haar geblieben?
Meist ist die richtige Haarpflege bereits der Schlüssel zu gesundem Haar. Mit einer ausgewogenen Ernährung, der richtigen Produktwahl und regelmäßiger Pflege können viele Haarprobleme vermieden werden. Allerdings gibt es schwerwiegendere Haarprobleme wie Haarausfall, die sich nicht so einfach in den Griff bekommen lassen. Jeder Mensch verliert täglich zwischen 80 bis 100 Haare pro Tag – erst wenn dieser Wert dauerhaft deutlich überschritten wird, spricht man von Haarverlust.
Dr. Alice Martin unterscheidet zwischen genetischen, autoimmunbedingten, stressbedingten, medikamenten- oder krankheitsbedingten, infektionsbedingten sowie hormonellen und ernährungsbedingten Ursachen für Haarausfall. Die Mangelernährung ist ein wichtiger Grund, an den man häufig gar nicht denkt, „denn bei Nährstoffmangel muss der Körper die wenigen vorhandenen Nährstoffe klug rationieren, um möglichst lange überleben zu können“, so Dr. Martin. „Die Haut und insbesondere die Haare gehören jedoch zu den nicht so lebenswichtigen Bestandteilen des Körpers.“
Unerwarteter Haarausfall stellt eine besondere emotionale Herausforderung dar, insbesondere wenn es sich um die Autoimmunerkrankungen Alopecia areata oder die schwerwiegendere Form, Alopecia universalis, handelt. Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist besonders bei jüngeren Menschen unter 30 Jahren gefürchtet und gekennzeichnet durch das plötzliche Auftreten runder, kahler Stellen auf der Kopfhaut oder anderen Körperregionen. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch wird angenommen, dass das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift. Genetische Veranlagungen, Stress und Umweltfaktoren könnten dabei eine Rolle spielen. Bei Alopecia universalis kommt es sogar zu einem vollständigen Verlust aller Körperhaare, was die emotionale Belastung nochmals verstärkt.
Einladung zum Austausch unter Betroffenen von Haarausfall:
Am 26. März findet ab 18 Uhr das erste Treffen des Vereins Haarausfall Österreich direkt in den Räumlichkeiten der Hairworld Salzburg (Nonntaler Hauptstraße 116) statt. Der Abend ist eine Gelegenheit für alle Interessierten, sich in einem vertrauensvollen Rahmen zu informieren, Erfahrungen zu teilen und sich auszutauschen.
Expertise für Kopfhaut und Haar
Wenn das Haar lichter wird oder Haarausfall einsetzt, ist das für die Betroffenen meist eine große Belastung. Statt auf Pauschallösungen zu setzen, wird bei Hairworld Salzburg by Hairdesign Kaufmann der Ursache mit modernster Technik auf den Grund gegangen. Mithilfe eines speziell entwickelten Mikroskop- und Kamerasystems wird die Kopfhautoberfläche in hochauflösender Vergrößerung untersucht. Diese detaillierte Bild- und Videoanalyse ermöglicht es, den aktuellen Zustand der Kopfhaut, der Haarfollikel und der Haarstruktur exakt zu beurteilen. „Nur wenn wir sehen, was an der Basis passiert, können wir gezielt die richtigen Schritte wählen und individuell abgestimmte Lösungen entwickeln“, erklärt Thomas Kaufmann.
Mit der Hairworld Salzburg wurde ein Raum geschaffen, in dem Diskretion an oberster Stelle steht. In einer geschützten Atmosphäre können Damen und Herren ihre Anliegen in Ruhe besprechen. Besonders im Krankheitsfall ist oft schnelles Handeln gefragt: „Wir wissen, wie wichtig eine rasche Unterstützung in schwierigen Zeiten ist. Deshalb reagieren wir bei medizinischen Notfällen besonders schnell, um unseren Kunden umgehend Sicherheit und ein Stück Normalität zurückzugeben“, betont Thomas Kaufmann. Das Spektrum reicht von diskreten Haartoppern und Haarverdichtungen bis hin zu hochwertigen Perücken und maßgeschneiderten Haarsystemen für Herren, die je nach individuellem Bedarf die perfekte Lösung bieten. Da alle Systeme präzise angepasst und perfektioniert werden, bleibt das Ergebnis vollkommen natürlich. „Ein Zweithaar-Träger darf durchaus den Anspruch haben, dass es für andere Personen nicht offensichtlich ist“, so Kaufmann. „Unser Ziel ist es, dass die Lösung unsichtbar bleibt und das Wohlbefinden an erster Stelle steht.“
Schlaffrisuren und Schlaftücher
Jede Nacht reibt unser Haar über das Kopfkissen – das kann zu Haarbruch, Spliss und frizzigen Strähnen führen. Schlaffrisuren, sei es ein lockerer Dutt oder ein geflochtener Zopf, minimieren diese Reibung und bewahren die Struktur der Haare. Ein weiterer Vorteil von Schlaftüchern, insbesondere aus Materialien wie Seide oder Satin, ist die Fähigkeit, die natürliche Feuchtigkeit des Haares zu bewahren. Im Gegensatz zu Baumwolle ziehen diese Stoffe die Feuchtigkeit nicht aus dem Haar, sondern helfen, sie zu speichern.

