Wasser

Redaktionskolumne

Der Mensch besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Oder zu 60. Oder zu 90. Da sind sich die Fachmedien nicht ganz einig. Die Erdoberfläche ist zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt. Da sind sich die Fachmedien einig. Mit einer Meinung scheine allerdings nur ich selbst mit mir einig zu sein: Wasser ist das (verzeihen Sie bitte die recht rüde Begrifflichkeit) überhaupt Affengeilste, das dieses Universum zu bieten hat.

Ich umgebe mich gerne mit Wasser, so oft ich kann. Wenn andere sich in die eigenen vier Wände unter die Kuscheldecke verziehen, weil es draußen regnet (und es regnet oft in Salzburg), stiefle ich in meinen heißgeliebten roten Gummistiefeln in das Nass und lasse mir das Wasser auf den Kopf, die Schultern fließen. Ich fühle mich dann ein bisschen cool und unnahbar, das mystische Wesen, das im Regen spazieren geht und das auch noch genießt.

Wenig überraschen wird nun, dass auch das Schwimmen neben des Regen-Gummistiefelns zu meinen liebsten Beschäftigungen zählt. Ein Sprung und schon bin ich umgeben von allem, was ich mir je gewünscht habe. Glucksendes, blubberndes und durch meine kraulenden Prankenhiebe sprudelndes Wasser, das mich endlich von den ganzen Gesprächen der Draußen-Welt isoliert und mir die absolute blaue Stille gönnt. Eine Bahn, zwei Bahnen, 30 Bahnen. Und keiner will was von mir. Herrlich.

Ja und was das Trinken angeht, so oute ich mich in regelmäßigen Abständen als die langweiligste Langweilerin auf Erden. Es gibt was zum Anstoßen? Wir sind in der coolsten Bar der Stadt? Eine heiße Party ist ins Land gezogen, die es zu begießen gilt? Aber gerne doch! Für mich bitte ein Glas Wasser. Nein, bitte nicht mit Sprudel, ja genau, Leitungswasser reicht völlig, vielen Dank! Ich verstehe ja jeden, der da die Augen verdreht. Aber ich liebe nun mal Wasser.

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