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Wohnen Sie gesund?

Das Thema Gesundheit beeinflusst längst auch die Bau- und Wohnbranche. Bei der Wohngesundheit geht es um persönliches Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden, sei es durch gutes Raumklima, Vermeidung von Schadstoffen oder Abschirmung von negativen Einflüssen wie Lärm, Elektrosmog und unreiner Luft.
Ein Artikel von Susanne Rosenberger

Ein Gebäude überdauert mehrere Generationen und übt großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der darin wohnenden Menschen aus. Bei der Wahl von Baustoffen ist also ein verantwortungsbewusstes Handeln gefragt. Umweltfreundliche, schadstofffreie und unbedenkliche Baustoffe spielen beim ökologischen Bauen eine immer größere Rolle. In Zeiten des Klimawandels und steigender Energiekosten zählt auch die Nachhaltigkeit: vom umweltschonenden Rohstoffabbau bis zum Rückbau und Recycling achten die Bauherren vermehrt auf einen optimalen Produktlebenskreislauf.

zitatOptimales Raumklima
Der moderne Mensch verbringt 80 bis 90 Prozent seiner Lebenszeit in geschlossenen Räumen. Wohnmediziner empfehlen eine ideale Raumtemperatur von 20 bis 22 °C, in Schlafräumen von 16 bis 18 °C – dies gilt im Sommer wie im Winter. Denn auch eine Überhitzung der Räume wirkt sich negativ auf unser Wohlbefinden aus. Eine zu hohe Raumtemperatur führt bekanntlich zu trockener Luft und in weiterer Folge zu trockenen Schleimhäuten, was wiederum Infektionskrankheiten begünstigt. Heizkörperventile mit Thermostat können hier helfen. Für ein wohngesundes Raumklima sollte außerdem eine relative Luftfeuchte von 45 bis 55 Prozent vorliegen, was sich mit einem Hygrometer kontrollieren lässt.
Alleine durch die Ausatmung von Kohlendioxid und Feuchtigkeit verschlechtert sich die Qualität der Raumluft kontinuierlich. Hinzu kommt die natürliche Verdunstung durch die Bewohner: eine dreiköpfige Familie gibt durchschnittlich zehn Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab – etwa durch Schwitzen, Kochen, Waschen, Duschen. Richtiges Lüften vertreibt zu hohe Feuchtigkeit aus den Wohnräumen und füllt diese wieder mit frischem Sauerstoff.

Richtiges Lüften gegen Schimmel
Am effektivsten ist das Querlüften, indem man an zwei gegenüberliegenden Seiten der Wohnräume ein Fenster oder eine Tür öffnet und so innerhalb von wenigen Minuten einen raschen Luftwechsel erzeugt. Beim Stoßlüften müssen die Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten offenstehen. Keine Alternative ist eine Dauerkippstellung der Fenster, da hier kein richtiger Luftaustausch stattfindet und die kälteste Stelle oberhalb des gekippten Fensters zum perfekten Nährboden für Schimmel wird. Können die Bewohner die notwendige Luftwechselrate per Hand nicht gewährleisten, bietet sich als Alternative ein modernes Lüftungssystem an.

Richtiges Lüften
Foto: Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com

Foto: Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com

Bei falschem Lüftungsverhalten, Kältebrücken oder Wandschäden kann im Ernstfall Schimmel entstehen. Küche, Bad und Schlafzimmer sind aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit besonders gefährdet. Trifft warme Raumluft auf zu kühle Oberflächen, kondensiert das Wasser und die Wand wird feucht. Gerade moderne Häuser mit luftdichten Fenstern und einer kompletten Wärmedämmung bieten ideale Voraussetzungen für Schimmel. Beim Befall durch Wohnschimmel analysieren Fachleute die Ursache, das Ausmaß und die Schimmelart, um das Problem durch eine optimale Sanierungsmaßnahme auch langfristig zu beseitigen.
Um späteren Schimmelbefall zu vermeiden, empfehlen Experten beim Hausbau die strikte Einhaltung von Trocknungsphasen bei Estrich und Innenputzen. Im fertiggestellten Gebäude ist der optimale Feuchtigkeitsausgleich zwischen Innenraum, Farbe, Putz und Wandkonstruktion relevant. Spezielle Wandanstriche und -farben wirken zusätzlich schimmelhemmend, ionenfördernd oder feuchtigkeitsregulierend.

Schadstoffe und Wohngifte
Die Bandbreite an Schadstoffquellen, die in den Innenraum gelangen, ist groß: Farben, Lacke, Putze, Klebstoffe, Kunststoffe oder Holzwerkstoffe geben über Jahre flüchtige Gase an die Raumluft ab. Die Ausgasung dieser problematischen chemischen Substanzen von Möbeln, Wand-, Decken- und Bodenmaterialien steht in Verdacht, Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Schleimhautreizungen zu verursachen.

Schadstoffmessung

Schlimmstenfalls lösen Wohngifte beim Menschen Allergien, Asthma oder Nervenkrankheiten aus.
Zertifikate und Siegel wie das Österreichische Umweltzeichen, das IBO Prüfzeichen oder das Gütesiegel der europäischen Vereinigung natureplus helfen bei der Wahl von unbedenklichen Baustoffen.

Elektrosmog reduzieren
Die Zunahme von Mobilfunk und WLAN in den vergangenen Jahren belastet unsere Innenraumluft mit elektromagnetischer Strahlung. Hinzu kommt der laufende Betrieb von TV-Geräten, PCs, hochfrequenten schnurlosen DECT-Telefonen, elektrischen Fußbodenheizungen und Alarmanlagen.
Aber wie reduziert man Elektrosmog? Achten Sie beim Grundstückskauf auf ausreichend Abstand zu Hochspannungsleitungen, Sendemasten, Bahnstromanlagen und Transformatoren.
Bei einem Neubau oder der Renovierung eines Hauses begrenzen speziell abgeschirmte Kabel elektromagnetische Felder im Innenraum auf ein Minimum. Aber nicht jeder kann neu bauen oder die Elektroinstallationen tauschen. Hier hilft es bereits, alle Geräte nach dem Gebrauch komplett auszuschalten bzw. ganz vom Netz zu trennen, weil selbst der Stand-by-Betrieb E-Smog erzeugt. Ein Netzfreischalter trennt im Zählerkasten oder Verteiler die Spannungsversorgung, sobald kein Strom benötigt wird. Ein WLAN-Router mit Zeitsteuerung deaktiviert das Netz zu programmierbaren Zeiten, etwa nachts, wenn keiner surft.

AdobeStock_119605065Licht und Farbe
Nicht zuletzt bedeutet Wohngesundheit aber auch, sich um ein ästhetisch ansprechendes Wohnumfeld mit ausreichend Tageslicht, Hitzeschutz (Beschattung), Schallschutz und einer stimmigen Farbgestaltung zu bemühen.
Besonderen Einfluss auf ein angenehmes Ambiente haben die richtigen Farben – sie können uns aktivieren, ausgleichen, beruhigen. Farben können aber auch optisch auf die Raumwirkung Einfluss nehmen: Enge, kleine Räume wirken durch helle Farben optisch größer, hohe Decken werden durch dunkle Farben optisch niedriger und ein langer Korridor wirkt kürzer, wenn die Wand am Ende dunkel gefärbt ist.

Professionelle Schadstoffanalyse
Wenn Sie einen Neubau bzw. Hauskauf planen oder bereits unter gesundheitlichen Beschwerden leiden und vermuten, dass schädliche Stoffe in Ihrem Zuhause als Verursacher in Frage kommen, bringt eine professionelle Schadstoffanalyse Gewissheit. Baubiologen ermitteln im Rahmen einer Gebäude- oder Grundstücksanalyse mittels technischer Messgeräte und Laboranalysen neben Schadstoffen auch Elektrosmog, Schimmel, Feuchtigkeit oder Radon.

Experten-Tipps
Hannes-Schlick

Foto: Die Hand-in-Hand-Werker GmbH

Mag. (FH) Hannes Schlick, Die Hand-in-Hand-Werker GmbH, Tamsweg:
„Unsere Erfahrung in der Sanierung von Bestandsobjekten zeigt, dass sich der Einsatz von ökologischen Baustoffen langfristig bewehrt. Früher wurde hauptsächlich mit Stein, Lehm, Kalk und Holz gebaut, diese Häuser verfügen meist über ein besseres Wohnklima als moderne Bauten. Somit haben ökologische Baustoffe über den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis zum Rückbau und der fachgerechten Entsorgung einen klaren Vorteil.“

Foto: Malerei Strobl

Foto: Malerei Strobl

Heidi Strobl, Malerei Strobl, St. Johann i.P.:
„Eine wohngesunde Wandfarbe darf keine Lösemittel und Konservierungsstoffe enthalten, muss geruchsfrei und atmungsaktiv sein. Dazu darf es keine Kompromisse bei Deckkraft und Nassabrieb geben. Der Farbenfachhandel führt Premium-Wandfarben, die für ein gesundes und allergikerfreundliches Raumklima sorgen und zudem die Umwelt schonen, denn die Farbe wird klimaneutral und nachhaltig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.“

Foto: Malerei Rieder

Foto: Malerei Rieder

Rudolf Rieder jun., Malerei Rieder, Salzburg:
„Fachgerechte Schimmelsanierung ist ein Muss! Ist der Befall kleiner als 0,5 m², kann der Schimmelpilz vom Laien selbst entfernt werden – mittels Wasserstoffperoxid, reinem Alkohol, etc. Ist der Befall jedoch größer als 0,5 m², sollte auf jeden Fall ein geprüfter Schimmelpilzexperte hinzugezogen werden. Die Malerei Rieder & Sohn bietet Ihnen als Profi für Schimmelsanierung die ganze Palette an: Ursachenanalyse, Laboruntersuchung und Entfernung des Schimmels.“

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