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Sport für bescheidene Puristen

Es gibt sie noch – jene Autos, die einen nicht immer und überall ungefragt mit ihrer Konnektivität in Beschlag nehmen wollen, sondern ganz einfach zum Selber-Fahren da sind. Der Suzuki Swift Sport ist so ein Auto.
Ein Artikel von René Herndl

140 PS bei nur 970 Kilogramm! Das verspricht zumindest schon wegen des Kraft-Gewicht-Verhältnisses eine gewisse Dynamik. Und es erinnert ein bisserl an die Tugenden alter Sportler, die ähnliche Daten zu bieten hatten. Auch optisch tritt der Sport-Swift dynamischer auf als der Basis-Swift, samt Bauteilen, die die Aerodynamik verbessern. Dazu kommen noch ein großer Wabenkühlergrill, 17 Zoll große Leichtmetallfelgen und die Doppelauspuffanlage.

Fotos: Suzuki

Fotos: Suzuki

Dass der Swift Sport kein langsamer Kleinwagen ist, suggeriert er dem Fahrer schon beim Einsteigen: Sportsitze mit Stoffbezug und hohen Seitenwangen gegen die Querbeschleunigung. Naja, der in die Rückenlehne gestickte Schriftzug „Sport“ wäre nicht notwendig gewesen, die Verkleidungen im Innenraum bestehen aus Hartplastik, machen aber trotzdem einen soliden Qualitätseindruck. Ein paar rote Dekore vermitteln zusätzliches ein sportliches Ambiente, genauso wie auch die roten Ziernähte an allen Textilien. Der Tacho ist zweigeteilt und zeigt die Werte klassisch über Rundinstrumente an. Passend dazu ist auch der Drehzahlmesser rot hinterlegt, das Infotainment wurde grafisch nicht überarbeitet und bietet die von Suzuki gewohnte Benutzeroberfläche. Das Bluetooth-Infotainment-System des Swifts spielt dennoch alle Stückerln, die Mensch braucht. So weit, so gut.

Flotter Fahrspaß zum Sparpreis
Der Suzuki Swift Sport fährt sich extrem agil, ist aber kein Krawallbruder! Anstelle des 1,6-Liter-Vierzylindersaugers im Normalo-Swift treibt hier ein 1,4-Liter-Turbo die Vorderräder an. Der leistet 140 PS, ist also nur geringfügig stärker als der Vorgänger, liefert jedoch deutlich mehr Drehmoment – 230 statt 160 Nm. Und das geringe Gewicht macht sich ebenfalls bemerkbar: In 8,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, schafft er 210 km/h Spitze. Dabei hängt er stets bissig am Gas, reagiert spontan und das fein abgestufte Sechsgang-Handschaltgetriebe macht richtig Spaß. Eine Überraschung gibt‘s beim Fahrwerk: Sport bedeutet beim Swift nicht zugleich hart. Der Japaner ist eher ein komfortabler Sportler, der auch auf längeren Strecken entspannt zu bewegen ist. Er rollt geschmeidig ab, nur gröbere Querfugen und Gullideckel sind doch spürbar – und auch hörbar. In den Kurven ist der Suzuki leicht beherrschbar, lenkt sauber ein und im Extremfall untersteuert er in Richtung Kurvenrand. Natürlich sind auch moderne Helferlein mit an Bord, etwa ein Spurhalteassistent oder eine Dual-Sensor gestützte, aktive Bremsunterstützung. Viele Bedienelemente sind über den Touchscreen in der Mittelkonsole zu finden, aber die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Einziger Wermutstropfen ist der etwas aufdringliche Auftritt in Gelb mit schwarzen Streifen – aber die Folierung kann man ja entfernen (lassen).
Kurzcharakteristik des Swift Sport: Praktischer Alltagssportler mit großem Spaßfaktor zum günstigen Preis!

Der-neue-SWIFT-SPORT

Swift Sport

  • Motor: 1,4 Boosterjet, 1.373 cm³
  • Leistung: 103 kW (140 PS) bei 5.500 U/min
  • Kraftstoffverbrauch: 5,6 l/100 km (kombinierter Testzyklus)
  • Preis: ca. € 21.990,-

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