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Mehr Kitze vor dem Mähtod retten

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Rehkitze, aber auch andere Wildtiere sind bei der Heumahd besonders gefährdet. Sie können von den Mähwerken erfasst und verletzt oder getötet werden. Eingedämmt werden kann der „Mähtod“ beispielsweise durch den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras. Aus der Luft wird früh am Morgen und vor dem Mähen die Wiese gescannt. Dann ist der Boden noch kalt und das Rehkitz kann aufgrund seiner Körperwärme aufgespürt und in Sicherheit gebracht werden.
Weitere Rettungsmethoden von Rehkitzen sind gezielte Störungen des Muttertiers vor dem Mähen mit Hilfe von Wildscheuchen. Deren Lärm bewirkt, dass sich Reh und Nachwuchs eine andere Bleibe suchen und die betreffende Wiese meiden. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium schafft demnächst 800 solcher Wildscheuchen für knapp 100.000 Euro an, die dann flächendeckend in ganz Bayern verteilt werden sollen. Außerdem kündigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Vor-Ort-Termin in Schneizlreuth im Landkreis Berchtesgadener Land einen neuen „Mäh-Knigge“ an. Die Informationsschrift fasst Handlungsempfehlungen für eine tierschonende Mahd zusammen und richtet sich an alle verantwortlichen Bewirtschafter, Dienstleister und Jäger. Es werden beispielsweise Mahdtechniken und deren Auswirkungen auf die Wildtiere erklärt. „Obwohl unsere Landwirte bestens ausgebildet sind, will der ein oder andere vielleicht doch einmal etwas nachschlagen“, so Kaniber. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Schäden an den Wildtieren zu vermeiden.“ Deswegen untersucht ein Forschungsvorhaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft auch noch zusätzlich die Effizienz von Drohneneinsätzen.

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Fotos: Kathrin Thoma-Bregar

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