Gesellschaft & Kultur

Lesezeit: 2 Minuten

Nur Meinereiner meint:

Text: Meinereiner

Fotos: Nur Meinereiner

Eine Kolumne von Nur Meinereiner, Autor, Mentalcoach SQ

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Die häufigsten Varianten von Realitätsverlust sind Optimismus und Pessimismus. Die Welt der Realität ist an sich weder gut noch schlecht, die Menschen machen es. Der Irrtum des Optimismus, wie auch der des Pessimismus, sind nur menschliche Ideologieerzeugnisse mit Paradoxien. Beispielsweise ist ein Zweckoptimismus eigentlich auch sehr pessimistisch.
Der Pessimist sieht die Geschichte des Menschen als ein Versagen, der Optimist meint dazu, es gäbe immerhin Lichtblicke. Einen Realisten hingegen begegnet man nur unter den pessimistischen Optimisten und unter den optimistischen Pessimisten am ehesten.
Es gibt eigentlich keinen Grund pessimistisch zu sein, es sei denn, man hört einen richtigen Optimisten argumentieren. Notorische Optimisten können, solange sie in dieser Beharrlichkeit verweilen, nicht enttäuscht werden, da sie Negatives in ihrem Wolkenkuckucksheim überhaupt nicht wahrnehmen können. Pessimisten Obwohl, nichts stimmt einen Pessimisten wiederum pessimistischer als ein fehlender Grund zum Pessimismus.
Als Menschenkenner ist jedenfalls der Pessimist besser dran, weil er auch so oft recht behält. Der „wahre“ Optimist glaubt auch daran, den Tod gut zu überleben und zweifelt nicht daran, er schließt so: „Ich muss auf Rosen gebettet sein, denn ich spüre die Dornen in meiner Haut!“
Optimismus ist etwas für Leute, die die Zukunft rosa sehen, Pessimismus für Leute, die die Zukunft schwarz sehen und Realismus ist etwas für Leute, die mehr sehen als nur rosa und schwarz.
Auf die Frage, wo ich zugehörig sei, antworte ich: „Ich habe zwei Augen im Kopf und meine Erfahrungen haben letztendlich meine Neigungen definitiv korrigiert. Ich bin ein von Pessimismus getragener Optimist, manchmal auch umgekehrt, und ich finde mich in der Realität zusehends immer mehr.“