Gesellschaft & Kultur

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Criticus

Text: Roman Blaschke

Fotos: Feder: Mykyta Dolmatov - istockphoto.com, Roman Plaschke

Die vergessene Branche
Ein Kommentar von Roman Blaschke

Die Coronakrise hat unsere Wirtschaft im Griff wie noch kein Ereignis in der Nachkriegszeit. Um dieser Herr zu werden, lassen sich Politiker vieles einfallen und nennen es dann „Lockdown“ oder „Lockdown light“. Immer wieder gibt es Novellen in die eine oder andere Richtung. Die Aussagen sind schwammig und oft auch Auslegungssache.
Mein Name ist Roman Blaschke, ich bin Geschäftsführer von die.ess.klasse Catering in Salzburg. Mein Kollege Markus Kiesling von Licht-, Ton- und Videotechnik LUX:US Veranstaltungstechnik aus Salzburg und ich arbeiten seit vielen Jahren zusammen und hatten auch schon einiges Kurioses erlebt, aber wie man mit unseren „vergessenen“ Branchen umgeht, liest sich wie ein schlechter Scherz.

So hat man nach dem ersten Lockdown Mitte Mai die Restaurants unter strengen Auflagen geöffnet. Die Veranstaltungsbranche konnte hier nur zuschauen: Veranstaltungen waren nach wie vor verboten. Mit der Zeit wurden zwar auch Veranstaltungen unter strengen Auflagen wieder möglich, aber wer bucht denn bitte seine Hochzeitsfeier noch schnell eine Woche vor der Hochzeit? Tatsache ist, dass nahezu alle Sommerevents abgesagt wurden und die Veranstaltungsbranche im Gegensatz zu vielen anderen Branchen trotz aufgehobenen Lockdowns auch um ihr Sommergeschäft gestorben ist.
Kaum dachten wir, es geht wieder bergauf, da kam sie schon, die 2. Welle! Und was wurde als Erstes wieder verboten? Richtig – Veranstaltungen! Es ist zwar nett, dass wir im November 80 % des Vorjahres-Umsatzes bekommen, aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Wir haben schon seit über einem halben Jahr kein Geschäft mehr! Unverständnis macht sich auch breit, wenn man Events auf 10 Personen einschränkt, aber Restaurants mit Abstandsregeln ihre Räume auch darüber hinaus füllen dürfen. Wo bitte ist der Unterschied?

Im Gegensatz zur normalen Gastronomie planen wir unsere Events Monate oder sogar Jahre im Voraus. In so unsicheren Zeiten ist es verständlich, dass Private als auch Unternehmen mit ihren Planungen für kommendes Jahr haushalten. Vom Weihnachtsgeschäft haben sich unsere Branchen sowieso schon lange verabschiedet.

Jetzt und in der nächsten Zukunft darf man unsere Branche aber nicht mehr vergessen, denn sie ist wertvoll: Bei uns wird gefeiert, gelacht, getanzt, geheiratet, präsentiert, genetworkt, gustiert und vieles mehr.

Ein Appell an die Politik: Setzt Maßnahmen, schützt die Mitbürger, seid schlau! Aber vergesst dabei nicht die Veranstaltungsbranche, die auch noch immer leiden wird, wenn der Lockdown vorbei ist.