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Anisus, der Sumpffluss

Ein Artikel von Bernhard Schlag

Mit Recht und aus eigener Erfahrung lässt sich sagen, dass der Sumpffluss aus dem Pongau zu den reizvollsten Naturlandschaften in Österreich zählt. Mit 254,15 km ist er nicht nur der längste Binnenfluss Österreichs, sondern hat auch eine zentrale Rolle in der salzburgischen, steirischen, oberösterreichischen und niederösterreichischen Landesgeschichte. Der ursprünglich keltische Name Ani (ano, sumpfig) entwickelte sich zum römischen Anisus, woraus über Anesis und Enisa im Lauf der Zeit der heutige Name der Enns entstand.
Ihre Quelle („Enns-Ursprung“) liegt in den Radstädter Tauern am Fuß des Kraxenkogels auf rund 1750 m Höhe. Nahe Altenmarkt biegt die Enns nach Osten ab in den Ennspongau. Weiter fließt der Sumpffluss durch das Steirische Ennstal in Schladming, Liezen und Admont. Oberösterreich erreicht sie an der Einmündung des Laussabachs, um in der alten Eisenstadt Steyr die Grenze zwischen Oberösterreich und Niederösterreich zu bilden. Dort verlässt die Enns schließlich die Alpen, tritt in das Alpenvorland ein und mündet wenige Kilometer nördlich der Stadt Enns in die Donau.
Von alters her war die Enns wichtig für den Alpentransit, wodurch zahlreiche Handels- und Verkehrsorte im Ennsgebiet entstanden. Ging in der Bronzezeit der Salzhandel südwärts, führte seit den Römern der Handel mit dem begehrten Eisen Richtung Norden zur Donau. Die Enns war somit eine der wichtigen innerösterreichischen Transitregionen für das Eisen des Erzbergs und den benachbarten Eisenwurzen, den „Waffenkammern des Kaisers“.
Die Enns gilt „noch“ als Geheimtipp für Naturbegeisterte und Genießer mit einem breiten Angebot an Radtouren und Bootsabenteuern.

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