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Vom Gartentraum zum Traumgarten

Eine effektive Gartenplanung ist die Voraussetzung für den Wunschgarten. Doch was macht eigentlich einen perfekten Garten aus?

Was ist das eigentlich – ein schöner Garten? Viele Gartenbroschüren oder Gartenratgeber locken mit prachtvollen Bildern, blüten-
reichen Beeten und ansprechender Gestaltung. Gern möchte man selbst den eigenen Garten zu einer Wohlfühloase umgestalten. Beginnt man damit, sich mit dem Thema zu befassen, merkt man sehr schnell, wie komplex und vielschichtig das Thema ist. Auch haben eigene Pflanzversuche vielleicht nicht den gewünschten Effekt gehabt. Pflanzen wachsen nicht auf jedem Standort, manche brauchen Sonne, Schatten, feuchten oder trockenen Untergrund. Auch die Blühzeiten spielen bei einer ansprechenden Gestaltung eine wichtige Rolle. Dazu sollen oftmals auch noch Nutzungsanforderungen wie ein Spielplatz für Kinder oder Kräuter für die Küche unter einen Hut gebracht werden.

Um von Anfang an Spaß und Genuss im eigenen Garten zu verspüren, hilft es, sich schon im Zuge der Hausplanung darüber Gedanken zu machen, wie der Garten sein soll. Denn wenn der Bauschutt, das Gerüst und die Spuren der Baumaschinen beseitigt sind, das Eigenheim bezogen und eingerichtet ist, fehlt manchmal das nötige Geld und auch der Elan, aus der Baustelle hinter dem Haus ein blühendes
Gartenreich zu machen. Doch das ist kein Problem, denn es ist sowieso besser, den Traumgarten Schritt für Schritt anzulegen, statt sich planlos mit einer mehr oder weniger zufälligen Mischung aus Pflanzen zu versorgen und diese ebenso zufällig im Garten zu pflanzen, nur damit es nicht so kahl aussieht. Denn dann kommt es, wie es kommen muss: Im Laufe der Jahre zeigt sich, dass die Pflanzenwahl nicht gelungen war und vieles wieder verpflanzt werden muss, weil es am falschen Standort steht und nicht gedeiht. Letztlich bereitet ein solcher Garten mehr Frust als Lust.

Maßgeschneiderter Garten

„Es gilt schon im Vorfeld wichtige Dinge abzuklären“, rät die Salzburger Gartenarchitektin Esther Obermüller. Dazu gehört auch, einzelne Bedürfnisse zu analysieren. Wer etwa gerne viele Freunde zu geselligen Grill-
abenden einlädt, wird sich im japanisch angelegten Ziergarten nur schwer ausleben können. Und umgekehrt wird jemand, der klare, strenge Linien bevorzugt, sich im wildromantischen Naturgarten nicht unbedingt heimisch fühlen. Kurz: Der Garten muss zu dem Besitzer passen – und nicht umgekehrt.

„Anhand eines genauen Planes, der immer maßstabgetreu sein sollte, kann auch die Umsetzung problemlos ablaufen“, so Obermüller.

Konkrete Wünsche und Ansprüche an den Garten findet am besten heraus, wer sich selbst einige Fragen stellt. Wie wird der Garten jetzt genutzt und wie soll er in Zukunft genutzt werden? Gibt es „Problemzonen“? Mit Hilfe von Profis entstehen aus Problemen kleine Highlights im Garten, weiß die Expertin: „Auch bei kleineren Gärten ist es wichtig, das alles zu berücksichtigen und miteinzubeziehen. Es ist kein Nachteil, wenn Gärten oder Terrassen klein sind, denn mit einer richtigen Gestaltung können diese zu einer Oase werden. Auf meinem Plan kann man erkennen, wie viel man aus einer kleinen Fläche herausholen kann und wie hier gleich mehrere Außenzimmer geschaffen wurden.“

Wird eine Spielfläche für Kinder oder eine Auslauffläche für den Hund benötigt? Soll eigenes Obst und Gemüse geerntet werden? Ist der Garten ein Rückzugsort zum Lesen oder steht das Arbeiten im Freien im Mittelpunkt? Soll ein Teich oder ein
Wasserspiel im Garten entstehen? Gibt es schattige Plätze für den Hochsommer?

Bei der Entwicklung eines innovativen Gesamtkonzepts spielen Funktion, Erlebnis und Ästhetik eine ebenso große Rolle wie die durchdachte Aufteilung der Gartenflächen sowie die richtige Pflanzen- und Materialauswahl.

Ein Garten wirkt besonders schön, wenn er mit dem Wohnhaus eine harmonische Einheit bildet. Eine abgestimmte Materialwahl für Hausfassade, Terrasse und Wege ist ein wichtiger Schritt für ein stimmiges Bild.

Ein guter Pflanzplan erfreut Herz und Seele: „Ich erarbeite mit meinen Kunden oft, wohin die Reise gehen soll, um herauszufinden, wie sich der Garten mit den Jahren verändert und immer das ist, was man sich wünscht. Bei einem langfristig angelegten Entwurf kann das alles schon miteinbezogen werden“, betont die Gartenarchitektin. Dazu gehören natürlich auch Licht- und Bodenverhältnisse und vieles mehr.

„Leider passiert es sehr oft, dass der Gartengestalter erst hinzugerufen wird, wenn das Haus bereits steht und vieles an Wasser- oder Stromleitungen, an Ausgängen oder Zufahrten nicht mehr leicht zu verändern ist“, schildert Esther Obermüller. Somit umfasst die Gartenplanung dann häufig auch eine Anpassung an die Gegebenheiten, und das volle Potenzial des Grundstücks kann nicht mehr ausgeschöpft werden. Damit ein Garten sich in der ganzen Pracht entfalten kann, braucht es eine frühe und vorausschauende Konzeption und Planung. Das spart auch spätere Kosten, Aufwendungen und Ärger.

Maria Riedler

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