Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

kolumne andrea hammerer

Es gibt kaum einen dümmeren Spruch als diesen. Vertrauen ist wunderbar, im Geschäfts- wie im Privatleben. Braucht dies Kontrolle, kann man es getrost vergessen. Jede Art von Kontrolle führt zum Kontrollverlust, das beginnt bei kontrolliertem Kalorienkonsum und endet bei der Kontrolle des Partners. Mit jeder Überprüfung verlieren wir ein Stück Selbstachtung. Die Lösung liegt darin, dem eigenen Gefühl zu vertrauen, Selbst-Vertrauen ist die Mutter des Vertrauens zum anderen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Wurden wir wiederholt enttäuscht, glauben wir, der nächsten Enttäuschung durch Kontrolle vorbeugen zu können. Ein fataler Irrtum. Selbstvertrauen heißt aber wiederum, die eigenen Gefühle WAHR-zu-nehmen und wenn das bedeutet, dass uns unser Partner immer wieder offensichtlich belügt (dazu braucht es keiner Prüfung, denn wir wollen ohnehin lieber glauben, dass ‚es‘ NICHT stimmt. Mehr betrogene Menschen sehen weg, als Eifersüchtige betrogen werden!) und wir uns deswegen schlecht fühlen, dann ist es zweitrangig, was er uns auf Nachforschungen hin für Märchen erzählt, dann müssen wir eine konsequente Entscheidung treffen. Mit einem Menschen, dem wir nicht vertrauen können, werden wir todunglücklich. Oft ist es eine Retraumatisierung von früheren Beziehungen, die wir glauben durch den selben Typus Partner heilen zu können. Leider nein. Sich selbst vertrauen heißt, so zu leben, dass wir im Anderen vertrauensvoll versinken können und WAHR sein dürfen. Wenn einer das nicht kann oder will, funktioniert Liebe nicht.

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