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Von der Badekapelle zum Weltorchester

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

2018 feiern die Bad Reichenhaller Philharmoniker ihr 150-jähriges Bestehen. Damals wie heute wird das 40 Musiker zählende Orchester weit über die Stadt- und Landkreisgrenzen geschätzt, nicht nur wegen der über 350 Auftritte das ganze Jahr hindurch. Es sind vor allem die besonderen Veranstaltungen wie das jährliche Open Air Sommerkonzert „Der Thumsee brennt“, denen die Reichenhaller Philharmoniker ihre große Popularität verdanken. Dann sitzen ganze Familien unterm Sternenhimmel, packen ihre Picknickkörbe aus und lassen sich von Musik und einem fantastischen Feuerwerk begeistern.
Die Bad Reichenhaller Philharmoniker sind das einzige philharmonische Kurorchester Deutschlands. Ihr hohes spielerisches Niveau zieht Künstler aus der ganzen Welt an. Die musikalische Vielfalt reicht von anspruchsvoller Klassik bis zur leichten Kurmusik, sie ist quasi die historische Wurzel des Berufsorchesters. 1868 fing alles als Kurkapelle an, damals unter der Leitung von Kammermusiker Gustav Paepke. Sein äußerliches Markenzeichen: ein kunstvoll gezwirbelter Schnurrbart. Nach den harten Jahren des Zweiten Weltkrieges nahm sich Ende der 1940er Jahre der promovierte Musikwissenschaftler Dr. Wilhelm Barth der Kapelle an und erweiterte sie zum Philharmonischen Orchester. Von den großen Beethoven-Sinfonien bis hin zu leichten Serenaden ist das Repertoire der Philharmoniker seitdem breit aufgestellt.
Im Juli 2015 wurde der Wiener Generalmusikdirektor Christian Simonis zum neuen Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter der Bad Reichenhaller Philharmoniker ernannt. Mit zahlreichen CD-Einspielungen hat sich Simonis einen Namen für die Sparte der heiteren Muse der Märsche, Walzer, Polkas und Tänze gemacht.

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