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Zuckersüß?

Text: Natalie Zettl

Fotos: SPAR

Im Namen der zucker-raus-initiative lud SPAR im Jänner 2021 zum ersten Zuckergipfel der Lebensmittelbranche – und das aus gutem Grund: Laut einer Umfrage möchten sieben von zehn Befragten ihren Zuckerkonsum reduzieren.

Zucker vs. Gesundheit

Es ist kein Geheimnis: Zu viel Zucker ist ungesund. Die WHO empfiehlt pro Tag eine Höchstdosis von 25-50 Gramm Zucker. Die Realität sieht jedoch anders aus: Im Schnitt nimmt der Österreicher pro Tag satte 91 Gramm Zucker zu sich. Dies hat schwere gesundheitliche Folgen wie beispielsweise Diabetes und Adipositas. Als eine der schweren gesundheitlichen Folgen führt Christian Datz, ärztlicher Leiter des Krankenhauses in Oberndorf, die nichtalkoholische Fettleber (NAFLD) an: „Die nichtalkoholische Fettleber gilt als eine der bedeutendsten Zivilisationskrankheiten, da bereits über 40 Prozent der westlichen Bevölkerung davon betroffen sind. Sie kann auch zu besorgniserregenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs führen. Viele Studien zeigen, dass übermäßiger Zuckerkonsum eine der häufigsten Ursachen für diese Erkrankung ist.“ Zucker im Alltag zu reduzieren lohnt sich also – aber wie?

Alternative Süße

Gerade in den letzten Jahren wurden die Supermarktregale um einige Zuckeralternativen reicher – unter anderem Honig, Stevia und Xylit.

- Honig: Bei vielen Gelegenheiten liegt das Gute so nah: Der Naturhonig vom Imker nebenan enthält zwar (wie Haushaltszucker) Glucose und Fructose, aber auch Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Zudem ist er süßer als Zucker – man braucht also tendenziell eine geringere Menge. Achtung: Je stärker der Honig verarbeitet wird, desto mehr Vitamine verliert er!

- Stevia: Stevia stammt aus den Blättern eines Strauchs, der in Südamerika wächst. Das daraus gewonnene Pulver ist nahezu kalorienfrei und besitzt eine 300mal höhere Süßkraft als Zucker. Die gesundheitlichen Vorteile überwiegen also – jedoch ist die Ökologie angesichts des langen Transportwegs fraglich.

- Xylith wird auch Birkenzucker genannt, stammt aber nicht zwangsläufig aus der Birke: Aus vielen Holzarten, Maiskolbenresten sowie weiteren landwirtschaftlichen Rohstoffen kann Xylith gewonnen werden. Seine Süßkraft ist der des haushaltsüblichen Zuckers sehr ähnlich, er beeinflusst jedoch den Blutzucker kaum.

Zucker kann also durchaus ersetzt werden – allerdings kann man den Konsum auch einfach reduzieren; denn Zucker in geringer Menge schadet der Gesundheit in den wenigsten Fällen.

Ein Gipfel für weniger Zucker

Zusammen mit der zucker-raus-initiative lud SPAR im Jänner 2021 zum ersten Zuckergipfel der Lebensmittelbranche. Der SPAR-Vorstandsvorsitzende Gerhard Drexel appellierte an Händler, Lebensmittelindustrie und Politik, das Thema des übermäßigen Zuckerkonsums weiterhin im Sinne der Gesundheit der österreichischen Bevölkerung ernst zu nehmen. Die geladenen Hersteller, Ärzte sowie medizinische Verbände präsentierten in den Räumlichkeiten der Österreichischen Ärztekammer, nach einleitenden Worten von Ärztekammerpräsident a.o. Thomas Szekeres, erste Erfolge und die neuesten medizinischen Erkenntnisse hinsichtlich des übermäßigen Zuckerkonsums.

Die Unterstützer des Zuckergipfels der Lebensmittelbranche.