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Wenn Herzenswünsche in Erfüllung gehen…

Kinder haben Wünsche. Manchmal sind sie bescheiden, manchmal sind sie schier unerfüllbar. Für schwerkranke Kinder lässt die Make-A-Wish-Foundation so manchen Herzenswunsch tatsächlich wahr werden. Und schenkt damit neue Lebensfreude, Mut und Kraft, die Krankheit weiterhin zu meistern.
Ein Artikel von Doris Thallinger
Henri überglücklich im Helikopter der Firma Heli Austria GmbH. Fotos: Privat

Henri überglücklich im Helikopter der Firma Heli Austria GmbH. Fotos: Privat

Im vergangenen Mai ging für den vierjährigen Henri ein wahrer Herzenswunsch in Erfüllung. Mit dem Helikopter ging es von St. Johann im Pongau nach Linz. Direkt hinter dem Piloten, über Kopfhörer mit ihm verbunden, saß der kleine Henri. Vor Freude bis über beide Ohren strahlend, konnte er es kaum erwarten, dass die „BELL212“ der Heli Austria GmbH von Roy Knaus endlich abhob. Noch spannender gestaltete sich der Rückflug von Linz, als Henri schließlich direkt im Cockpit Platz nehmen durfte und den gesamten Flug nach St. Johann als Co-Pilot fungierte. Wenn da kein echter Bubentraum wahr wurde!
Henris Begeisterung für Hubschrauber entbrannte während eines siebenwöchigen Aufenthalts im Krankenhaus. Seine Erkrankung an Leukämie erzwang die lange Isolation. Während dieser harten Zeit war es für den Vierjährigen die größte Freude, die Rettungshubschrauber zu beobachten, die an seinem Fenster vorbeiflogen. Da kam der Wunsch in ihm auf, einmal mit einem Hubschrauber mitfliegen zu dürfen. Ein Wunsch, der durch das Engagement der Make-A-Wish-Foundation schließlich in Erfüllung gehen konnte und so dem kleinen Henri wohl eines der schönsten Erlebnisse seines Kinderdaseins beschert hat.

make-wisch-strandZielsetzung Wunscherfüllung
Die Make-A-Wish-Foundation wurde 1980 mit Hauptsitz in Phoenix, Arizona gegründet und ist heute in fast 50 Ländern rund um die Welt tätig. Bis heute konnten 450.000 Herzenswünsche schwerkranker Kinder erfüllt werden – alle 17 Minuten wird irgendwo auf der Welt einer dieser Wünsche wahr. In Österreich feierte Make-A-Wish vergangenes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum, mit bislang beachtlichen 1.300 Herzenswünschen, die erfüllt werden konnten.
Die Intention des Vereins ist es, schwerkranken Kindern im Alter von 3 bis 18 Jahren Mut zu machen und Freude zu bereiten, indem sie ihre Krankheit und ihr Leid einmal für einige Zeit vergessen können. Und was könnte da besser wirken, als die Erfüllung des sehnlichsten Wunsches?

Vom Traum zur Realität
Ist ein schwerkrankes Kind von einem Herzenswunsch beseelt, so kann es, bzw. seine Eltern oder Angehörigen, Kontakt zu Make-A-Wish aufnehmen. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter der Foundation besuchen die Familie und übergeben dem Kind die „Wunschbox“ zum Selbstgestalten. Darin kann das Kind alles sammeln, was mit seinem Wunsch zu tun hat. Außerdem bekommt das Kind die Make-A-Wish Münze überreicht – als Versprechen, dass die engagierten Mitarbeiter alles daransetzen werden, um den Wunsch zu erfüllen.

Ein strahlender Maximilian im Disneyland Paris

Ein strahlender Maximilian im Disneyland Paris

Zwei Wochen später wird der Wunsch schließlich „abgeholt“. Die Mitarbeiter lernen das Kind und die Familie besser kennen und versuchen gemeinsam und aufgrund der Wunschbox herauszufinden, wie man dem Kind die größte Freude bereiten könnte.
Den Herzenswunsch herauszufinden, war im Fall des 6-jährigen Maximilian gar nicht schwierig. Der Bub, der an Akuter Lymphatischer Leukämie (ALL) leidet, wollte am allerliebsten Mickey Mouse und Co. im Disneyland Paris einen Besuch abstatten!
Gemeinsam mit seinen Eltern durfte er dann auch abtauchen in eine Märchenwelt. Drei Tage lang konnte sich die Familie verzaubern lassen, die Attraktionen bestaunen und mit den spektakulären Bahnen fahren – mit der „Pirates of the Carribean“ sogar vier Mal! Die größte Überraschung jedoch war für Maximilian, als beim Mittagessen plötzlich die ganze Disney-Bande – samt Donald Duck, Minnie Mouse, Goofy und wie sie alle heißen – auftauchte, um ihm persönlich „Hallo“ zu sagen.

Sorgenfrei genießen
Den Mitarbeitern der Make-A-Wish-Foundation ist es ein besonderes Anliegen, dass der Familie keinerlei zusätzliche finanzielle Kosten entstehen. Gerade auf Reisen oder Ausflügen ist es obligatorisch, dass die Kosten für mindestens eine Begleitperson mitgetragen werden können. Im Idealfall wird die ganze Familie eingeladen, ist es doch auch für die Angehörigen eine Wohltat, ein paar kurze, sorgenfreie Stunden oder Tage miteinander zu verbringen.

Sabine und Julia Holzer mit Elma (Mitte) bei der Wunschübergabe

Sabine und Julia Holzer mit Elma (Mitte) bei der Wunschübergabe

Auch um das gesamte Rundherum kümmert sich Make-A-Wish, um der Familie jede Belastung abzunehmen. Ab dem Zeitpunkt der Wunschabholung arbeiten die ehrenamtlichen Mitarbeiter intensiv daran, den jeweiligen Herzenswunsch möglichst rasch erfüllen zu können und übernehmen rund um diesen jegliche Koordination und Organisation. Ist schließlich alles in trockenen Tüchern, wird der Wunsch „übergeben“, alle Details besprochen und letzte Unsicherheiten geklärt. Der Ort dieser „Wunscherfüllung“ wird ebenfalls bereits mit Bedacht ausgewählt, sollte er doch etwas Besonderes für das Kind darstellen.
Für die 16-jährige Elma war dieser Ort der Salzburger Mirabellgarten. Sie ist an Neurofibromatose Typ 2 erkrankt. Bevor es jedoch so weit ist, war es ihr Herzenswunsch, mit ihrer Schwester das Konzert der südkoreanischen Band Got7 in Berlin zu besuchen. Im Juni war es nun soweit, drei Tage Berlin samt Got7-Konzert und – als Überraschung – Extra-Taschengeld für Shopping und Ausgehen ließen das Mädchen vorübergehend alle Strapazen und Krankheiten vergessen.

Wie Wünsche wahr werden
Dass die Make-A-Wish-Foundation diese und so viele weitere Herzenswünsche in Erfüllung gehen lassen konnte und auch weiterhin kann, dafür sorgen die zahlreichen Spenden und die großzügige Unterstützung durch Sponsoren, die mit finanziellen Mitteln, aber auch mit Sachleistungen zur Stelle sind. „Wir haben ganz großartige Partner, die uns unterstützen und mit aller Kraft helfen, dass wir die Herzenswünsche unserer Kinder tatsächlich erfüllen können!“, freut sich Sabine Holzer, die sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Make-A-Wish-Foundation um die Wunscherfüllungen in Salzburg kümmert. Und wenn es schon um Wünsche geht – was wünscht sie sich? „Unser Wunsch? Wir wünschen uns am allermeisten noch viele weitere Kinder, denen wir ihre Herzenswünsche erfüllen dürfen!“

Infos für Eltern kranker Kinder: www.make-a-wish.at

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