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Zurück in die Zukunft mit Holz

Holz ist en vogue! Kein Wunder, denn das Angebot ist groß. Und: Das favorisierte Material bietet jede Menge Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung.
Ein Artikel von Maria Riedler
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Foto: simmer2208 – fotolia.com

Die Nachfrage nach Wohnen mit Holz ist groß und wächst kontinuierlich“, freut sich logischerweise der Innungsmeister der Tischler und Holzgestalter in Salzburg, Herbert Sigl. „Ich war gerade bei einer Möbelmesse und konnte dort wieder den Trend zu qualitätsvollem Wohnen mit Vollholz erkennen.“
Elegant, natürlich rustikal oder puristisch modern – Möbel, Böden, Wände und Accessoires aus Holz bringen die Natur ins Haus und geben jeder Einrichtung den letzten Schliff.
Einrichten ohne Holz ist kaum vorstellbar, denn das Material besticht durch seine natürliche Optik, seine Vielfältigkeit und die hervorragenden Eigenschaften. Holz ist natürlich schön und durch seine verschiedenen Farbtöne und Maserungen strahlt es Wärme und Wohnlichkeit aus. Holz schafft ein entspanntes Ambiente und bildet einen Ruhepol im hektischen Alltag. Und: Aufgrund der leichten Bearbeitung und der langen Lebensdauer gilt Holz oft als Lieblingsmaterial für Möbel.
Unter anderem auch deshalb ist in der Tischlerbranche ein Aufwind zu beobachten, auch wenn es „in den letzten Jahren eine starke Spezialisierung der 749 Salzburger Betriebe gab“, erklärt Sigl, „wie etwa auf Türen-, Böden-, Möbel- oder Fensterherstellung.“

Individuelle Wohnlösungen
Während Möbel „von der Stange“ überall zu sehen sind, können vom Tischler perfekt auf die Raumsituation angepasste, langlebige Stücke jedweder Stilrichtung kreiert werden. Für Kunden hat der Weg zum Tischler vor allem den großen Vorteil, dass man sich nicht mit bereits vorgefertigten Möbelstücken begnügen muss, weiß der Innungsmeister. Mithilfe des Tischlers können die eigenen Vorstellungen und Wünsche zu 100 Prozent erfüllt werden.
Fix eingebaut oder als besonderes Einzelstück erhöhen individuelle Möbelstücke die Wertigkeit eines Raumes und sorgen für qualitätsvolles Wohnen mit allen Sinnen. „Dank exakter Planung und sorgfältiger Ausführung wird jedes unserer Projekte von einem Mitarbeiter oder einem kleinen Team betreut, das von A wie Ausmessen bis Z wie Zusammenbau vor Ort verantwortlich ist.“ Der Experte weiter: „Handwerkliche Perfektion ist die eine Seite, die persönliche Materialwahl die andere.“ So können Möbel aus Vollholz, oder ein Materialmix aus Holz und Metall, sowie interessante Maserungen und schöne Furniere in moderner Farbgebung verarbeitet werden.
„Stark ist der Trend zu Massivholz, ob für Inneneinrichtung, Böden, Küche oder Badezimmer.“ Badezimmer? „Ja, auch im Bad ist Holz längst Trend, denn Holzmöbel sind feuchtigkeitsbeständiger. Dazu kommen Möbel mit speziellen Beschichtungen. Holz wird schließlich seit Jahrzehnten auch im Fenster- und Türenbau sowie für Fassaden eingesetzt, wo Holz weitaus größeren Einflüssen durch Feuchtigkeit ausgesetzt ist als in jedem Bad.“ Neben konstruktivem Holzschutz kommt es besonders auf den Einsatz der richtigen Holzart an.
Nadelhölzer sind im Badezimmer wenig geeignet. Eiche oder Robinie hingegen sind von Natur aus sehr widerstandsfähig gegenüber Wasser, und können daher gut für den Bau von Möbeln aus Holz im Badezimmer oder auch für Dielenböden verwendet werden.

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Positives Raumklima
Neben Design und Individualität sprechen vor allem zwei weitere Faktoren für den Werkstoff Holz: Seine Langlebigkeit und die positive Beeinflussung des Raumklimas. Massives Holz gelte als besonders gesundheitsverträglich und verbessere das Raumklima, sagt Herbert Sigl. „Holz nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Zimmerluft auf und gibt diese bei trockener Umgebungsluft wieder ab.“ Holz leitet Wärme nicht besonders gut, darum fühlen sich Wände und Böden aus Holz immer angenehm warm an.
Während in den vergangenen Jahren vor allem Lackoberflächen und das Zusammenspiel von Materialien wie Holz mit Stein, Glas oder Metall im Trend lagen, steigt jetzt wieder die Nachfrage nach „Holz pur“. Die Rückkehr zu mehr Natürlichkeit ist für viele Menschen das Bekenntnis zu einer nachhaltigeren Lebensweise, die auch beim Wohnen ihren Ausdruck findet. Viele Menschen legen gesteigerten Wert darauf, Möbel mit unbedenklicher Lackierung oder Bezüge mit möglichst geringen chemischen Ausdünstungen zu besitzen.
Untersuchungen aus verschiedenen Ländern legen nahe, dass Möbel aus Holzarten mit hohem Harzgehalt positive Effekte für Herz und Blutdruck haben. In Zimmern mit Massivholzmöbeln würde zudem „das Stressempfinden ähnlich stark reduziert, wie bei einem Spaziergang in der Natur“. Besonders fürs Schlafzimmer sei deshalb der Trend nach hochwertigen Massivholzarten am stärksten.
„Vor 20 Jahren wurde Holz zumeist noch importiert, das hat sich erfreulicherweise geändert“, so Sigl. Beliebt sind alle inländischen Holzarten wie Eiche, Esche, Buche, Fichte oder Lärche. „Auch aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung hat Holz einen Vorteil. Es gab einmal die Überlegung, in gewerblichen Küchen Holz – wie etwa die Verwendung von Holzjausenbrettern – zu verbieten.
Doch dann wurde in verschiedenen Studien festgestellt, dass Holz eine antibakterielle Wirkung hat. Und der Vergleich zum Kunststoff sprach für sich: auf Kunststoff bilden sich 1.000 Mal so schnell Bakterien wie bei Holz.“

Vielseitiges Holz
In ästhetischer Hinsicht ist Holz ungemein vielseitig. Je nach Art und Farbe kann Holz ein anderes Ambiente schaffen – vom gemütlichen Landhaus bis zum puristisch modernen Stil. Durch seine natürliche Ausstrahlung kann Holz, vor allem in Kombination mit anderen Naturmaterialien wie Steinen oder Leder, selbst strengen Räumen etwas Wohnliches verleihen. Dabei harmoniert helles Holz gut mit hellen, freundlichen Farben und dunkles Holz besonders gut im Akkord mit Schwarz oder gedeckten Tönen wie Grau, Khaki oder Braun.
Von der starken Nachfrage profitieren nicht nur große Möbelproduzenten, sondern auch die vielen kleinen Familien-Tischlereien in Salzburg. Sie haben die Kunst der Verarbeitung des Holzes bewahrt, das jahrhundertelang der Werkstoff war, aus dem Betten, Tische, Stühle, Schränke und Truhen gefertigt wurden. „Massivholz ist ein großes Thema für Ess-, Wohn- und Schlafzimmer“, weiß der Schwarzacher Tischlermeister Wolfgang Holzer. In seinem Betrieb wird noch die komplette Palette des Tischlerhandwerks angeboten. „Für Massivholz spricht hier einfach die gute Qualität.“
„Etwa 10-15 Prozent wird durch die inländische Möbelindustrie abgedeckt. Nur bei den Küchenherstellern ist es mehr. Der große Vorteil beim Tischler ist, dass er nach einer exakten Planung herstellt. Sowohl für die Planung als auch für die Fertigung stehen modernste High-Tech-Maschinen und Computerprogramme zur Verfügung“, schildert Innungsmeister Sigl.

Herbert Sigl; Foto: Franz Neumayr

Herbert Sigl; Foto: Franz Neumayr

„Für Holz spricht seine Langlebigkeit und die positive Beeinflussung des Raumklimas. Massivholzmöbel sind pflegeleicht. Auf Vollholz erfolgt keine elektrostatische Aufladung des Staubs, daher ziehen diese Möbel Staub nicht so schnell an.“
Herbert Sigl, Innungsmeister der Tischler und Holzgestalter in Salzburg

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