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Wo bleibt die direkte Demokratie?

Ein Artikel von René Herndl

Seit sehr vielen Monaten tobt vor allem im Flachgau der Kampf der Meinungen rund um eine geplante 380-kV-Strom-Freileitung. Hier wird beschuldigt, geschimpft und die Gesundheit beschworen, nicht aber irgendwann einmal mit Fakten argumentiert.

Die Gegner sind klar: Hier die besorgten Bürger, die keinesfalls unter oder neben einer 380-kV-Leitung leben wollen, dort die Stromversorger, die Politik und die Wirtschaft, die vor einer Mangelversorgung „warnen“. Klar, es ist für unmittelbare Nachbarn einer solchen Leitung schwer, sich mit der nachweisbaren Gesundheitsgefährdung abzufinden, was natürlich von den Netzbetreibern heftigst bestritten und relativiert wird. Andererseits wird genau von den Stromerzeugern und den Netzbetreibern, die meist in öffentlichem „Besitz“ stehen, eine private oder regionale Stromautarkie zwar nicht offiziell hintertrieben – aber das Monopol muss erhalten werden. Die ersteren regen sich über die Gefahren für Leib und Leben auf, telefonieren aber eifrig mit ihren „Handys“, tragen sie permanent bei sich und fordern aus Umweltgründen E-Mobilität, die wiederum in ihrer Wirkung auf die Insassen nicht einmal diskutiert wird.

Die Verlegung der Stromautobahn – deren Sinn auch erst einmal hinterfragt werden muss – unter die Erde wäre ein klassisches Beispiel für einen Anlass, die Bürger, die ja indirekt die Eigentümer der Netzbetreiber bzw. Errichter sind, zu befragen und so eine Entscheidung herbeizuführen. Egal wie viel es kostet, weil am Ende zahlt sowieso der Verbraucher, da er sich gegen jene, die ihm eigentlich verantwortlich sind, nicht wehren kann, egal ob diese in der Stromgesellschaft oder in der Politik bestimmen. Wo bleibt die Demokratie?

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