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Wie man sich bettet…

Jeder zweite Erwachsene schläft schlecht. Gesunder Schlaf ist jedoch für das allgemeine Wohlbefinden überaus wichtig. Ausreichend Schlaf steigert die Konzentration und sorgt für Entspannung – wenn man das richtige Bett, die richtige Matratze hat! Neben ganz persönlichen psychischen Faktoren gehören aber auch Umwelteinflüsse dazu, die den Schlaf beeinflussen.

Schlaf ist ein Grundbedürfnis, das wir noch regelmäßiger befriedigen müssen als Essen und Trinken. Schlaf sollte Erholung für Körper und Geist bedeuten! Der Organismus schaltet den Stoffwechsel einen Gang zurück, Wachstumshormone bauen Muskelkraft und Knochendichte auf, Reparaturstoffe regenerieren die Haut, das Immunsystem tankt neue Kraft – normalerweise. Allerdings leiden zahlreiche Menschen unter Schlafstörungen beziehungsweise haben Schwierigkeiten beim Einschlafen. Häufig ist Stress die Ursache bei Einschlafproblemen. Wir hangeln uns zwischen Reizüberflutung und kurzen Nächten durchs Leben und wundern uns, dass wir schlecht schlafen, obwohl wir doch so müde sind.

Probeliegen und Beratung

Um gesund schlafen zu können, ist es nicht nur wichtig, für das richtige Raumklima im Schlafzimmer zu sorgen, es geht vor allem um die richtigen äußeren Umstände: Gesund schlafen zu können bedeutet, auch eine passende Schlafunterlage zu haben. Viele Menschen wachen nachts wegen Rückenschmerzen auf, weil sie auf der falschen Matratze liegen. In diesem Fall sollte schnellstens ein Fachhändler aufgesucht werden. Wichtig neben einer fachkundigen Beratung ist auch, dass der Kunde im Geschäft die Möglichkeit bekommt, auf sämtlichen in Frage kommenden Matratzen Probe zu liegen. Das jeweilige Konzept sollte nämlich zum Schlafenden passen und das kann der Fachmann erst beim Liegen wirklich beurteilen.

Kritisierter Trend

Für Normalsterbliche sind dicke oder mehrere Matratzen der Inbegriff von Gemütlichkeit. Boxspringbetten mit zwei oder drei Auflagen gibt es beinahe in jedem amerikanischen Haushalt und sie werden auch bei uns stark nachgefragt. Die hohen Matratzen-Ungetüme ähneln mit den übereinander gestapelten Matratzen luxuriösen Prunkbetten, weshalb auch die Optik für viele ein Kaufargument ist – sie signalisieren mit ihrer Üppigkeit Gemütlichkeit pur. Doch einige Experten bescheinigen den meisten der Trendmöbel eher schlechte Liegeeigenschaften. Manche Hersteller nennen ihre Polsterbett-Modelle aber auch „Kontinentalbett“. Doch die englische Bezeichnung ist eigentlich die gebräuchlichste. Tests dieser Betten fallen aber, z.B. bei der deutschen Stiftung Warentest, nicht immer positiv aus. Bei getesteten Modellen wurde etwa kritisiert, dass die Matratzen so weich seien, dass der Schlafende tief einsinkt und die Bewegungsfreiheit dadurch eingeschränkt wird. Dies würde den erholsamen Schlaf behindern. Zudem können die Betten zu schnellerem Schwitzen führen. Nur ein (ziemlich teures) Modell erhielt 2014 bei einem Test die Note „gut“. In diesem bildeten sich auch nach längerer Zeit keine Kuhlen wie in anderen Modellen. Bei einem solchen guten Bett sollte die „unterste Lage des Bettes eine stabile Basis bilden, die dem Körperdruck standhält, während die Obermatratze den Körper zusätzlich abstützt“, so ein Fachmann.

Hygiene & Co

Gleichgültig ob es sich um eine Schaumstoffmatratze handelt, eine mit oder ohne Federkern, wichtig ist auch, dass jede normale Matratze aus hygienischen Gründen nach rund sieben bis zehn Jahren ausgedient hat. Es sollte daher auch beim ausgesuchten Boxspring-Modell möglich sein, die obere Lage auszutauschen, ohne dass dadurch gleich das komplette System ausgewechselt werden muss. Wichtig sind auch der mögliche Luftaustausch in der Matratze und die individuelle Empfindlichkeit auf magnetisch-energetische Einflüsse von Metallteilen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die oft genannten Hausstaubmilben: Bei bestimmten Menschen können Eiweißstoffe im nicht wahrnehmbaren Kot der Milben eine Allergie auslösen. Da es kaum möglich ist, die Milben ganz aus dem Haushalt zu entfernen, sollten einige Maßnahmen ergriffen werden, durch die sich zumindest die Anzahl deutlich verringern lässt: Am wirkungsvollsten ist es, die Matratze und das Bettzeug mit milbenundurchlässigen Bezügen zu überziehen. Bettwäsche (also auch Decke und Polster) sollten regelmäßig bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Dadurch werden die Hausstaubmilben abgetötet. Vermeiden Sie „Staubfänger“ wie Plüschtiere, Kissen, getrocknete Blumen usw., auch Teppiche sind ungünstig. Und: Hausstaubmilben mögen keine kalte, trockene Luft. Lüften Sie deshalb täglich und vermeiden Sie Luftbefeuchter.

René Herndl

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