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Viele Neue Töne bei der Salzburg Biennale 2015

Die Salzburg Biennale lädt an drei Wochenenden zwischen 6. und 22. März 2015 zur Auseinandersetzung mit Neuer Musik ein. Heike Hoffmann hat dafür ein facettenreiches Programm aus 26 Veranstaltungen zusammengestellt: Konzerte Neuer Musik mit Stimm- und Videokünstlern, Musiktheater-Produktionen und eine Videoinstallation. „Voices“ – das Motto dieser Festivalausgabe – verrät: Es wird gewispert, gekreischt, gezischelt, geflüstert, geschrien, gesäuselt und natürlich gesungen und gesprochen werden.

Eröffnung mit skulpturalen Instrumenten von Harry Partch am
6. März, 19.30 Uhr, im Republic

Harry Partch ist bekannt als der „Godfather“ der US-Amerikanischen Just-Intonation-Bewegung, er war Komponist, Theoretiker, Visionär und Instrumentenbauer. Das von ihm entwickelte, hochkomplexe Tonsystem unterteilt die Oktave in 43 Töne, auf herkömmlichen Instrumenten nicht spielbar. Deshalb baute er ein umfangreiches Instrumentarium, Tonskulpturen von eigener Schönheit und großer Bühnenpräsenz. Für das Ensemble musikFabrik wurden mehr als 40 zum Teil skulpturale Instrumente nachgebaut: Saiten-, Schlag-, Glocken- und Harmonium-Instrumente sowie kleinere Hand-Instrumente. Das Salzburger Konzert ist das erste in einer Reihe von Auftritten in ganz Europa, für das bei Simon Steen-Andersen und Caspar Johannes Walter Werke für dieses faszinierende Instrumentarium in Auftrag gegeben wurden.

Szenenwechsel im Carabinieri-Saal

Produktionen, die in vielfacher Weise Szenisches einbeziehen oder ganz neue Aufführungsformate jenseits der klassischen Konzertsituation erproben, finden sich in der Reihe szenenwechsel. Dazu gehört etwa die szenisch-musikalische Bespielung des Carabinieri-Saals in der Residenz mit „ATLAS – Inseln der Utopie“ (12. März) von José Maria Sánchez-Verdú in der Inszenierung von Sabrina Hölzer oder „Luna Park“ (21. März), eine Musiktheaterproduktion von Georges Aperghis, deren Thema die omnipräsente Überwachung im öffentlichen Raum ist.

Love&Diversity in der ARGE

Sie waren noch nie bei einem speed dating? Dann haben Sie bei der Salzburg Biennale am 13. März dazu Gelegenheit! Flirten Sie ungeniert mit einer Bratsche, verlieben Sie sich in den Kontrabass! Oder fühlen Sie sich eher von der Flöte angezogen? Finden Sie es heraus! Manos Tsangaris, Komponist, Installationskünstler und Perkussionist, einer der einfallsreichsten Erfinder neuer musiktheatralischer Formen, hat sich diesen Abend ausgedacht und lädt Sie ein zum intimen musikalischen Zwiegespräch. Treffpunkt ist das Foyer der ARGEkultur. Dort werden die Besucher mit einem Drink empfangen – und das Abenteuer mit den Musikern des griechischen DissonART Ensemble – jeweils exklusiv für eine kleine Gruppe von Teilnehmern – beginnt.

ZOOM

Je ein Komponist steht im Mittelpunkt jeweils eines Festival-Wochenendes, dessen Arbeit verschiedener kaum sein könnte: Simon Steen-Andersen, der umtriebige Klang- und Videokünstler und fantasievolle Erfinder von neuen Aufführungsformaten, und Isabel Mundry, die in ihrem skrupulösen Schaffen immer wieder die Brücke zur alten Musik sucht. Am dritten Festivalwochenende trifft der Biennale-Besucher mehrmals auf Helmut Lachenmann: im Ateliergespräch, am Klavier und in seinen Kompositionen.

Alle Programmpunkte unter
www.salzburgbiennale.at

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