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Wohntrends – Wie wir heute wohnen

Neben der guten Lage einer Immobilie liegt vor allem die perfekte Ausstattung im Trend.
Ein Artikel von Maria Riedler

Sagen Ihnen die Begriffe „Cocooning“ oder „Hygge“ etwas? Nein? Gemeint ist der Trend zur Häuslichkeit. Der Wunsch, sich ins gemütliche Idyll der eigenen vier Wände zurückziehen und eine entspannte Zeit mit den Liebsten verbringen zu können – genau das spielt für die Österreicher eine immer größere Rolle. Ob viel oder wenig Wohnfläche zur Verfügung steht, ist für diesen Trend nicht entscheidend.

Wunsch nach Besitz
Wohnen hat in Österreich einen hohen Stellenwert. Der Mehrheit ist es dabei wichtig, ein Eigenheim zu besitzen, für jeden Fünften ist das sogar sehr wichtig. Am stärksten ausgeprägt ist der Wunsch, die Immobilie nicht nur zu bewohnen, sondern auch zu besitzen, bei den 30- bis 39-Jährigen, aber auch die Generation Y (unter 30 Jahren) steht hier kaum nach. „Doch die Realität zeigt oft ein anderes Bild“, so Markus Friesacher von Friesacher Immobilien. „Eigentum zu schaffen, das wird in unserer Zeit immer schwieriger.“ Er beobachtet daher einen starken Trend zu Mietwohnungen und hier wiederum eine große Nachfrage für Wohnungen im städtischen Bereich. „Gute Infrastruktur und Verkehrsanbindung hat hohe Priorität.“

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Smart Homes
Mit einem Fingerwisch das Licht im Haus dimmen oder die Solaranlage kontrollieren: Digital gesteuerte Wohnungen oder Häuser sind immer mehr im Kommen. Neben der guten Lage liegt vor allem die perfekte Ausstattung im Trend. Komfort durch Technik – Stichwort Smart Homes – gewinnt zusehends an Bedeutung: Staubsaugerroboter, Spracherkennungen und App-Steuerung unter anderem für Licht, Jalousien und Alarm finden verstärkt Einzug in die heimischen vier Wände. Vor allem junge Mieter und Käufer legen auch Wert auf eine gute Internetanbindung, niedrige Energiewerte und autarkes Wohnen durch
Alternativenergien. Ein wesentlicher Trend ist das innovative Wohnen, das heißt auf allen Ebenen nachhaltig.
Es soll Menschen, Ideen und Technik vernetzen – wozu es gute Architektur braucht. Oder flexible und durchdachte Grundrisse, sodass etwa ein Haus auch in 100 Jahren noch seinen Wert hat. Vielfach liegt das Augenmerk auf Gesundheit und Komfort, das heißt beste Luftqualität, Reduktion von Lärm und ein angenehmes Raumklima. Dies erleichtern eben effiziente und innovative Haustechnik, erneuerbare Energien und Baustoffe.

Foto: Günter Menzl - fotolia.com

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Wohnen im Grünen
Gerade beim Thema Eigentum – bedingt auch durch die Kosten – geht ein klarer Trend zum Wohnen im Grünen. Hier legen die Menschen viel Wert auf Individualität. In den Städten steigen die Grundstückspreise, auch die Zinsen für Baukredite ziehen an. Wohneigentum ist für viele junge Familien trotzdem das vorrangige Ziel. Die Menschen sehnen sich nach ruhiger, grüner Umgebung, nach mehr Raum für jedes Familienmitglied, eigenem Anbau und Einkauf direkt vom Bauern, mehr Sicherheit, vertrauensvollem Nachbarschaftskontakt und leistbarerem Wohnen und Leben. Häuser und Wohnungen aus zweiter Hand sind oft wesentlich günstiger als Neubauten.

Angebot – Nachfrage
Auch wenn kräftig gebaut wird – das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher. Häuser verteuerten sich österreichweit. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede, besonders teuer kommen Häuser in Salzburg, wo die Preise 2016 noch einmal um 3,9 Prozent auf durchschnittlich 2.738 Euro pro Quadratmeter stiegen.
Das Reihenhaus ist daher seit Jahren beliebt und hat den unschlagbaren Vorteil, dass es auch auf ein kleines Grundstück passt und zu geringeren Baukosten als ein Einfamilienhaus zu haben ist. Ein Reihenhaus steht an zwei Seiten auf der Grenze und muss keine Mindestabstände einhalten wie etwa ein freistehendes Gebäude. Das spart Baugrund und bares Geld in der Anschaffung.
Früher wurde ein Reihenhaus oft sehr simpel mit nur einer trennenden Wand zwischen den Häusern gebaut. Dadurch konnte es im Reihenhaus unerwünscht laut werden, weil der nötige Schallschutz zum Nachbarn fehlte. Dieses Problem ist heute passé. Längst wird im Reihenhaus auf eine moderne Schallisolierung und einen hohen Baustandard geachtet.

Foto: McCube Homes
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Trends bei Mietwohnungen
Leistbarkeit ist und bleibt das Schlagwort. Zwar bleiben die Klassiker unter den Trendwohngebieten immer hoch im Kurs. Doch aufgrund der Lebenskosten steigt auch die Nachfrage nach Wohnen etwas außerhalb der Stadt.
Dabei, so schätzt man, bleiben mittelgroße Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 75 Quadratmetern weiterhin im Trend. Neu ist allerdings, dass sich kleine Wohnungen in Hochhäusern und Objekte mit moderner, extravaganter Architektur immer größerer Beliebtheit erfreuen. 41 Prozent hätten kein Problem damit, prinzipiell allein zu wohnen.
Auch nach der Erwerbsphase will die überwiegende Mehrheit (93 Prozent) im eigenen Haushalt oder maximal in einer betreuten Siedlung wohnen. Das zeigt die aktuelle, große Studie „Wohnen im Wandel der Generationen“, die die Integral Markt- und Meinungsforschung für Immobilien Scout24 durchgeführt hat.
Hoch im Kurs bleibt weiterhin der Single-Haushalt. Dabei strebt die Gruppe der rund 18 bis 30-Jährigen, die sogenannte Generation Y, nach individuell gestaltbaren Lebensräumen, möglichst mit Freifläche.

Wohnwünsche alterslos
Einen weiteren, klaren Trend gibt es bei Immobilien auch bei einem Mehr zu Gemeinschaftsflächen auf hohem Niveau. Dazu gehören Arbeiten und Wohnen in einem bzw. Angebote, die man im Haus mitnutzen oder dazubuchen kann, etwa Gemeinschaftsanlagen wie z.B. Fitnessräume.
WG oder gemeinschaftliches Wohnen ist selbst für Jüngere nicht im Trend. Bei älteren Menschen ist das Seniorenheim das absolute und klare Schlusslicht, gerade einmal jeder Vierte findet diese Wohnform für das höhere Alter interessant. Alternative Wohnformen sind aber keine Frage des Alters oder der Generationen. Junge Menschen haben ähnliche Wohnwünsche wie ältere.

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Gesucht werden vor allem Immobilien, die eine gute Infrastruktur und Lebensqualität in der näheren Umgebung bieten. Dazu gehört die Nahversorgung genauso wie die Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln, Kindergärten oder Schulen. Gefragt sind für den Kauf eher finanzierbare, kleinere Immobilien. Bei den größeren Objekten gibt es ein gutes Angebot, jedoch wird aufgrund der höheren Kaufpreise häufig gemietet.
Hans Trauner, Verkaufsleiter, s REAL Salzburg

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Foto: Herbert Maier

Berufliches Kurzzeitwohnen ist ein Trend. Die Gesellschaft wird mobiler und flexibler und Salzburg ist ein Platz für viele inter-nationale und kulturelle Unternehmen. Eine Wohnung auf Zeit hilft nicht nur den Wohnraumsuchenden, sondern ist auch für Eigentümer eine flexible Art der Vermietung. Im Unterschied zu anderen Online-Plattformen betreuen wir Kunden und Vermieter persönlich und direkt.
Herbert Maier, Geschäftsführer, Kurzzeitwohnen Salzburg

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Foto: Friesacher Immobilien

Mein Tipp an Eigentümer von Immobilien, die ans Verkaufen in absehbarer Zeit denken, wäre: Sie sollten die derzeitige sehr positive Marktsituation jetzt nutzen. Die Nachfrage nach Immobilien ist auf einem historischen Höchststand und die Finanzierungsmöglichkeiten für Käufer sind so günstig wie nie – wer weiß, wie lange das noch so bleibt!
Markus Friesacher, Friesacher Immobilien, Anif

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