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Wer kennt ihn nicht?

Kurz gesichtet und schon ist er wieder in der Menschenmenge verschwunden. Wenn ein heller Kamerablitz aufleuchtet, kann man ihn wieder lokalisieren, wenn man nur schnell genug ist. Tempo ist ein Hilfsausdruck, wenn man
Uwe Brandl beschreiben möchte.
Ein Artikel von Doris Thallinger
Uwe Brandl

Foto: Andreas Kolarik

Kaum eine Veranstaltung in und um Salzburg, auf der man den passionierten Fotografen und Eventbegleiter nicht antrifft. Nicht selten hört er deswegen die Frage, ob er einen Zwillingsbruder habe – es kann doch nicht sein, dass er überall zugleich ist.

Nun, nicht gerade überall zugleich, aber dass das Energiebündel ohne mit der Wimper zu zucken so einige Stationen an nur einem Tag absolviert, ist keine Seltenheit. Sind alle Events am selben Ort, noch kein Thema. Aber, sofern eine Veranstaltung für uns Salzburger interessant ist, zieht es Uwe Brandl auch in die benachbarten Bundesländer. Und dann kann so ein Tag schon richtig lang werden, wie zum Beispiel Rosi‘s legendäre Almrauschparty in Kitzbühel zeigt. Da heißt es Abfahrt um 15 Uhr von Salzburg, in Kitzbühel angekommen wird der Ablauf besprochen. Sind die Sponsoren- und Teamfotos im Kasten, erscheinen schon die ersten Gäste – für Uwe geht es dann an die „Wall“, wo die Eintreffenden gleich festgehalten werden. Zu späterer Stunde entstehen jede Menge weiterer Fotos, die die Gäste im Geschehen ablichten und Überblicksfotos, die die Stimmung einfangen.

Ist alles im Kasten, geht es gegen 01.30 Uhr retour nach Salzburg – wo der Tag für Uwe Brandl noch lange nicht vorbei ist. Dann wartet der zweite Teil seiner Arbeit auf ihn: Fotos sichten, bearbeiten, beschneiden, auswählen – und online stellen. Immerhin wartet die Community des Salzburg Cityguide bereits auf die aktuellsten Partyfotos. Wer fotografiert wurde, will sein Konterfei schnellstmöglich sehen und teilen und auch die Veranstalter und die Presse erwarten die Dokumentation der gerade zu Ende gegangenen Nacht. Bei rund 1.700 Fotos wird es da schon mal 6 Uhr früh, bis der Tag „endet“.

Gespür für das perfekte Foto
Denn damit, die Fotos online zu stellen, ist die Arbeit nicht getan. Jedes einzelne Foto wird begutachtet und darauf geprüft, wie die Abgebildeten aussehen, welcher Bildausschnitt sie am besten in Szene setzt. „Es ist mein Anspruch, dass sich jeder auf den Fotos gefällt. Und diese Erwartung haben die Leute mittlerweile auch an mich: Sie wissen, dass sie auf den Fotos gut aussehen werden!“, weiß Brandl das Vertrauen der Menschen zu schätzen. „Das Wichtigste ist, dass man sich gern an das Event
erinnert, wenn man die Fotos sieht!“

Damit er zum erwünschten Ergebnis kommt, ist Uwe Brandl bereits beim Fotografieren gefordert, eine Menge Faktoren zu erfassen: Wie ist die Stimmung des einzelnen, zu welchem Zeitpunkt und auf welche Art und Weise kann er wen ansprechen. Den richtigen Schmäh und den perfekten Zeitpunkt zu erkennen, dazu gehört auch eine gesunde Portion Menschenkenntnis. Und die hat er definitiv. Nicht zuletzt der Grund, warum sowohl Partygäste als auch Veranstalter ihr Vertrauen in ihn setzen.

One-Man-Show
Der Weg zum perfekten Foto verlangt viel Einfühlungsvermögen, Gespür und letztlich auch Zeit. Dabei ist die Fotografie nur ein Teil des Aufgabengebiets.

Immerhin bietet der Salzburg Cityguide da-rüber hinaus jede Menge Infos, von aktuellen Veranstaltungstipps über Interviews mit Salzburger Persönlichkeiten bis hin zu Rankings, Angeboten und Lokal- und Restaurant-Tipps! Aufgaben über Aufgaben, die tatsächlich ein Mann alleine bewältigt!

Uwe Brandl


Foto: Uwe Brandl

Kein ruhiges Leben, das der Gründer und Betreiber des Salzburg Cityguide führt. Und das seit 18 Jahren. „Ich werde oft gefragt, warum ich mir das antue, ob das immer noch Spaß macht? Ja, es ist so! Mir wird nie langweilig.“ Und so scherzt er: „Ich möchte das bis 2080 machen – dann sind alle gestorben und ich kann von vorne anfangen.“ Man traut es ihm fast zu.

Die Motivation und Energie dafür hat er sicher. Eine Energie, mit der er den Salzburg Cityguide aufgebaut und zu einer Institution gemacht hat. Als Diplom-Grafiker und Werbeberater weiß Uwe Brandl, den USP herauszuarbeiten und in Form von „Keep it short and simple“ (KISS) zu transportieren. Die Vision war schon damals, ein Portal zu schaffen, das vor allem regionalen Partnern die Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren. Nah am Menschen vor Ort, mit Inhalten, die für den Salzburger, aber auch für den Touristen von Interesse sind. Inklusive der Möglichkeit, den Menschen das Sich-Treffen und Kennenlernen zu erleichtern – auch über sämtliche Social Media Kanäle.

Zukunftsplanung – Der Cityguide wächst!?
Bereits im Visier steht der Austria Cityguide. Jede Region Österreichs soll „ihren“ Cityguide bekommen, größer und dennoch regional, online und dennoch persönlich, weiter gestreut und dennoch lokal verankert. Ein Projekt, das Uwe Brandl nicht mehr alleine bewältigen kann. „Da müsste ich mich klonen, aber das würde Österreich nicht aushalten!“ Mit regionalen Partnern vor Ort und Sponsoren wird er diesen Schritt gehen.

„Ich habe 18 Jahre lang das Vertrauen aufgebaut, die Erwartungen der Kunden und User erfüllt. Dass das Salzburg Cityguide Konzept funktioniert, ist nach diesen Jahren bestätigt.“

Die ersten Schritte werden nun getan: So stehen bereits informelle Gespräche mit Sponsoren, Interessenten und Kunden am Programm, die Planung läuft.

„Denn: 2020 steht ein besonderer Geburtstag an – welcher genau, wird die Zeit zeigen!“, gibt sich Uwe Brandl (noch) bedeckt.

Zur Person
Geboren und aufgewachsen in Braunau. Sportlich aktiv als Geräteturner lernt er schon sehr früh, sich – wie bei diesem Sport notwendig – auf sich selbst zu verlassen. Ehrgeiz, Disziplin und Zielstrebigkeit an den Tag zu legen. Und davon profitiert er heute noch. Schulisch durchläuft er eine kaufmännische Ausbildung (HAK/HASCH) und absolviert die HTL für Grafik-Design mit Abschluss der Meisterklasse und Diplom. Als geprüfter Werbefachmann (Werbeagentur) bringt er heute sein Wissen in die Plattform Salzburg Cityguide ein.

Salzburg Cityguide
2000 erfolgte der Startschuss für den Salzburg Cityguide. Drei Pfeiler dienen als Marketinginstrument für die Plattform: NEWS/EVENTS/FOTOS, die täglich aktualisiert werden. Denn: Je aktueller, desto besser und die Leute zu begeistern ist ein Muss.

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