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Lesezeit: 4 Minuten

Das Glück in Zeiten der Coronakrise

Text: Natalie Zettl

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Daheimbleiben. Niemanden treffen, Social Distancing. Kein Eis in der Frühlingssonne, kein Kino an einem regnerischen Abend. Kein Cocktail mit Freunden. So viel zum negativen Aspekt der aktuellen Coronakrise. Doch es gibt Wege, die gute Laune trotzdem zu erhalten!

Als ich gestern mit meinen Freundinnen telefonierte (ganz im Geist der Zeit via Videocall), fiel er mir erstmals auf: der latent bedrückte Ton in ihren Stimmen. Sie, die normalerweise (wie ich auch) nichts mehr genießen als zwei Wochen Urlaub zu Hause, halten es auf einmal kaum aus, nicht „rausgehen“ zu dürfen – obwohl spazieren ja eh erlaubt ist. Das bedrückende Gefühl in der aktuellen Lage – es ist zu einem großen Anteil Kopfsache. Also kann man auch mit dem Kopf dagegen angehen. Ich schlage folgende Methoden vor:

News-Detoxing
Klar, wir alle müssen und wollen uns informiert halten – über aktuelle Fallzahlen, den Anstieg der Kurve und Neuigkeiten aus den Regionen, die es am schlimmsten erwischt hat. Trotzdem kann es ganz befreiend sein, einmal das Smartphone wegzulegen und den Fernseher auszumachen. In letzter Zeit ertappe ich mich oft dabei, wie ich stundenlang nach Neuigkeiten surfe – und mich irgendwann frage, warum eigentlich. Ich weiß ja schließlich schon längst alles, was es Neues gibt. Also: Handy weg, TV aus und an etwas anderes denken – was mich zum nächsten Punkt bringt.

Positivität
Um meine Laune am Kippen zu hindern, habe ich angefangen, Online-Beiträge zu speichern, die mir Mut machen, mich positiv stimmen und mich an die Zeit nach der Krise als Ziel erinnern. Wärmstens empfehlen kann ich Matthias Horx‘ „Die Welt nach Corona“ – auch zu lesen bei uns: www.diesalzburgerin.at/die-welt-nach-corona. Führen Sie sich ganz bewusst vor Augen, dass die jetzige Situation kein Dauerzustand ist. Sie wird ein Ende finden, vielleicht ja sogar früher, als wir alle denken. Und dann wird das Leben wieder unbeschwerter – möglicherweise sogar in mancherlei Hinsicht besser als vorher. Denken wir also positiv!

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Selbermachen
Die meisten von uns haben in diesen turbulenten Tagen etwas, das wir uns früher oft gewünscht haben: Zeit im Überfluss. Wie wäre es also, die Gelegenheit zu nutzen, um Dinge selbst zu machen, die wir noch vor ein paar Wochen einfach gekauft hätten? Wenn beispielsweise die Sonne scheint und wir uns sehnsüchtig ins aktuell unerreichbare Lieblingseiscafé träumen, können wir das Sommerfeeling einfach zu uns holen und unser Eis selber machen – das ist gar nicht so schwer: Man nehme frisches Obst, püriere es so fein wie möglich, mische es mit Staubzucker nach Belieben und gegebenenfalls etwas Schlagobers, friere es ein – und voilà, nach ein paar Stunden sitzen wir zufrieden eisschleckend am Balkon. Und auch andere Dinge lassen sich gut selbst herstellen: das aufwändige Essen, für das wir normalerweise ins Restaurant gegangen wären. Die Frühlingsdeko für die Fenster und noch vieles mehr. Wir haben doch jetzt Zeit für Kreativität!

Fixer Tagesablauf
Natürlich, das Home Office bzw. die häufige Kurzarbeit ist ungewohnt und durchaus eine Herausforderung. Meiner Erfahrung nach hilft eine gute Planung, die den ganzen Tag umfasst: Planen Sie eine feste Tageszeit für die Arbeit ein. Denken Sie an regelmäßige Pausen! Stehen Sie morgens nicht allzu spät auf – obwohl etwas mehr Schlaf jetzt natürlich nicht schaden kann. Oberstes Gebot: Lassen Sie sich nicht hängen, bleiben Sie aktiv. Wir schaffen das!

Projekte für die Seele
Nahe am Thema „Selbermachen“: Warum nutzen wir nicht die Zeit, um jetzt die Dinge anzugehen, die wir in unserem stressigen Alltag immer vor uns hergeschoben haben? Ein kleiner Einblick, was bei mir von chronischer Aufschieberitis betroffen ist: den Keller aufräumen. Den Kasten ausmisten. Die Küchenschränke neu sortieren (so, dass es Sinn macht und ich nicht tagtäglich den Hocker holen muss, um an meinen Lieblingstopf im obersten Fach zu kommen). Den Balkon herrichten. Die Fenster putzen. Machen wir uns das Zuhause so schön wie möglich – dann sind wir auch lieber dort!

Die Liebsten anrufen
Gerade für Alleinlebende ist diese Zeit auch zwischenmenschlich eine Herausforderung. Man kann sich nicht mehr „mal eben“ auf einen Kaffee treffen – und der menschliche Kontakt fängt nach einer Woche zu Hause durchaus an, einem abzugehen – umso mehr, wenn (wie bei mir) zwischen einem selbst und der Familie eine Staatsgrenze liegt, die momentan unpassierbar ist. Das Gute: Ich rufe meine Mutter jetzt öfter an als sonst – fast täglich. Und ebenso meine Freundinnen – am liebsten zu einem virtuellen Dinner: Jede kocht sich etwas zu essen, gießt sich ein leckeres Glas Wein ein, und los geht’s per Videocall. Mädelsabend mal anders!