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Lesezeit: 8 Minuten

Brustkrebs! Frauen machen Mut.

Text: Christa B.

Fotos: Sabine Hauswirth/Krebshilfe

„Ich geh leben. Gehst du mit?“ (Christa B.)

Meine erste Krebsdiagnose (Gebärmutterhalskrebs) erhielt ich 1996 mit 39 Jahren. 2003 fand man zwei Tumore in der linken Brust. 2006 ging es mir schon eine Weile nicht gut. Ich fühlte mich schwindlig, erschöpft, schwach. Eines Tages brach ich in der Früh im Badezimmer zusammen und wurde ins Spital gebracht: Krebs zwischen Magen, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse und Galle. Und Darmkrebs auch noch. Da zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Um mich drehte sich alles und ich hatte einen Nervenzusammenbruch. Es folgte eine 10-Stunden-OP. Mein Mann erzählte mir viel später, dass er während meiner OP ein Gespräch von Ärzten mitangehört hatte, indem sie der Meinung waren, dass ich das Spital nicht lebend verlassen werde. Aber: ich bin aufgewacht und habe überlebt! In den ersten Wochen verlor ich 40 kg, weil ich ständig an Übelkeit litt. Dann folgten 16 Zyklen Chemotherapie. 2007 wurden bei der Mammografie wieder zwei Tumore, diesmal in der rechten Brust entdeckt. Wieder Operation und Strahlentherapie. Aber wieder freute ich mich, als ich munter wurde, dass meine Brüste noch da waren. 2009 fanden die Ärzte ‚etwas‘ in der Lunge. Ich war daraufhin damals bei einem wirklichen Kapazunder in der Privatordination und werde das Gespräch nie vergessen. Er: ‚Wann war die OP?‘ Ich: ‚Welche?‘ Er: ‚Krebs‘. Ich: ‚Welcher?‘. Er: ‚Brust‘. Ich: ‚Welche? Gott gab mir 2‘ – Da kam er mit seinem Kopf hinter dem Computer hervor. Zwei Tage später wurde ich operiert. Es folgte wieder Chemo mit allem, was leider dazugehört.

Dem Krebs ein Lächeln entgegenhalten
In all den Jahren meiner ‚Krebsgeschichte‘ hatte ich großes Glück. Glück, dass alles immer so schnell ging und ich nicht viel zum Nachdenken kam. Und Glück mit meiner Familie und mit Freundinnen. Auch meine Enkel spielen für mich eine große Rolle. Ohne sie wäre vieles anders gewesen. Ich wollte erleben, dass sie in den Kindergarten, in die Schule kommen. Ich wollte da sein, wenn sie aufwachsen. Ich ließ sie von Anfang an ‚mitleben‘, erklärte ihnen, warum ich keine Haare habe und keine Brüste. Laurin (damals 5) wollte sogar einen Kleber erfinden, mit dem man Brüste wieder ankleben kann, um dann wieder gut und weich auf ihnen liegen zu können.

Bis heute sehe ich das Glas immer halb voll und nicht halb leer. Ja, man muss auf seine Grenzen achten und akzeptieren, dass manches nicht mehr geht. Aber vieles geht immer noch! Und ich denke mir jeden Tag in der Früh, wenn ich aufwache: Juhu, ich bin noch da.

Christa B. möchte vielen anderen krebskranken Frauen Mut machen.
Die Österreichische Krebshilfe hat dazu ein Buch gestaltet: Mutmacherinnen, Amazing Media, ISBN 978-3-20007184-1. Der Reinerlös geht an die Österreichische Krebshilfe zur direkten Hilfe und Unterstützung von Brustkrebspatientinnen.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Neben der großen PINK RIBBON Aktion setzt die Österreichische Krebshilfe mit der Initiative ‚Meta-Mädels‘ erstmals in Österreich auch ein spezielles Angebot für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs um. „Diese Frauen befinden sich oft in einer psychisch und physisch besonders belastenden Situation. Die Aussicht auf Heilung ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft leider nicht möglich, sie stehen meist unter Dauertherapie, die Angst um die Gesundheit und das Leben ist ständiger Begleiter. Wer aber glaubt, dass diese wunderbaren Frauen ihren Lebensmut und Lebenswillen verloren haben, irrt gewaltig! Wir ermöglichen einen Austausch untereinander, mit Ärzten und anderen Experten. Wir schaffen Momente des Durchatmens und sorgen so für mehr Wohlbefinden im Alltag“, erläutert Krebshilfe Präsident Univ.-Doz. DDr. Anton-H. Graf.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich selbst Hilfe benötige?
„Wichtig ist uns, dass wir leicht und gut erreichbar sind. So sind wir in allen Bezirken des Bundeslandes mit einer Beratungsstelle vertreten. Und sollte man nicht zu uns kommen können, kommen wir mit unserer mobilen Beratung auch nach Hause zu den erkrankten Menschen. Das Allerwichtigste ist aber, dass man Kontakt zu uns aufnimmt. Das ist für viele Menschen die größte Hürde. Ich kann aber versichern, dass wir uns über jeden Anruf freuen und uns immer bemühen, rasche Hilfe anzubieten. Wir beantworten Fragen, helfen psychologisch bei der Verarbeitung der Krebserkrankung, wir helfen finanziell, bieten Workshops und Kurse an und informieren zudem in zahlreichen Infobroschüren über Krebs und den Umgang damit. Ebenso helfen wir mit medizinischen Zweitmeinungen“, so Graf.

Beratungstelefon (0662-873536) oder Email: beratung@krebshilfe-sbg.at

Spenden helfen beim Leben
Um ihre kostenlosen Leistungen anbieten und helfen zu können, ist die Krebshilfe Salzburg auf Spenden angewiesen.

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Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.krebshilfe-sbg.at | www.pinkribbon.at