Auto & Motorrad

Lesezeit: 5 Minuten

Alltags-Stromer – fast alltagstauglich

Text: René Herndl

Fotos: René Herndl

Der Hyundai Kona Elektro ist eines jener Autos, das als Basis ein nicht elektrifiziertes Pendant hat, das dem Zeitgeist entspricht, vor allem als kompaktes SUV. Als Elektroversion befriedigt es die politischen Vorgaben, wobei die Alltagstauglichkeit im Vordergrund steht, erfüllt diese aber nur bedingt.

Die Performance des Hyundai Kona Elektro ist im Sinne eines Alltags-SUVs erstaunlich. Der Elektro macht vieles richtig, wobei sich die negativen Punkte bei aller Praktikabilität gerade im Alltag zeigen.

Zuerst zum Positiven:
Stylisch ist er jedenfalls, der Hyundai Kona Elektro! Dabei ist naturgemäß das Platzangebot hinten bauartbedingt nicht wirklich üppig. Und der 332 Liter große Kofferraum lässt sich bequem beladen und bei Bedarf, mit umgelegten Sitzen, auf bis zu 1.114 Liter erweitern. Das passt also. Zudem bietet er viel Komfort und angenehme Atmosphäre für Fahrer und Beifahrer. Die Mittelkonsole gibt es in dieser Art aber nur in der Elektro-Version des Kona. Alles ist an Ort und Stelle, die Bedienung ist selbsterklärend einfach und man findet sich hier auf Anhieb zurecht.
In SachenZusatzfeaturesbietet der Hyundai Kona Elektro ziemlich viel und stellt in manchem Punkt sogar Tesla in den Schatten. Es gibt zum Beispiel ein Head-up-Display, das die wichtigsten Fahrinformationen in das Sichtfeld des Fahrers beamt. Auch das beheizbare Lenkrad ist angenehm, logischerweise vor allem im Winter. Ordert man sich ein Glasdach dazu, kann man dieses im Gegensatz zum Tesla Model 3 auch öffnen und kabelloses Laden des Smartphones ist hier ab Werk möglich. Ein zusätzliches Komfort-Bonbon sind die beheizbaren und belüfteten (!) Vordersitze. Ja, im Hyundai Kona Elektro ist tatsächlich alles verbaut, was das Fahren angenehm macht! Und die 150 kW (204 PS)und 395 Nm lassen den Kona Elektro trotz seiner 1.760 Kilos leichtfüßig und flott wirken – 7,6 Sekunden auf 100 km/h sind eine Ansage für ein kleines Kompakt-SUV.

Kritische Betrachtung:
Die Vorderräder haben mitunter ihre liebe Mühe, die Kraft auf die Straße zu bringen, insbesondere bei Regen. Wobei dieser Punkt nicht so sehr ins Gewicht fällt. Viel mehr schon die im Idealfall beachtliche Reichweite von 449 Kilometern nach WLTP, die dennoch sehr zu relativieren ist. In der Stadt, auch rundherum und bei ausreichender Ladeinfrastruktur ergeben sich keine Probleme, wenn aber keine Schnell-Ladestation erreichbar oder in der Nähe ist, gestaltet sich das Aufladen zum Geduldsspiel, abgesehen davon, dass die dünn gesäten Stationen oft besetzt sind. Und dann ist da noch der Umgang mit dem Gaspedal. Allzu stürmisch sollte man es nicht treten, dann sinkt der Aktionsradius ebenso rasch wie bei allen anderen Autos dieser Bauart, trotzdem die Höchstgeschwindigkeit ohnehin mit 167 km/h begrenzt ist.
In Österreich ist der Hyundai Kona Elektro  um € 47.790,- inkl. MwSt. zu haben, und das mit einer Ausstattung, die wirklich alles beinhaltet, was man sich nur wünschen könnte. Als einzige aufpreispflichtigen Extras wären ein Leder-Paket und das elektrische Glas-/Schiebedach zu haben.

Fazit:
Der elektrische Kona ist ein nahezu alltagstauglicher Kompakt-SUV, ist gut zu fahren, fast ein bisserl einschläfernd, wenn man auf den Verbrauch schaut, und er hat eine akzeptable Reichweite, die ihn für mittlere Strecken geeignet macht. Und wenn Sie eine eigene Ladestation haben, dann ist sein Revier ein beachtlich großes. Aber auch mit dem Kona würde ich, wie mit all seinen elektrischen Konkurrenten, keine längere Reise antreten.