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Aperschnalzen: Oane, zwoa, drei

Ein Artikel von Bernhard Robotka

Das Aperschnalzen gibt es im Rupertiwinkel schon seit über 200 Jahren. Urkundlich erwähnt wurde der Brauch erstmals 1810. Wahrscheinlich ist das Aperschnalzen sogar noch älter, Hinweise aus dem Walser Ortsteil Gois stammen sogar von 1730. Über die Bedeutung finden sich mehrere Auffassungen: Die meistverbreitete ist, dass mit dem Lärm der Goaßln der Winter und damit die bösen Mächte der Finsternis und Kälte vertrieben werden sollen. Überlieferungen von Bauern sagen aber auch, dass es sich beim Aperschnalzen um einen Fruchtbarkeitsbrauch handelt. Durch das Peitschenknallen soll die Saat unter der eisigen Schneedecke zu neuem Leben erweckt werden. Eine dritte Meinung ist, dass es sich bei dem Schnalzen um ein Verständigungsmittel während der Pestzeit gehandelt hat. Wie auch immer, die Tradition des Schnalzens ist über die Jahrhunderte erhalten geblieben und fest im Vereinswesen verankert. Und das Aperschnalzen wurde mittlerweile auch zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO anerkannt.

Geschnalzt wird in den Gemeinden entlang der Grenzflüsse Saalach und Salzach und zwar in der Zeit zwischen dem Stephanitag am 26. Dezember und dem Faschingsdienstag. Eine Schnalzerpass besteht meist aus neun Personen. Das Schnalzen ist keine reine Männerdomäne mehr, sondern ist auch für Frauen offen. Den Auftakt zum Schnalzen für seine Gruppe macht der „Aufdraher“ mit dem Kommando „Aufdrahd, oane, zwoa, drei dahin geht’s“. Die Passen treten zweimal beim Preisschnalzen an. Zuerst beim örtlichen Gemeindeschnalzen und dann am Sonntag vor dem Faschingssonntag beim salzburgisch-bayerischen Rupertigau-Preisschnalzen. Dort geht es dann nicht nur um die Wandergoaßl, Medaillen und Pokale, sondern in erster Linie um das Prestige.

Die erfolgreichsten Passen kommen aus Wals-Siezenheim, die seit fünfzehn Jahren in Folge immer den Titel in die Flachgauer Gemeinde holten. Ob die Serie hält, wird das 66. Rupertigau Preisschnalzen am 24. Februar in Bergheim zeigen. Dort werden dann rund 130 Passen in der Allgemeinklasse gegeneinander antreten.

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