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Visualisiertes Temperament – olé!

Text: René Herndl

Fotos: René Herndl

Cupra ist als Marke eigentlich nur ein Ableger der Marke Seat, hat sich bislang auch optisch an die Modelle der Markenmutter angelehnt. Der Formentor als eigenständiges Modell geht jedoch neue Wege, vor allem hinsichtlich Design und Anspruch.

Man  nehme den riesigen Baukasten des Mutterkonzerns VW, kombiniere geschickt die diversen Einzelteile und verkleide das Ganze mit einem attraktiven, dynamisch geformten Blechkleid, und schon hat man ein neues, modernes Auto, das letztlich in allen Motor- und Antriebsvarianten (Leistungsspektrum von 110 bis 228 kW (150 bis 310 PS) alle Ansprüche dieser Klasse erfüllen kann. So jedenfalls stellt sich der Formentor der jungen Marke Cupra vor, auch schon mit dem Einstiegsmodell, das mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) und einem Drehmoment von 250 Newtonmetern auch optisch Freude bereitet.

Dabei lässt sich der 1.5-Liter-TSI wahlweise mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe oder wie  im Testwagen einem 7-Gang-DSG kombinieren, das den Spurt auf 100 km/h in 8,9 Sekunden und eine Maximalgeschwindigkeit von 203 km/h ermöglicht. Das reicht locker für flotte Fortbewegung der spürbar sportlicheren Art, ist doch das Fahrwerk und die Dämpfung auf der eher sehr straffen Ebene angesiedelt. 

Fesch und sportlich

Der äußerliche Auftritt ist der eines SUV-Coupés, das sich sehr deutlich von den meisten anderen dieser Klasse unterscheidet, ist es doch mit der gestreckten Linie und der niedrigen Dachhöhe fast flach und näher an einer Limousinenform. Gelungen! Auch innen zeigt sich der Formentor aufgeräumt und gut ausgestattet, man sitzt auch gut in der ausreichend konturierten Sitzgelegenheit. Die Materialien sind ordentlich verarbeitet und in einer Qualität, die einen sauberen aber strapazierbaren Eindruck hinterlassen, nicht luxuriös aber dennoch haptisch angenehm. Die Platzverhältnisse sind im Rahmen des Üblichen, nur der Kofferraum ist eher bescheiden – außer man legt die zweite Sitzreihe um.

Die Instrumente samt Bildschirm sind praktisch und übersichtlich, die Bedienfläche etwas gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt schlüssig. Wie fast bei allen Marken sind manche Assistenzfeatures schlicht überflüssig, ja es nervt mitunter, wenn man auf dem Display lesen muss, dass man den „Fuß vom Gas“ nehmen solle. Wer keinen Führerschein hat, sollte ohnehin kein Auto in Betrieb nehmen dürfen! Und für Führerschein-lotterie-gewinner gilt das ebenso, auch wenn man mitunter glauben muss, es gäbe solche. Der Formentor ist also ein Auto für aktive Fahrer, also solche, die sich eher am Spaß am Fahren orientieren.

Fahraktiv und günstig

Letzteres ist auch an der Abstimmung des sportiven Spaniers abzulesen, egal ob Fahrwerk, das Bodenbeschaffenheit und Umgebung leider auch akustisch spiegelt, oder die  verschiedenen, selbst wählbaren Fahrprofile, die etwa Gasannahme oder die Intensität der Lenkunterstützung, wie auch bei der DSG-Version die Schaltkennlinien, die an die persönlichen Befindlichkeiten angepasst werden kann. Den Fahrer-Typ freut so etwas.

In der Gesamtschau leistet sich der Formentor keine wirklichen Schwächen, er ist attraktiv und wird in allen Bereichen dem sportlichen Image der jungen Marke gerecht, das Fahrerlebnis ist auch in der Basisversion mehr als dynamisch. Dazu hat letzterer ein agiles Triebwerk und ist mit einem durchschnittlichen Verbrauch von effektiven 6,9 Litern Super-Sprit auch als sparsam zu bezeichnen. Und der Preis? Vergleichsweise günstig!

Zudem sollte man auch wissen, dass es den Formentor auch als Diesel oder mit Hybridantrieb gibt, also für jeden motorischen Geschmack. Feines Auto. Macht Freude.

Cupra Formentor 1.5 TSI 150 PS DSG

Basispreis: € 36.122,- Testwagen: € 43.408,38