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Reiselustiger Prinz

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Zum ersten Mal überhaupt fand Anfang März eine Welt-tourismus-Konferenz der UN in Deutschland statt. In Berchtesgaden trafen sich internationale Experten, um über Chancen und Herausforderungen für den Bergtourismus zu diskutieren. Ehrengast war Luitpold Prinz von Bayern, der Urenkel des letzten bayerischen Königs. In der theoretischen bayerischen Thronfolge steht er an Platz zwei. Der 68-Jährige braut fleißig Bier – ihm gehört die König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg – und er hat jahrzehntelang das Kaltenberger Ritterturnier organisiert.

Als Geschäftsmann kommt Luitpold Prinz von Bayern viel rum in der Welt, insbesondere in Osteuropa und Asien, aber auch privat ist er gerne und rund um den Erdkreis unterwegs. „Ich war gerade erst in sechs Ländern in elf Tagen. Es gibt kaum eine schönere Kulisse als den Himalaya“, sagt er. Seiner Heimat und den bayerischen Bergen ist er trotz großer Reiselust tief verbunden. „Meine Familie hat mich diesbezüglich geprägt.“ Marie Prinzessin von Preußen und Königin von Bayern gilt als die erste bayerische Alpinistin. Sie ließ sich eine eigene Kleidung zum Bergsteigen anfertigen und stand 1854 auf dem Gipfel des 2.713 Meter hohen Watzmanns. Marie hätte auch liebend gerne als erste Frau die Zugspitze bestiegen, das aber verbat ihr Ehegemahl Maximilian II. Erst nach dessen Tod bezwang sie Deutschlands höchsten Berg – als achte Frau.

„So fantastisch die Plätze woanders auch sind, die Gebirgsgebiete in Kasachstan beispielsweise, was es dort aber nicht gibt, sind diese alten Kulturlandschaften wie unsere Almflächen, die durch Be- und nicht durch Überweidung entstehen, wie anderswo“, schwärmt Prinz Luitpold von Bayern.

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