beitrag_millinger

Atemberaubend

Ihre Fotos und Videos gehen um die virtuelle Welt: Handstand in schwindelerregender Höhe, atemberaubende Stunts, Fotoshootings mit Wölfen und Bären. Akrobatik-Ass Stefanie Millinger scheint nichts zu fürchten – je extremer und verrückter, umso größer ihre Motivation.
Ein Artikel von Doris Thallinger
Treppe ins Nichts: Gewohnt gewagt: Handstand an der „Treppe ins Nichts“ am Dachstein. Foto: Dominik Tamegger

Treppe ins Nichts: Gewohnt gewagt: Handstand an der „Treppe ins Nichts“ am Dachstein.
Foto: Dominik Tamegger

Eigentlich ist sie ja eine Spätberufene: Erst mit 20 Jahren entdeckt Stefanie Millinger die Akrobatik und insbesondere die Handstandakrobatik für sich. Nach vielen Jahren als Leistungssportlerin – zuletzt im Voltigieren – entschließt sie sich, alles auf eine Karte zu setzen und dieses Hobby zum Beruf zu machen. „Das Voltigieren habe ich ausgeübt, bis ich 24, 25 Jahre alt war. Dann kam der Zeitpunkt, an dem ich mich entscheiden musste: Akrobatik als Beruf und nebenher Leistungssport zu betreiben, ist sich zeitlich nicht mehr ausgegangen“, erzählt die heute 26-Jährige.
Dabei kann sie auch beim Voltigieren auf große Erfolge verweisen: Teilnahme an Weltmeisterschaften, Weltcup-Siege… „Leider kann man mit dem Voltigieren kein Geld verdienen – man steckt immer nur Geld rein.“
Das sieht als Akrobatin anders aus, auch wenn Österreich nicht unbedingt als Zirkus- oder Artistenland gilt. Die Anfänge sind auch für Stefanie Millinger hart. „In den ersten Jahren hatte ich neben der Akrobatik jede Menge Jobs, vom Zeitungen-Austragen bis hin zum Flyer-Verteilen.“
Aber mit der Zeit kommt die Erfahrung, kommen die Kontakte und damit die Aufträge. Heute arbeitet die junge Salzburgerin selbstständig, tritt auf unterschiedlichsten Veranstaltungen auf, ist Special Guest bei Shows und Galas und begeistert das Publikum mit ihren schier unglaublichen Verrenkungen und Darbietungen höchster Körperbeherrschung.
Ihr Stil? Ein ganz eigener: „Ich bin Autodidakt und wurde nie nach einem Schema trainiert – so habe ich meinen ganz eigenen Stil ent-wickeln können.“ Ohne Trainer hat sie die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und die vielen Ideen, die sie im Kopf hat, umzusetzen.

100 % Disziplin
Um diese – nicht immer ungewöhnlichen und meistens riskanten – Ideen zu realisieren, erfordert es aber hartes Training, und das jeden Tag. Sechs Stunden Minimum täglich, an sieben Tagen die Woche, 365 Mal im Jahr trainiert Stefanie Millinger. „Ich stehe jeden Tag zur selben Zeit auf, schlüpfe in meine Trainingsklamotten und trainiere gleich mal sechs Stunden am Stück, sechs Stunden sind das Mindeste. Das mache ich, egal, wo ich bin, und wenn ich auf Reisen bin, kann es auch passieren, dass ich mal am Flughafen trainiere.“ Seit sieben Jahren gibt es bislang keinen einzigen Tag, an dem sie ihr Training hat ausfallen lassen.
Dieses besteht zum Großteil aus Stabilisationsübungen, Ganzkörperspannungs- und natürlich Beweglichkeitsübungen. „Außerdem gönne ich mir täglich rund eine halbe Stunde „Freestyle“-Training, das bedeutet, dass ich neue Übungen erfinde und kreativ sein darf.“ Oder, wie andere Menschen behaupten würden, sich wieder neue Verrücktheiten einfallen lässt.
Vor allem für ihre Handstandakrobatik ist Millinger bekannt, dafür sucht sie die extremsten Locations, wie am Dachstein an der „Treppe ins Nichts“, auf Klippen und Brücken, Gipfelkreuzen oder Straßenlaternen. Fast immer knapp über dem Abgrund, in schwindelerregender Höhe. Und selbstverständlich ohne jede Sicherung, ohne Netz und doppelten Boden. Denn dadurch ginge für die Akrobatin dieses Gefühl der Freiheit verloren: „Es ist nicht dasselbe, wenn man gesichert ist, das würde mich nicht elektrisieren.“
Gibt es denn gar nichts, wovor sie Angst hat? „Tatsächlich habe ich Angst vor Skorpionen, wobei ich nicht weiß, warum, ich bin noch nie einem begegnet…“

Extrem
Für die Zukunft ist es Millingers Wunsch, diese Extrem-Akrobatik zum Beruf zu machen. „Ich stehe gerne als Performerin auf der Bühne, aber diese Extrem-Sachen, die ich jetzt als Hobby mache, würde ich gern auch beruflich machen, mit einem Sponsor und einem fixen Team.“
Das Team darf fix sein, nicht aber die Zukunft, der Lebensmittelpunkt, das Leben an sich: „Ich bin viel unterwegs und das möchte ich auch so beibehalten. Ich will gar nicht zu sesshaft werden, sondern mein Leben lang herumreisen und Neues entdecken.“

Shooting mit einem Silberfuchs
Keine Angst vor Bären!
Keine Brücke, keine Laterne, keine Stadt ist vor ihr sicher.
Fotos: Hannelore Kirchner
Fotos: www.kaindl-hoenig.com
Frühlingsgefühle

Ein frühlingshaftes Blumenmeer erwartet uns bereits im Studio im haus der kreativen. Sabine Krempl und Diana Thom, die kreativen Blumenfeen von Akito in Kuchl haben eine bunte Farbenpracht gezaubert.

Auch Titelmodel Stefanie Millinger ist begeistert von dieser „Frühlingswiese“ und ihrem zauberhaften Kopfschmuck – vor allem vom Duft, der von den frischen Blumen ausströmt. Bevor sie sich aber akrobatisch vor der Kamera unseres Fotografen Stephan Kaindl-Hönig (Kaindl-Hönig Fotostudio+Werbeteam) in Pose werfen kann, geht es erst einmal ab in die Maske. Hier heißt es ruhig sitzen, während Lena Castaneda Carrera vom Salzburger Cosmetic Studio L.C. Carrera Hand anlegt. Mit professionellem Make-up und Styling setzt sie Steffi Millinger perfekt in Szene. Und dann kann es endlich losgehen: Kaum im Studio angekommen, turnt sie schon drauf los, verbiegt ihre Gliedmaßen in alle Richtungen, klappt ihren zarten Körper zusammen und verfrachtet sich selbst in den von Akito bereitgestellten Blumentopf. Da tun einem schon beim Zuschauen die Knochen weh…
Stefanie Millinger jedoch ist von der Anstrengung nichts anzumerken und die Bilder für unser Frühlings-Cover sind rasch im Kasten!

Make-up: Cosmetic Studio L.C. Carrera, www.cosmetic-studio.at; Blumen & Deko: Akito, www.akito-blumen.at; Fotos: Kaindl-Hönig Fotostudio+Werbeteam, www.kaindl-hoenig.com

78 total views, 2 views today

Alle Beiträge aus Gesellschaft & Kultur


Facebook IconInstagram