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Kolumne: Franz Winter jun.

Eine Kolumne von Franz Winter jun.,
Fiakerunternehmer in Salzburg

Flecken bringen Glück

Mehrere Male im Jahr kommt es vor, dass wir einen Heiratsantrag mit der Kutsche fahren dürfen. Die jungen heiratswilligen Männer haben da auch immer wieder so einige Wünsche, z.B. eine Rundfahrt mit „zufälligem“ Stopp am Leopoldskroner Weiher – wo ein Strauß roter Rosen mit einer Flasche Sekt wartet, dazu im Hintergrund die Lieblingsmusik der Angebeteten läuft; und das alles mit Blick auf Schloss Leopoldskron. Manchmal warten Sekt und Blumen auch schon in der Kutsche…

Einen dieser Heiratsanträge werde ich nie vergessen: Der junge Mann war sehr nervös! Ausgemacht war, dass er einen Hinweis geben würde, wo genau es ihm für den Antrag am besten passt. So ging die Fahrt erst durch die Altstadt, durch die Neustadt, dann entlang der Salzach – und endlich war es soweit: Der junge Fast-Bräutigam gab den Hinweis zu halten, damit er die Frage aller Fragen stellen könnte.
Unter dem Vorwand, den wunderbaren Blick auf die Festung genießen zu wollen und genau hier ein schönes Erinnerungsfoto zu schießen, wurde die Angebetete aufgefordert, die Kutsche zu verlassen. Gesagt, getan! Das Paar stieg aus und der junge Mann ging vor ihr auf die Knie – punktgenau mitten in eine Wasserlacke und das in seiner schönen, weißen Sommerhose!
Aber: Ohne eine Miene zu verziehen, stellte er seine Frage, die ihm umgehend positiv beantwortet wurde. Nur die Hose war natürlich dann, zumindest für diesen Abend, nicht mehr zu gebrauchen.

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