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„Man darf sich auf einiges gefasst machen!“

Ab 5. Oktober wird es schrill im Salzburger Landestheater: Die „Rocky Horror Show“ zieht ein und wird das Publikum von den Stühlen reißen. Während der Proben dazu trafen wir Sebastian Smulders, den Darsteller des Rocky, zum Interview.
Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Du kommst gerade von der Probe zu „The Rocky Horror Show“, die am 5. Oktober am Salzburger Landestheater Premiere feiert. Welchen Bezug hast du zu Rocky, den du darin verkörperst? Wie wirst du ihn darstellen?
Rocky ist das Geschöpf von Dr. Frank’n’Furter, der sich sein Idealbild von einem Mann erschafft. Was er dabei wahrscheinlich nicht bedacht hat, ist, dass er trotzdem ein menschliches Wesen ist.
Rocky kommt auf die Welt und ist im Körper eines erwachsenen Mannes gefangen. Er weiß überhaupt nicht, wie es auf der Welt zugeht. Er entdeckt das erst nach und nach.“

Was ist bei dieser Rolle die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist bei Rocky, dass er sehr, sehr wenig Text hat. Davon abgesehen kann er sich nur über seinen Körper äußern und die Herausforderung ist es, dies trotzdem zu zeigen, auch wenn man das Mittel des Wortes nicht zur Verfügung hat. Man muss sehr wach bleiben und immer reagieren.

Erzähl uns mehr über die „Rocky Horror Show“, kannst du schon Einblicke in die Inszenierung geben?
Die „Rocky Horror Show“ ist natürlich Kult. Wir haben uns bei vielen Dingen vom Film inspirieren lassen. Es gibt ja eine Film- und eine Bühnenversion. Wir haben also viele Inspirationen aus dem Film genommen und drehen das Ganze trotzdem nochmals durch den Fleischwolf. Vom Look wird es anders sein. Wir werden viele Sachen wieder erkennen, aber die Kostüme sind teilweise sehr gewagt und man kann sich da auf einiges gefasst machen, das kann ich schon mal sagen.
Wie immer wird es viel nackte Haut geben, grade bei Rocky…Ich glaube, mein Kostüm kann man ja schon mal verraten: Das ist nicht viel, außer Haut und einer kleinen Shorts.
Was bei der Inszenierung interessant sein wird für die Zuschauer: Wir haben Fan Bags – und alles, was darin enthalten ist, darf man auch benützen! Mitmachen ist absolut erwünscht!

Wie glaubst du, wird das Salzburger Publikum die „Rocky Horror Show“ aufnehmen?
Das wird spannend. „Rocky Horror“ spielt mit Extremen, mit dem Absurden und viel Erotik. Was das angeht, bin ich natürlich sehr gespannt, wie das Publikum reagiert.

_MG_6643Für dich ist es ja eine „Rückkehr“ nach Salzburg, hast du doch bereits 2011 hier am Landestheater den Rolf Gruber in „The Sound of Music“ gespielt. Wie hast du Salzburg in Erinnerung?
Ich hab immer super gerne da gespielt. Es war damals ein Traum für mich, nach Salzburg zu kommen mit dieser Produktion: „The Sound of Music“ in Salzburg zu machen, das war natürlich der Hammer.
Ich fand Salzburg vom ersten Moment an traumhaft, allein von der Gegend her. Ich weiß, dass ich damals dachte, das ist so surreal und es ist immer noch so. Ich liebe es, hier zu spielen. Die Stadt, die Atmosphäre hier, diese Mischung aus klein und gemütlich und gleichzeitig sehr kosmopolitisch. Ich habe ja jetzt die Festspielzeit zum ersten Mal miterlebt – das ist schon Wahnsinn, was hier abgeht. Sehr international, wenn man auf einmal mit Christoph Waltz zusammen im Café Bazar  sitzt.

Im Laufe deiner Karriere hast du schon viele Stationen absolviert, viele Bühnen bespielt und besungen. Wie bist du zum Musicaldarsteller geworden?
Ich bin tatsächlich ganz auf dem ordinären Weg dazu geworden. Ich habe das nie als Berufsziel gesehen, aber hab in der Schulzeit schon festgestellt, dass es mir Spaß macht und mir gedacht, ich versuch einfach mal die Aufnahmeprüfung, mal gucken, was passiert. Es klappte und so ging es dann nach Berlin an die Universität der Künste.

Wie ist die Leidenschaft für gerade dieses Genre in dir geweckt worden?
Ich hab tatsächlich immer gesungen, teilweise hab ich schon gesungen, bevor ich sprechen konnte, glaube ich. Und ich wollte Schauspieler und Sänger werden. Aber die Ausbildungsplätze waren immer entweder für Schauspieler oder für Sänger, das sind komplett eigene Studiengänge. Und so kam ich auf Musical, weil das das Ganze ein bisschen vereint.
Ich sehe mich heute in erster Linie als Schauspieler, der sich auch der Mittel des Gesangs und des Tanzes bedienen kann. Und das ergibt eine richtig krasse Bandbreite an Möglichkeiten. Ich mache auch Sprechtheater und wechsle immer gern, lass mich nicht gern in eine Schublade stecken!

Salzburger Landestheater
Schwarzstraße 22, 5020 Salzburg
Tel. +43 (0) 662 / 87 15 12 -222, www.salzburger-landestheater.at

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