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Wer will den Thumsee?

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar, Redaktion Bayern

Der Thumsee bei Bad Reichenhall ist zu verkaufen. Sonnige Lage, 15 Hektar groß, maximal 21 Meter tief, temperaturmäßig erfrischend. Mit dabei sind ein Gasthaus direkt am Seeufer, ein bisschen Wald und Wiese und die Fischereirechte. Der Preis: 5,1 Millionen Euro. Kein Pappenstiel.
Es ist erst vier Jahre her, dass der Verkäufer, ein Münchner Immobilieninvestor, den See erwarb. Ihn verbanden persönliche Kindheitserinnerungen mit dem Anwesen. Im großen Stil renovierte er den denkmalgeschützten Seewirt, in dem schon Sigmund Freud seinerzeit einkehrte. Der soll begeistert geschrieben haben: „Thumsee ist wirklich ein kleines Paradies.“ Vor allem in den Sommermonaten tummeln sich hier Badegäste von früh bis spät. Etliche kommen aus dem Salzburger Land.
Der Verkäufer sucht einen regionalen Interessenten, eine große Gastronomie- oder Hotelkette, die den Seewirt und „ein großes Stück Natur“ weiterführt. Am liebsten mit Herzblut, wie er im Fernsehinterview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärte. „Ich bin selbst kein Reichenhaller, mein Lebensmittelpunkt ist nicht hier und ich habe die 50 bereits überschritten“, begründet er seinen Verkaufsentschluss. Selbst wenn jemand die anvisierten 5,1 Millionen zahle, mache er selber keinen Gewinn, da er in den letzten Jahren massiv investiert habe.
Für alle Gäste besteht übrigens kein Grund zur Sorge: Der rund 2,5 Kilometer lange Wanderweg rund um den See und die Freibadefläche sind öffentlich-rechtlich gewidmet und werden auch weiterhin frei zugänglich sein. Auch das von der Stadt gepachtete Thumsee-Bad soll weiterbestehen. Spätestens zum Ende des Jahres soll der Verkauf über die Bühne gegangen sein. Bleibt noch ein wenig Zeit zum Sparen.

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