Exklusiv Online

Lesezeit: 7 Minuten

Red Bull 400: 800 Starter auf den härtesten Metern der Welt

Text: Natalie Zettl

Fotos: Nina-Baumgartner, Philipp Carl-Riedl

„Schanze frei“ hieß es am 3. Oktober für 800 motivierte Starter in Bischofshofen. Sie alle nahmen es mit den 400 härtesten Metern der Welt auf und bezwangen bei Red Bull 400 die berühmte Paul-Außerleitner-Schanze in umgekehrter Richtung.

Zum 10. Jubiläum des legendären Bergsprints gaben die Teilnehmer aus 18 Nationen ihr Bestes, um die extreme Steigung von bis 75% in beflügelter Bestzeit hinter sich zu bringen. Der Sieg bei den Männern ging an den Slowaken Jakub Siarnik, der sich in einem extrem spannenden Kampf schlussendlich Platz Eins vor dem Vorarlberger Jakob Mayer holte. Bei den Damen erkämpfte sich die Slowakin Kristina Nec Lapinova den Titel. Das Rennen der Feuerwehrstaffeln entschieden die Weltmeister von 2018, die Männer der FF Rutzenmoos, für sich. Sie holten sich auch den Staffelsieg der Männer und schafften somit ein Double. Auch Extremradfahrer Michael Strasser wagte sich erstmals an den Start von Red Bull 400. Auch zum 10. Jubiläum von Red Bull 400 zeigte sich die berühmte Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen wieder von ihrer extremen Seite. Trotz perfekter Bedingungen brachte die Schanze erneut 800 Starter aus 18 Nationen im Rennen um die begehrten Titel des wohl härtesten Bergsprint-Laufs der Welt an ihre Grenzen.

Spannendes Duell

Anzeige

Das Full Distance Rennen der Männer entwickelte sich, wie dank des hochkarätigen Starterfeldes zu erwarten war, zu einem Duell um Sekunden. Im packenden Finale setzte sich der der Slowake Jakub Siarnik gegen die starke Konkurrenz durch und durfte so, nach vier zweiten Plätzen bei Red Bull 400, endlich die Siegertrophäe in Bischofshofen entgegen nehmen. Mit einer Zeit von 03:22 Minuten ließ er alle hinter sich „Das war mein schwerstes Rennen bisher. Die Konkurrenz war wieder unglaublich stark, daher bin ich extrem glücklich, dass ich hier beim Jubiläum gewinnen konnte, das bedeutet mir sehr viel“, freut er sich über seinen Sieg. Die Silbermedaille ging an den Vizeweltmeister von 2018 und Vorjahressieger, Jakob Mayer. Der Dornbirner musste sich dem Slowaken um knappe drei Sekunden geschlagen geben. Auf Platz drei reihte sich, wie schon 2019, der Bischofshofner Alexander Brandner-Egger ein. Zum 10-jährigen Jubiläum stellte sich auch Extremradfahrer Michael Strasser erstmals der berüchtigten Schanze. „Es war mir klar, dass ich im Finale dann nichts mehr zu melden habe. Das Tempo, das ich hier fünf Minuten halte, könnte ich eine Stunde laufen, aber auf keinen Fall zwei Sekunden schneller. Aber es war eine super Erfahrung für mich“, freut sich der Niederösterreicher über den 28. Platz bei seiner Red Bull 400 Premiere. In Abwesenheit der Vorjahressiegerin und Weltmeisterin von 2018, Andrea Mayr, holte sich mit der Slowakin Kristina Nec Lapinova eine der Favoritinnen den begehrten Titel. Die 36-jährige hatte die Schanze in Bischofshofen am besten im Griff und setzte sich mit einer beeindruckenden Leistung und einer Zeit von 4:32 Minuten vor ihren Konurrentinnen durch. „Ich habe wirklich in letzter Sekunde entschieden, dass ich teilnehme. Daher bin ich auch gar nicht mit so großen Erwartungen ins Rennen gegangen. Aber ich bin so glücklich, da ich meinen Sieg so gar nicht erwartet habe“, freut sich die frischgebackene Siegerin über die Goldmedaille. Auf Platz zwei folgte ihre Landsfrau Katarina Lovrantova. Die Niederösterreicherin Kerstin Quirchmayr erreichte als drittschnellste Dame das Ziel am oberen Ende der Schanze. Bei den Staffelbewerben bewiesen rund 35 teilnehmende Staffeln neben Kampf-, auch außergewöhnlichen Teamgeist und stürmten in 4x100 Metern die Finalschanze der Vierschanzentournee. Auf das oberste Treppchen der Männerstaffelwertung schaffte es die Staffel der FF Rutzenmoos. Spannung pur boten die Läufe der mittlerweile legendären Feuerwehrstaffeln. Denn auch hier entschied die Weltmeisterstaffel von 2018, die FF Rutzenmoos, das Rennen vor den Vorjahressiegern, den Männern der FF Hinterschiffl 1, für sich. „Es ist wirklich unglaublich. Wir haben uns jetzt ein halbes Jahr intensiv auf Red Bull 400 vorbeitet, und dass unser Ziel, beide Medaillen beim Jubiläum zu holen, gelungen ist, war auch alle Mühen wert. Denn es war richtig hart, beide Rennen zu machen“, zeigten sich die Männer der FF Rutzenmoos begeistert von ihrem Double.

10 Jahre Red Bull 400

Auch für einige Teilnehmer war es das persönliche 10-jährige Jubiläum. Insgesamt waren es sieben Männer und eine Frau, die 2020 zum 10. Mal an Red Bull 400 in Österreich teilnahmen. Einer davon war Rudi Reitberger, der als erster Testläufer die Schanze am Kulm in Angriff genommen hat. „Es ist einfach so schön, wie groß Red Bull 400 inzwischen geworden ist und wie es sich entwickelt hat. Insgesamt habe ich schon an 30 Rennen teilgenommen, d.h. ich habe auch die meisten Starts von allen Athleten. Und bei allen Rennen war ich bis jetzt im Finale. Deshalb freut es mich auch, heuer hier beim Jubiläum am Start zu stehen und den 29. Platz mit nach Hause nehmen zu dürfen“, zeigt sich der 48-jährige begeistert über sein Jubiläum.