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Wie Hofen zu seinem Bischof kam

Ein Artikel von Bernhard Schlag

Der Schutzpatron des Landes Salzburg und „Apostel der Baiern“, der Heilige Rupert von Worms, gründete 711/12 nicht nur in der Stadt Salzburg die Klöster St. Peter und Nonnberg, sondern auch die Maximilianszelle in Bischofs-hofen. Die adeligen Brüder Tonazan-Urso und Ledi-Urso aus Oberalm entdeckten bei der Jagd im unerschlossenen Salzachtal eine spätantike, christliche Kultstätte, die bei Nacht erleuchtet war. Als Rupert davon erfuhr, ließ er an der Stelle ein kleines Kloster, die sog. Cella Maximiliana errichten. Der Name geht auf die Verehrung des Hl. Maximilian in Verbindung mit unerklärlich beleuchteten Stätten einher. Die strategisch günstige Lage an einer Fernstraße und mit reichen Schenkungen versehen, machte dieses Kloster auch zum Vorposten für die Missionierung der Slawen und war entsprechend oft auch deren Angriffen und Zerstörungen ausgesetzt.

Um 780 n. Chr. wurde bereits der Name „Pongo“, „Pongowe“ bzw. „Pongawi“ für das Gebiet um Bischofshofen in den ältesten Salzburger Dokumenten verwendet. Pongau, pons (Brücke, Engstelle) und pagi(us) (Region mit keltischer Bevölkerung), bezeichnete aber nur die räumliche Ausdehnung der klerikalen Grundherrschaft.

Den Kirchenort selbst nannte man lange Zeit nur Hofen, dessen Zentrum der curtis (Hof) um das Kloster, der heutige Kastenhof war. In Hofen wurde im 12. Jahrhundert von Erzbischof Konrad I. ein Augustiner-Chorherrenstift eingerichtet. Ab dem Jahre 1216 bis 1807 wurde der Kastenhof von den Bischöfen von Chiemsee als Residenz und Verwaltungszentrale genutzt. Dies war die Geburtsstunde des heutigen Ortsnamens: Hof des Bischofs – Bischofshofen. Ob die heute alltägliche Verwendung von „B´hofen“ eine bewusste „Rückkürzung“ auf den ursprünglichen, historischen Ortsnamen ist, bleibt zu bezweifeln.

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