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Wenn das Haus nach Liebe duftet … Der Zauber der Weihnachtsbäckerei

Wenn das ganze Haus nach Zimt und Honig duftet und die Küche ebenso angezuckert scheint wie der schneebedeckte Garten, ist Weihnachten nicht weit. Denn die herrlichen Gerüche und mit Mehl bestäubten Flächen erzählen traumhafte Geschichten von den besten Keksen und Naschereien überhaupt. Geschichten von der alljährlichen Weihnachtsbäckerei.

Schon im Mittelalter entstanden einige der ältesten Rezepte der Weihnachtsbäckerei. In den Klöstern nahm diese ihren Ausgang. Dort wurden unter anderem erstmals Lebkuchen gebacken. Das Besondere an der Weihnachtsbäckerei war schon damals, dass nur die besten Zutaten verwendet und oft auch Gewürze beigemengt wurden, die selten und teuer waren. So war es zumeist auch unüblich, vor dem Heiligen Abend die herrlichen Plätzchen zu verspeisen. Sie sollten eben etwas Besonderes für einen besonderen Anlass sein. Aus dem klösterlichen Umfeld stammt auch der Christstollen. Die wenigsten wissen, dass die Stolle das Christkind symbolisieren soll und der Puderzucker die Tücher darstellt, in denen das Jesuskind eingewickelt wurde.

Später erfüllten die Plätzchen auch ganz banale Zwecke, wie Konditormeisterin Christine Bergmayer weiß:  „Mit der Weihnachtsbäckerei hat man ja früher die Zutaten, die im Winter weniger wurden, wie Butter und Eier, „haltbar“ gemacht. So wurden manche Teige schon im Spätsommer angesetzt, um für Weihnachten leckeres Gebäck zu haben.“

Heute werden in Geschäften oft bereits im August Lebkuchen und Co angeboten. Davon lassen sich echte Weihnachtskeks-Fans aber nicht beirren. Denn frisch gebackenes, selbst gemachtes Festtagsgebäck ist nicht mit Fertigware zu vergleichen. Und das wundervolle Backerlebnis ist beinahe ebenso wichtig wie das Geschmackserlebnis am Schluss, weiß auch die erfahrene Backexpertin, Lisa Nieschlag, aus eigener Erfahrung: „Der Duft, der von der Küche durch das ganze Haus zieht, wenn Weihnachtskekse im Backofen sind, erinnert mich immer an meine Kindheit. Heute back ich viel mit meiner Tochter, die das Kneten, Ausrollen, Naschen und nachher das Dekorieren ganz besonders liebt. Da kommt es dann nicht auf raffinierte Rezepte an, sondern auf möglichst viele bunte Zuckerperlen, die am Schluss auf den Keksen landen!“

Damit die himmlischen Naschereien auch perfekt gelingen, sollte man sich, je nach Können und Gerätschaft, das passende Rezept suchen und nicht zu improvisieren versuchen. „Häufchenkekse sind ein guter Start in die Weihnachtsbäckerei! Zum Ausrollen kann ich „Ausrollhölzer“ empfehlen, dann sind alle Plätzchen gleich dick und werden beim Backen gleichmäßig braun“, empfiehlt Christine Bergmayer Backanfängern: „Die ganz hübsch garnierten Kekse sollte man als Anfänger nicht gleich machen, da braucht es etwas Übung und sehr viel Zeit. Wenn man diese allerdings hat, kann man alles ausprobieren. Das Schöne ist ja, wenn es nicht ganz so geklappt hat: einfach aufessen!“,  schmunzelt der Profi,  und auch Lisa Nieschlag rät von allzu großer Experimentierfreude ab:

„Beim Backen sollte man sich schon genau an das Rezept halten. Natürlich kann man beispielsweise bei Nüssen variieren, aber beim Backen funktioniert Improvisation sonst nicht so gut. Die klassischen Butterplätzchen sind ein leichtes Rezept. Da kann fast nichts schief gehen.“ Also, auf in die Küche! Einen wundervollen Advent mit tollen Keksen wünscht

Andrea Zeidler

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