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Lesezeit: 4 Minuten

Herdenlethargie oder die absolute Kapitulation im CO2-Wahnsinn!

Text: Stephan Kaindl-Hönig

Fotos: Stephan Kaindl-Hönig

Kennen Sie das? Sie befinden sich in einem nächtlichen Traum und greifen in diesem nach etwas, was Ihnen gehört, Ihnen zusteht und sich logischerweise nicht Ihrem Ergreifen entziehen darf und kann, aber dennoch können Sie es nicht fassen. Trotz größtem Bemühen und härtester Anstrengung bleibt es Ihnen um eine Fingerlänge verwehrt, bis Sie die totale Verzweiflung aus dem Schlaf reißt und in die Realität führt.

Genau so kommt es mir seit Jahren vor, mich fälschlich und nicht enden wollend in einem Traum zu befinden, der mich in dieser Situation gefangen hält.

Es zählt zu neuer, moderner, ja geradezu „gehypter“ Tugend und zeugt von tadelloser Integrität, alle Aussagen nur mehr bestens akkordiert nach außen zu tragen und dem Volk zu präsentieren, denn jegliche Form von Streit vermag nunmehr ausschließlich der Schublade des Proletariats zugeordnet zu sein, auch wenn selbst dieses das Spiel längst durchschaut hat und sieht, dass es trotz der gut gespielten PR-Auftritte die Handelnden ob ihrer Gegensätze innerlich zerreißt.

Heutzutage ist Diskussion gleich Streit, Uneinigkeit bedeutet Unprofessionalität. Diskurs, Ethik oder die Fähigkeit, neue Erkenntnisse und bessere Wege zu realisieren, sie anzuerkennen und diese auch zu gehen, werden mit Schwäche gleichgesetzt.

Warum macht niemand mehr den Mund auf, dass der einzige globale Fokus, in Richtung E-Mobilität zu gehen, falsch ist? Wir schaffen uns damit ein gewaltiges Nadelöhr, nicht nur hinsichtlich Infrastruktur, sondern vor allem von den Ressourcen, die für diese Akkus nur begrenzt verfügbar sind, die sich hauptsächlich China und wenige andere gesichert haben und deren Gewinnung letztlich das E-Fahrzeug nicht wirklich besser macht, weder von der CO2-Bilanz, geschweige denn vom Thema Recycling.

Mit welcher Borniertheit und Verantwortungslosigkeit kann man dazu einfach schweigen? Es zählt ausschließlich das Gesamtergebnis, alles andere ist schlichtweg falsch. Es ist Fakt, Strom in der Mobilität ist nicht gleichzusetzen mit massiver CO2-Reduktion und das ist längst zur wissenschaftlichen Grundlage geworden.

Hallo, Ihr verantwortlichen Entscheidungsträger, Ihr müsst jetzt die Weichen neu stellen und dort investieren und forschen lassen, wo die Gesamtbilanz unserem Planeten hilft!

Die Fahrzeugindustrie muss Milliarden in E-Neuentwicklungen investieren. Die ganze Branche – vom Zulieferer bis hin zu den Händlern und Werkstätten – muss mit gewaltigen Veränderungen kämpfen, sich völlig neu ausrichten und was ist dann?

Was ist dann, wenn die Entscheider endlich auf das reagieren, was wir allesamt längst wissen?

Was ist dann mit den bis dahin verschwendeten Milliarden und dem bis dahin nur verlagerten brutalen CO2-Ausstoß bei der Rohstoffgewinnung, u. a. für die Sondermetalle der aktuellen Akku-Generationen? Warum denkt keiner global und warum nutzt man zwischenzeitlich nicht gemeinsam die Gelder für die wirklich großen CO2-Sünder wie beispielsweise für die Schwerölsituation in der Schifffahrt, bis beim Thema Fahrzeug die richtigen Lösungen klar definiert sind? Wir haben doch sowieso nur EINEN Luftraum, also ein gemeinsames Ziel! Hier fängt der wahre Umweltschutz an, nicht bei der derzeitigen Herdenlethargie und dem Anheben der Spritpreise um 50 Cent bis 2025.

Es gibt einige wirkliche Alternativen, die zwar zukünftig für die staatlichen Einnahmen nicht so greifbar sein würden wie Elektro, aber dies auch nur auf den ersten Blick, wenn man die neuen heimischen Märkte nicht erkennt: Wir haben grandiose Möglichkeiten mit synthetischen Treibstoffen wie Biomethanol, der in etwa 1/3 Kraftstoff und 2/3 hochwertigen Presskuchenabfall für die Futterindustrie abwirft und sogar aus Mischkulturen der heimischen Landwirtschaft erzeugt werden kann (vergleichen Sie mit derzeit 100 % Import von fossilen Kraftstoffen).

Was ist mit Erdgas als Kraftstoff mit Direkteinspritzung, was mit zusätzlicher Abgasrückführung zur Eindämmung der Stickoxide oder mit OME auf Methanolbasis als sauberer Ersatz von Dieselkraftstoff, bei dem u. a. die TU München am Campus Straubing in ihrer Forschung schon sehr weit fortgeschritten ist und ab 2022 in Produktion gehen will? Was ist mit Synthesegas, das noch viel unabhängiger ist und an beliebigen Orten erzeugbar wäre? Oder Wasserstoff zumindest für LKWs?

Fazit: Hier gehören die Milliarden investiert und dies muss den wirklich besten und nachhaltigsten Mix an Energieformen ergeben. Sobald Elektro aufgrund anderer Rohstoffe die Gesamtbilanz gelöst hat, haben wir alles erreicht, nämlich eine bunte Palette an heimischen und globalen Lösungen und das ohne neue Abhängigkeiten!

Der Verbrennungsmotor ist keinesfalls schlecht, sondern nur das, was man reinfüllt. Der Elektromotor ist CO2-neutral, aber nur wenn die Akkus andere Rohstoffe benötigen als bisher.

Bitte helfen Sie mit, das Gespräch zu eröffnen!

Herzlichen Gruß,

Stephan Kaindl-Hönig
Herausgeber