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Kunst in Salzburg

Ein Kommentar von Johanna Penz
Gründerin und Direktorin der ART SALZBURG CONTEMPORARY

Salzburg gilt weltweit als DIE Stadt der Kunst. Das ist nichts Neues. Kunst- und Kulturliebhaber treffen auf eine erfrischend extravagante und außergewöhnliche Stadt. Internationale Galerien, versteckt in Salzburgs verwinkelten malerischen Gassen, das Museum der Moderne mit seinen Standorten Rupertinum und Mönchsberg, die private Initiative der Salzburg Foundation, welche hochkarätige internationale Gegenwartskunst u.a. von Marina Abramovic, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, James Turrell, den österreichischen Paradekünstlern Brigitte Kowanz und Erwin Wurm, oder die Sphaera von Stephan Balkenhol am Kapitelplatz, liebevoll „Balkenhol-Mozartkugel“ genannt – um nur einige zu nennen – inmitten der Salzburger Altstadt öffentlich zugänglich macht, zeichnen nur einen rudimentären Ausschnitt des Salzburger Kunstangebotes ab. Salzburg zieht die Kunst an wie ein Magnet.
Für die junge bildende Kunst bietet das zumindest Orientierungshilfen. Kritik? Besser, diese durch Wünsche zu ersetzen. In der Hoffnung, dass diese Wünsche von vielen getragen werden. Einer davon ist, dass der jungen Kunst in ihrem Wesen und in der Breite noch mehr als bisher der entsprechende Wert und die erforderliche Wertschätzung entgegengebracht werden möge, dass junge Künstler frei, abseits von Mainstream und kommerziellen Zwängen, ihre eigene Ausdruckform finden und damit ein neues Kraftfeld schaffen können.
Nicht allein der einsame Adler am Himmel sollte im Fokus stehen. Auch jenen, die auf dem Weg sind, das Fliegen zu lernen, sollte Luft unter ihren Flügeln verschafft werden. Die junge Kunst braucht Neugier ihrer Betrachter, Motivation und positive Teilhabe. Raum für ihre intellektuelle Expansion mitten in der Gesellschaft der Stadt Salzburg.

Ich möchte betonen, dass es schon einige sehr bemerkenswerte Initiativen zur Förderung von Nachwuchskünstlern bzw. der freien Kunstszene in Salzburg gibt; man denke nur an die Kunsthilfe Salzburg oder den Salzburger Kunstverein im Künstlerhaus mit seinem unnachahmlichen Flair. Sehr erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch der Projektraum periscope oder die durch die Kunsthistorikerin Anita Thanhofer geführten Galerienrundgänge in der Stadt Salzburg mit einem starken Fokus auf der jungen Kunstszene.
Die Gesellschaft bringt also den Mut auf, der jungen Kunst den Weg in ihre gestalterische und gestaltende Freiheit zu ebnen – getreu Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes „die Kunst ist frei“, den man dergestalt ergänzen möchte, dass die Kunst die Reife und Bereitschaft der Gesellschaft spiegelt, jedem Künstler das Recht auf Darstellung seiner Anliegen zu bewahren.

Auch die ART SALZBURG CONTEMPORARY versucht eine Brücke herzustellen zwischen den Werken jener Künstler, die schon ganz oben angekommen sind, und den Jungen, die beide hier auf der Kunstmesse eine Bühne haben sollen. Mein Wunsch für die Kunst in Salzburg ist, dass die Menschen die Anziehung des Neuen spüren und mit Lust entdecken wollen, welche Kraft aus diesem Spannungsfeld des Etablierten im Kontext mit der jungen Kunst ausgeht. Die ART SALZBURG CONTEMPORARY vom 27. bis 29. September 2019 soll wieder einen Beitrag leisten, dass die junge Kunst in Salzburg ihr Publikum findet. Mitten in der Stadt der Kunst.

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