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Wir ziehen raus

Wer einen Garten besitzt, hat alles was er braucht, heißt es. Dabei kommt es nicht auf die Größe an. Selbst ein blühender kleiner Balkon oder eine Terrassen-Oase machen Freiluft-Fans glücklich.
Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden wärmen und zartes Grün sprießt, wird wieder gegraben, gesät, gepflanzt. Wer einen ganz neuen Garten anlegen möchte, muss sich jetzt entscheiden: naturnah oder urban, üppig oder dezent, Zierpflanzen oder Gemüsebeete oder von allem etwas? Für den bunten Farbrausch bietet sich ein Blumengarten voll Staudenbeete an, in dem je nach Saison Blüten für Üppigkeit und Romantik sorgen.

Foto: Christoph Winkelmann

Foto: Christoph Winkelmann


Fotos: MariaSbytova; ThomBal - fotolia.com

Fotos: MariaSbytova; ThomBal – fotolia.com

Das Kontrastprogramm dazu: moderne, schlichte Kiesgärten. Dafür werden die Flächen gejätet und eingeebnet, bevor sie mit einem UV-stabilen und wasserdurchlässigen Vlies ausgelegt werden. So kann kein Unkraut wachsen. Um Pflanzen einsetzen zu können, schneidet man mit einem Messer kreuzförmig das Vlies an den gewünschten Stellen ein. Kräuter wie Lavendel, Thymian oder Rosmarin vertragen Hitze und Trockenheit und eignen sich hervorragend für ästhetische Kiesgärten, genauso wie Astern- oder Sonnenhutsorten.
„Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Garten zu gestalten, das hängt auch davon ab, wie er genutzt werden soll: Soll er einsichtig sein, der Erholung dienen oder ein Familiengarten sein?“, weiß Gartenbaumeister Christoph Winkelmann aus Elsbethen.

 

Fotos: TuTheLens - fotolia.com; Dennis Savini - Feuerring

Fotos: TuTheLens – fotolia.com; Dennis Savini – Feuerring

Der Garten wird zur Wohnung
Garten- und Balkonbesitzer leben im Sommer praktisch outdoor. Das fängt mit dem Frühstück an und endet mit dem Sundowner. Allerdings machen ein paar Stühle und Tische noch lang keinen lauschigen Sitzplatz. Der ist besonders schön, wenn er einen freien Ausblick in den Garten ermöglicht, in die Landschaft oder auf das Haus und gleichzeitig vor Blicken von außen geschützt ist. Damit das Mobiliar nicht wackelt, sollte die Oberfläche von Platten und Pflastersteinen eben und rutschfest sein.

Foto: Pia Clodi

Foto: Pia Clodi

Bei den Gartenmöbeln lässt sich ein klarer Trend festmachen, sie nähern sich von der Optik her immer mehr den Möbeln aus dem Innenbereich an. Die Zeiten von klapprigen Plastikstühlen und fleckigen Tischen ist passé. Florian Schrems, von „Schrems. Die Garteneinrichtung“ aus Hallwang: „Es dominieren großzügige Sitzlandschaften aus wetterfesten Materialien. Beliebt ist der Modern Country Style, der sich in der natürlichen Materialauswahl von Holz oder Stein wiederspiegelt. Seine moderne Formsprache hebt sich aber deutlich vom altbackenen Landhausstil ab.“

Biogarten Balkon

Foto: Aycatcher - fotolia.com

Foto: Aycatcher – fotolia.com

Ein Balkon ist zwar deutlich kleiner als ein Garten, er kann aber genauso einladend sein. Aus einem tristen Balkon ein lebens- und liebenswertes Örtchen zu machen, ist ganz einfach. Auch hier gilt, sich erst einmal klar darüber zu werden, wie der Balkon genutzt werden soll. Zum Relaxen? Dann braucht es Liegen oder eine Lounge-Ecke. Zum Essen? Dann empfiehlt sich eine Sitzgruppe mit Tisch und Stühlen. Klappbare Möbel sind wahre Platzwunder und ideal für den Minibalkon. Pflanzen und Blumen verschönern jeden Freisitz und das gilt vor allem in der Stadt. Anspruchslos, schnell wachsend und vor allem pflegeleicht sind neben Sukkulenten auch Sorten wie Clematis und Efeu oder Kapuzinerkresse. Die wird einfach in den Blumenkasten gesät, sieht toll aus und schmeckt auch noch köstlich. Sein eigenes Obst und Gemüse kann man nämlich auch in der Stadt anbauen. „Urban Gardening“ heißt das Konzept, nach dem kleine Kräuter- und Gemüsebeete überall einen Platz finden. Tomaten, Salat, Karotten, Gurken, Radieschen, Zucchini oder Erdbeeren wachsen im Balkonkasten genauso gut wie im Freilandbeet und sind auch noch vor gefräßigen Schnecken geschützt. Weil Urban Gardening bei jungen Stadtmenschen angesagt ist, haben immer mehr Anbieter vertikale Pflanzsysteme im Sortiment, zum Beispiel hängende Töpfe, Pflanztaschen oder stapelbare Topfmodule.

Foto: www.kaindl-hoenig.com

Foto: www.kaindl-hoenig.com

So sehr Pflanzen und Menschen die Sonne auch lieben, wenn es auf dem Balkon oder der Terrasse zu heiß wird, tut Schatten gut. Pergola, Segeltuch, Sonnenschirme und Markisen – die Auswahl ist groß. „Eine hohe Stoffqualität zahlt sich aus, vor allem bei Rot, Gelb oder Blau. Billige Stoffe bleichen oft schon nach wenigen Wochen aus. Hinweise wie „UPF 80“ bescheinigen einen ausgezeichneten Sonnenschutz“, erklärt Wolfgang Kraibacher von SWK Sonnen- und Wetterschutzanlagen Krai-
bacher in Anthering.

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Foto: Photographee.eu – fotolia.com

Es darf auch leicht gehen

  • Ganz ohne Pflege kommt kein Garten aus. Diese Tipps reduzieren den Arbeitsaufwand.
  • Bodendecker sehen gepflegt aus und machen nahezu keine Arbeit.
  • Hochwertiges Rasensaat wächst langsamer und dichter und spart Mähgänge.
  • Rasen lässt sich am Rand leichter mähen, wenn rundherum ein fester Belag anschließt, der etwas tiefer liegt.
  • Mit mehrjährigen Stauden wie Pfingstrosen spart man sich alljährliche Neupflanzungen.
  • Eine Schicht aus Rindenhäcksel oder Kies verhindert das Aufkeimen von Unkraut.
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Fotos: christine; He2 – fotolia.com

Lieblinge der Saison

Egal ob im Garten oder auf dem Balkon, up to date sind Sukkulenten. Ihr bizarres Aussehen und ihre Genügsamkeit machen sie zum beliebten Hingucker. Sukkulenten wachsen auch dort, wo es sonst kaum eine andere Pflanze aushält. Sie stammen aus trockenen Regionen der Erde, wo nur ein gutes Wassermanagement das Überleben sichert. Ihre dicken Blätter sind Wasserdepots für den Notfall, so dass sie auch lange Dürreperioden überstehen. Sukkulenten, zu denen auch Aloe Vera und Heidekrautgewächse gehören, verschönern fade Dächer und wachsen sogar senkrecht an Mauern.

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Foto: aufgetischt – fotolia.com

Wer liebt wen?

Bei Pflanzen ist das so wie bei Menschen: den einen mag man und den anderen kann man nicht ausstehen. Rosen und Salbei sind ein Herz und eine Seele, auch Lavendel passt gut zu der Schönen mit den Dornen. Buschbohnen stehen auf Erdbeeren, dafür kann Kopfsalat gar nicht mit Tomaten. Krisenfrei sind Paarungen wie Kletterrosen und Clematis. Haben sie sich einmal aneinander gewöhnt, bleiben sie viele Jahre zusammen. Das mit dem Mögen gilt auch für Kräuter: Grundsätzlich sollten einjährige Kräuter und zwei- oder mehrjährige Kräuter nicht nebeneinander gepflanzt werden. Besser ist, wenn jede Kategorie unter sich bleibt, denn die mehrjährigen Sorten mögen es gar nicht, wenn sie jedes Jahr einen anderen Nachbarn haben.
Dafür gedeihen einjährige Kräutersorten besser, wenn sie im nächsten Jahr einen neuen Standort erhalten.

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Fotos: anphotos99; unpict – fotolia.com

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