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Wir wollen nach Paris!

Paris: Stadt der Liebe. Coco Chanel, Croissants, Mona Lisa, Moulin Rouge. Fünf Buchstaben und das Kopfkino rattert. Einmal da gewesen zu sein, reicht nicht. Die Hauptstadt der Franzosen macht süchtig.
Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Nirgends sei Frankreich französischer als in Paris, heißt es. Lässig sind die Menschen hier, elegant und mondän. Der Chic der Pariserinnen wird verehrt. Ganze Bücher widmen sich ihrem Stil: „À la parisienne“ bedeutet kunstvoll zerzaustes Haar, freizügiges Leben, Lässigkeit. Paris gehört zu den meistbesuchten Städten der Welt. Und es ist die am dichtesten besiedelte Großstadt Europas. Franzosen aus dem ganzen Land zieht es in die Metropole. Aber die Wohnungen sind rar und astronomisch teuer. „Chambre de bonne“ heißen die ehemaligen Dienstmädchenzimmer, winzige Einzimmer-Wohnungen, die sich traditionell im letzten Stock eines Hauses befinden. Aber egal wie klein, Hauptsache man ist in Paris.

20 Stadtteile

Foto: Uta Zschiesche-Voss

Foto: Uta Zschiesche-Voss

Pariser orientieren sich in ihrer Stadt anhand der 20 Arrondissements. Sie reihen sich wie eine aufgedrehte Spirale und von innen nach außen im Uhrzeigersinn um Paris. In welcher Nummer man wohnt, sagt viel darüber aus, was man sich leisten kann.

Und wie man leben will. Während sich im Westen eher die Reichen tummeln, liegen die gemischteren Gegenden im Osten. Außerdem teilt die Seine die Stadt in zwei Hälften: Rive Droite ist das rechte, buntere Flussufer. Rive Gauche das gediegenere, linke mit den Vierteln Quartier Latin, Saint-Germain-des-Prés, Montparnasse und der Universität La Sorbonne. Traumhaft nächtigt man im Little Palace Hotel, im 3. Arrondissement, rechts der Seine (4, Rue Salomon de Caus, 75003 Paris). Die Zimmer in dem üppig verzierten Jahrhundertwende-Haus haben einen kleinen Balkon oder Terrasse. Die Glasveranda im Erdgeschoss im Stil von 1900 steht unter Denkmalschutz.

Auf Amélies Spuren

Touristenfreie Zonen gibt es in Paris nicht. Aber jede Menge versteckte Ecken, ruhige Straßen und Flair. Mit seinen kleinen Gassen und den uralten, abgewetzten Kopfsteinpflastern, die den Hügel hinaufführen, war Montmartre früher ein kleines Dorf. Es hat weit mehr zu bieten als den Sacré Coeur oder den Place du Tertre. Etwas abseits spaziert man im wohl schönsten Stadtteil an winzigen Boutiquen, Häuschen und Gärten vorbei. Hier drehte Jean-Pierre Jeunet seine „Fabelhafte Welt der Amélie“. Im „Café des 2 Moulins“ in der Rue Lepic sitzen Amélie-Fans und prüfen, ob alles in echt so ist wie im Film. (15, Rue Lepic, 75018 Paris, durchschnittliche à la carte Preise: 20 bis 40 Euro)

Kein Sonntag ohne Brunch

Foto: Markus Gruber

Foto: Markus Gruber

Wer es den Einheimischen gleichtun will, fährt in Paris mit der Métro, geht am Samstag ins Kino und am Sonntag zum Brunch. Frankreich steht für Esskultur. Die Franzosen legen viel Wert darauf, sich Zeit zu lassen und die Pariser sowieso, beim Kochen und beim Essen. Mehrgängige Mittags- und Abendmahlzeiten sind normal. Mit Croissant und Café au Lait fällt das normale Frühstück weniger üppig aus. Beim Brunch biegen sich dafür die Tische: Quiche Lorraine, Crêpes, Zitronen-Tartelettes, Apfelpaste mit Ziegenkäse. Die Pariser haben den Brunch zwar nicht erfunden, aber zu ihrer liebsten Sonntagsbeschäftigung erkoren. Das Highlight unter den vielen Brunch-Adressen: La Bellevilloise in Belleville, im Nordosten von Paris. Die „Halle aux Oliviers“ ist lichtdurchflutet und mit Olivenbäumen dekoriert. Hier finden Ausstellungen, Konzerte und sonntags ein Jazz-Brunch mit Live-Musik und einem riesigen Buffet statt. (19-21, Rue Boyer, 75020 Paris, Tel. 01 46 36 07 07, www.labellevilloise.com, circa 28 Euro/Person, unbedingt reservieren)

Im Angebot schwelgen

Foto: Yoshi Keller

Foto: Yoshi Keller

Für ihren Wochenend-Einkauf müssen die Pariser bald aus den Federn, denn es geht auf den Markt. Wer noch etwas Anständiges abbekommen möchte, sollte dort am frühen Vormittag aufschlagen, je eher desto besser. Über 200-jährige Tradition hat der Marché d‘Aligre im Zentrum der Stadt. Hier reiht sich ein Meer von Ständen aneinander und in der großen Markthalle findet man wirklich alles. (Place d‘Aligre, 75011 Paris, Métro-Station: Ledru-Rollin)

Das bekannteste Kaufhaus in Paris ist die Galeries Lafayette. Hier gibt es, was Gourmets und Modefreaks begehren. Eine riesige Auswahl, dargeboten in imposanter Atmosphäre mit Jugendstil-Glaskuppel, von erschwinglichen Dingen bis zu wahren Luxusartikeln. (40, Boulevard Haussmann, 75009 Paris)

Übrigens: Es ist Zeit, sich von dem Vorurteil, Pariser würden sich hartnäckig weigern, Englisch zu sprechen, zu verabschieden. Pariser sprechen Englisch wie jeder Österreicher auch. Nämlich abhängig davon, wie gut sie es können.   

Das sollte man wissen:

  • Für Anrufe aus dem Ausland: Vorwahl Frankreich 0033 und die 1 für Paris.
  • Auskunft vor Ort: Office de Tourisme de Paris, 127, Champs-Élysées, Tel. 01 49 52 53 54, täglich 9 – 20 Uhr.
  • Internet: www.franceguide.com
  • Mobil mit der Métro: Wer die Métro häufiger nutzen möchten, bucht das Touristenticket „Paris Visites“, einen Zehnerpack (carnet) oder eine Wochenkarte, erhältlich in allen U-Bahnhöfen.
  • Gratis Aussicht: Nicht weniger beeindruckend als der Blick vom Eiffelturm, dafür aber kostenlos, ist die Sicht aus der siebten Etage des Kaufhauses „Printemps“, 164, Boulevard Haussmann, 75009 Paris.
  • Adressen für Kaffeejunkies: Für Schnäppchenjäger unter den Pariser Kaffeetrinkern führt die Stadt Paris
    70 Adressen auf, wo der Kaffee höchstens einen Euro kostet. www.paris.fr.
  • Freie Kunst und Kultur: Immer am ersten Sonntag des Monats ist der Eintritt in alle Dauerausstellungen der staatlichen Museen frei. In Kirchen wie der Kathedrale Notre Dame gibt es täglich kostenlose Führungen und manchmal sogar Konzerte. Opern- und Theater-Fans können jeweils am Aufführungstag an der Abendkasse Sonderpreise ergattern.

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