Kulinarik & Genuss

Lesezeit: 15 Minuten

Von Lofer in die ganze Welt

Text: Doris Thallinger

Fotos: Berger Confiserie

Vor 25 Jahren begannen Christine und Hubert Berger mit der Produktion von Diätpralinen – in der väterlichen Garage. Heute gehört die Schokoladen-Manufaktur Berger Feinste Confiserie mit 100 Mitarbeitern zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region und exportiert ihre feinen Pralinen und Schokoladen in die ganze Welt.

Lofer, die Wiege der süßen Verführung: Prägnant das moderne Firmengebäude, dahinter erheben sich majestätisch die Berggipfel. In dieser 2.000-Seelen-Gemeinde entstehen die weithin bekannten Pralinen – von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Produktion und Garnierung in feinster Handarbeit. Und natürlich gibt es sie hier auch zu kaufen, am Schokoladenweg 1.

Die Kunst der Verführung
Ein Schlaraffenland für Schokoholics. Eine schier unvorstellbare Auswahl unterschiedlicher Schokoladen: feinste Pralinen, in dekorativen Geschenkboxen, in aus Schokolade gegossenen Schalen, ständig neue Kreationen und Kollektionen. Süße Träume, soweit das Auge reicht. Dazu der Duft warmer Schokolade in der Luft – ein Geruch, der irgendwie an die Kindheit erinnert, an Wärme und Geborgenheit – und einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt!

Die Meister der Verführung
Was macht einen guten, einen hervorragenden Pralinenmacher aus? Schokolade muss er lieben – das ist wohl der einfachere Teil des Anforderungsprofils. „Man muss auf jeden Fall die Liebe zum Rohstoff mitbringen und die Wertschätzung für besondere, hochwertige Lebensmittel. Ganz wichtig ist auch ein gutes Maß an Kreativität“, so Berger. „Und natürlich eine gewisse Fingerfertigkeit!“, ergänzt Christine Berger. „Die einen sprühen vor Ideen, andere sind dafür sehr gut im Modellieren und in der Umsetzung. Die richtige Mischung ist entscheidend.“ So wie bei ihr und ihrem Mann: „Obwohl er der Konditormeister ist, bin ich die Kreative von uns beiden. Mein Part ist es, die Kollektionen zu entwickeln, Verpackungen und Dekorationen zu gestalten. Da ist es oft mein Mann, der mich wieder auf den Boden der Realität zurück holt!“, lacht sie.

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Von zarten Händen
Das Kreative – dafür sind bei Berger generell eher die Frauen zuständig. Bei mittlerweile hundert Mitarbeitern liegt die Frauenquote bei beachtlichen 93 %! „Frauen sind tatsächlich oftmals kreativer, haben mehr Liebe zum Dekorieren und Gestalten“, erklärt Hubert Berger, wie sein Unternehmen zum größten Frauen-Arbeitgeber der Region wurde, was nicht zuletzt an den fairen Arbeitsbedingungen und der familienfreundlichen Unternehmensphilosophie liegt.
Denn Mitarbeiter zu finden, das ist wohl generell eine der größten Herausforderungen: „Wir beziehen unsere Mitarbeiter immer in den gesamten Gestaltungsprozess mit ein und versuchen natürlich gerade Müttern mit kleineren Kindern mit entsprechender Flexibilität entgegenzukommen“, so Christine Berger. „Schließlich haben wir ja selbst drei Kinder und wissen, wie gefordert man als Eltern ist.“
Das Engagement um die Mitarbeiter scheint sich auszuzahlen: Viele sind schon jahrelang an der Seite des Unternehmer-Ehepaares und erinnern sich noch gut an die Zeiten des Beginns. Damals, vor 25 Jahren…

Handverlesen
Heute existieren sieben Berger-Filialen in ganz Österreich und auch in ausgewählten Fachgeschäften dürfen die edlen Pralinen und süßen Unikate angeboten werden. Insgesamt sind es lediglich 120 Wiederverkaufskunden österreichweit, die Berger Confiserie im Angebot haben. Welche das sind, wählen die Bergers sehr genau aus. „Wir schauen uns unsere Partner immer gut an. Berger Schokolade kann man nicht einfach bestellen – davor muss man sogar einen vierseitigen Fragebogen ausfüllen. Da sind viele potenzielle Wiederverkäufer erst einmal ganz perplex“, schmunzelt Christine Berger. „Wir verkaufen nur dahin, wo wir unsere Ware gern sehen; im Endeffekt profitieren unsere Wiederverkäufer davon: Es wird nicht gleich nebenan ein Geschäft geben, das ebenfalls unsere Schokoladen verkauft.“

Um die 20 Prozent der Produkte werden exportiert, nach Deutschland, Südtirol, Skandinavien, in die baltischen Länder, die Benelux-Staaten, aber auch nach Dubai, in die Emirate, nach Kanada und sogar bis nach Japan!
Die komplette Wertschöpfungskette liegt im Salzburger Land – einzelne Produktions- oder Verpackungsschritte in günstigere Länder auszulagern, kommt für die Familie Berger nicht in Frage.

Zukunftsträchtig
Dem Trend der Zeit, weniger Zucker zu konsumieren, gesünder und bewusster zu leben, können die Bergers sogar etwas abgewinnen: „Natürlich versucht man, Zucker zu reduzieren, wo es möglich ist. Aber man sollte ihn nicht ganz verteufeln. Langfristig ist es in jedem Fall das Ziel, den Zuckeranteil zu senken. Unsere Produkte haben ohnehin schon seit langer Zeit einen sehr hohen Kakaoanteil, sogar bei der Vollmilchschokolade“, gibt sich Hubert Berger trendbewusst. So haben zum Beispiel auch vegane Produkte mit Mandel- und Kokosmilch Einzug gefunden in das Sortiment von Berger Feinste Confiserie.

Hubert Berger sieht diese Trends als Vorteil: „Der Trend geht dahin, weniger zu naschen, aber dafür auf gute Qualität zu achten.“ Und seine Frau ergänzt: „Genießen gehört dazu, man muss sich doch auch einmal etwas Gutes gönnen!“