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Kolumne: Nur Meinereiner

Eine Kolumne von Nur Meinereiner,
Autor, Mentalcoach SQ

Gleichgültigkeit – Hornhaut der Seele?

Wird Gleichgültiges immer gültiger? Ist Gleichgültigkeit bewusste und gewollte Resignation?
Unsere gesellschaftliche Veränderung strahlt Gleichgültigkeit aus und wird zur humanen Katastrophe. Die logische Reaktion darauf ist Teilnahmslosigkeit – und die ist eine Vorstufe zur sozialen Verblödung. In scheinbarem Wohlstand lassen sich die Menschen im Gefühl einer imaginären Zufriedenheit und dem Zustand der Gleichgültigkeit ganz leicht zum eigenen Schafott-Termin führen, um erst dann zu protestieren, wenn das Fallbeil schon unterwegs ist.
Der Grat zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit ist ziemlich schmal geworden und die geistige Deformiertheit wächst zusehends.
Es ist sehr traurig und ein wenig angsteinflößend, zu sehen, wie viele Menschen es gibt, denen es absolut egal ist, von nichts eine Ahnung zu haben und vorgefertigte Meinungen gedankenlos zu übernehmen, ohne irgendwas zu hinterfragen oder überhaupt zu fragen. Schweigen kann heutzutage Übereinstimmung, Ablehnung, Dummheit und/oder Weisheit bedeuten.
Und so wird Gleichgültigkeit auch nur zu einem Trittbrett der Verachtung und zur Wurzel von Verfallserscheinungen. Die logische Reaktion darauf ist dann die völlige Teilnahmslosigkeit.
Das höchste Maß an Gleichgültigkeit ist die gleichgültige Begegnung mit ihr selbst, die nur von der ewigen Gelassenheit der Toten am Friedhof übertroffen wird. Ich glaube, dass wir uns mehr Sorgen darüber machen müssen, dass Apathiker auch nicht harmloser sind als Fanatiker und so verkommt die Gleichgültigkeit lediglich zur stillen Unterstützung. Sie ist die ideale Brutstätte für Unfrieden und man wird täglich gut damit versorgt.
Die Gleichgültigkeit ist nicht gleich, sie ist gültig.
Notrufnummer: 08 15

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