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Tierisch gut

Ein Artikel von Kathrin Thoma-Bregar

Die Bergwachten im Berchtesgadener Land waren in diesem Jahr bereits siebenmal zur Suche und Rettung von vermissten und abgestürzten Hunden im Einsatz. Meist konnten sich die Tiere im unwegsamen Gelände nicht mehr selbst befreien. Zuletzt machten Nationalpark-Ranger in Berchtesgaden Schlagzeilen. Aus der Sagereck-Wand am Königssee bargen sie einen seit elf Tagen vermissten Hund. Der war einer 27-jährigen Urlauberin aus der Nähe von Stuttgart beim Abstieg vom Kärlingerhaus entwischt. Rund 150 Höhenmeter oberhalb des Königssees hatte sich „Barry“ in einem 70 Grad steilen Grashang und direkt über einem 100-Meter Steilabbruch in eine ausweglose Lage gebracht. Für den Rüden gab es hier kein Vor und Zurück mehr. Dank einer aufwendigen Rettungsaktion konnte er von einem sechsköpfigen Ranger-Team rund 40 Meter sicher abgeseilt werden. Stark abgemagert, aber sonst unversehrt schloss ihn seine glückliche Besitzerin im Tal endlich wieder in die Arme.

An der Toni Lenz Hütte am Untersberg entpuppten sich Berufsjäger der Bayerischen Staatsforsten als Tierretter. Hier hatte sich kein Hund, sondern ein Gamsbock in einem Weidezaun verfangen. Nach dem ersten gescheiterten Befreiungsversuch des Hüttenwirts, flüchtete der panische Gamsbock mit einem Teil des Zaunes, mit dem er im Latschengestrüpp endgültig hängenblieb. Die Wirtin rief den zuständigen Berufsjäger der Staatsforsten und der brachte gleich noch zwei Jagdkameraden mit – wohlwissend, welche Kräfte ein gefangener Gamsbock entfalten kann. Mit einer Decke bewaffnet nahmen die drei Männer dem Tier zunächst die Sicht, so dass sie ihn zu Boden ringen und das Zaungeflecht Stück für Stück auftrennen konnten. Nach fünf Minuten war der wehrhafte 11-jährige Gamsbock befreit und suchte sofort das Weite.

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