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Sturm über Hallein

Sturm über Hallein
 Ein Artikel von Christian Heugl

Neben der Festspielstadt Salzburg steht auch Hallein den Sommer über im Rampenlicht der kulturinteressierten Weltöffentlichkeit. Gerard Mortier und Peter Stein haben die Spielstätte auf der Pernerinsel 1991 entdeckt und für die Salzburger Festspiele geöffnet. Die Idee kam im richtigen Moment, denn gerade zwei Jahr zuvor wurde der Salinenbetrieb in Hallein eingestellt. Das neue Salz auf der Pernerinsel heißt seitdem Kultur. Der morbide Charme des Indus-triedenkmals zieht Sommer für Sommer die wagemutigsten, experimentierfreudigsten Theaterregisseure an. Dieses Jahr hat sich, und auch der Stadt Hallein, die englische Theater- und Opernregisseurin Deborah Warner mit der bildgewaltigen Inszenierung von „Der Sturm“ von William Shakespeare ein fulminantes Denkmal gesetzt. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft.

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Peter Simonischek als Prospero in „Der Sturm“ in einer Aufführung der Salzburger Festspiele 2016 auf der Pernerinsel.

Während im Inneren der alten Saline „Der Sturm“ mit allen technischen und schauspielerischen Raffinessen über die Bühne ging, zogen am 9. August auch draußen über den Dächern schwarze Gewitter- und Sturmwolken mit voller Wucht auf. Und da zeigten sich Schwachstellen, denn der ostseitige Außenaufgang verfügt über keinen Regenschutz. Da auch keine Regenschirme in den Zuschauerraum mitgenommen werden durften, war das Resultat chaotisch.

Im Regen stehen gelassen fühlten sich im heurigen Sommer in Hallein auch einige Kultureinrichtungen und -vereine. Viel Porzellan wurde da vor den Augen der Öffentlichkeit zerbrochen. Das Loch, das der abgetretene Halleiner Kulturpapst Friedl Bahner hinterlassen hat, muss erst gefüllt werden. Aber so wie in Shakespeares Sturm-Drama wird es auch in Hallein eine weise Lösung geben.

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