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Winterwandern mal ganz anders

Ein Artikel von Andrea Kocher

Die Gegend um den Passeggen, einem Wald- und Wiesengebiet auf der Anhöhe vor Tamsweg, ist ein naturbelassener Ort. Und ein sehr spezieller. Kein Wunder, haben sich hier in der Zeit ab dem 15. Jahrhundert doch unheimliche Dinge ereignet: Es wurden hier grausame Urteile verkündet, Hinrichtungen durchgeführt. Kurzum: Der Passeggen ist die noch bekannteste Richtstätte im Lungau und einstiger Schauplatz von Zaubereiprozessen und Hexenverbrennungen.
Von diesen düsteren Zeiten erzählt heute ein eigener Themenweg. Während des Rundweges durch den Wald, für den man gut eineinhalb bis zwei Stunden Gehzeit rechnen muss, werden an verschiedenen Stationen die einstigen Gegebenheiten dargestellt. Schautafeln geben Aufschluss über die für heutige Verhältnisse so unglaublich menschenverachtende Gerichtsbarkeit. Mittelpunkt des „Richtstättenweges“ und tragisches Denkmal sind die eigentliche Richtstätte sowie die Brandstätte, die man abseits des Hauptweges mitten im Passeggenwald findet. Diese waren einst letztes Ziel von Menschen, deren Taten als Zauberei und Hexerei abgehandelt wurden. Bei der Richtstätte erinnert eine Gedenktafel jenen vierzig Personen, deren Leben hier qualvoll ein Ende bereitet wurde. Vierzig Namen stehen da, von manchen ist die Herkunft nicht bekannt, auch nicht das Alter. Erschaudern lässt den Geschichtsinteressierten vor allem der Name Lorenz Süeß, 11 oder 14 Jahre alt war er, als er hingerichtet wurde.
Ja, der Passeggen ist wirklich ein ganz besonderer Platz. Und wenn sich in der Winterzeit dann auch noch Frost und Finsternis über den Wald legen, beeinflusst dies noch mehr die Stimmung. Wer sich dennoch „traut“: Ab 26. Dezember, jeweils am Mittwochabend, kann der düsteren Geschichte auch mit fachkundiger Begleitung nachgegangen werden. Bei den „mystischen Wanderungen am Richtstättenweg“, organisiert vom TVB Tourismus Lungau.

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