Alfa-4c

Spaß und Schmalz zum klein(er)en Preis

So ein bisserl mehr Schmalz unter der Haube und höhere Kurvengeschwindigkeiten sind der Traum manches Automobilisten. Aber Träume sind oft schwer finanzierbar. Oder gibt es auch für weniger Geld Fahrspaß? Sicherlich, denn manches, fast unscheinbare Gefährt bringt mehr als man glaubt – auch ohne die Brieftasche eines Ölmagnaten haben zu müssen.

Sportlich-rasante Mobilität wird landläufig mit Modellen von Ferrari oder Porsche assoziiert,  jedenfalls mit Automarken, die mehr oder weniger exklusiv und hochpreisig nur einer Minderheit betuchter Menschen vorbehalten bleiben. Aber die Lust am Gasgeben, die ohnehin gesetzlich ziemlich eingebremst wird (und die man allenfalls auf gesperrten Rennstrecken wirklich ausleben kann), macht auch vielen anderen Automobilisten Spaß. Und dazu bedarf es keines Lamborghinis, diesen mitunter ein wenig auszuleben – natürlich nur unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen. Übrigens: Den Grenzbereich zu er-fahren und zu wissen, wie das eigene Auto im Extremfall reagiert, sollte eigentlich jedem Autofahrer ein Anliegen sein, weil dadurch die Fahrzeugbeherrschung steigt und die Unfallgefahr gemindert wird.

Kleine Spaßmobile

Zurück zum Spaß. Also: Welche Autos machen denn ebendiesen? Gewiss nicht jene, deren PS-Zahl und Fahrwerksauslegung auf der Ebene eines Schaukelstuhls stehen. Aber es gibt auch kleine, durchaus sportliche Fahrzeuge, die keine Lawine kosten und mit denen es garantiert gelingt, Grenzbereiche auszuloten, Kurven so zu durcheilen wie die ganz schnellen und teuren. Beispiel? Der Fiat 500 etwa. Der mit einem aufgeklebten Skorpion als 595 oder 695 und satten 160 oder sogar 190 Pferden Abarth-ig wie ein kleiner Ferrari galoppiert. Spaß ohne Ende, wirklich! Aber auch ein Opel Adam mit 150 agilen PS kann auf der Landstraße durchaus Freude machen und auch wesentlich größere Vehikel in der Kurve ins Endrohr schauen lassen. Auch Alfa hat den Mito in der stärksten Version mit 170 PS bestückt, die allemal Freude machen und der Klassiker unter den kleinen Sportlern, der Mini-Cooper Works bringt es gar auf spurtstarke 231 Pferde, die manche Beifahrer ins Schwitzen bringen. Die Basis der Rallyeversion von Citroen, der DS3, hat etliche Gene, die mit scharfen 207 PS das Kurvenwedeln als Vergnügen wirken lassen, ebenso der Peugeot 208 GTI mit flockigen 200 PS. Aber auch im Biedermann VW Polo kann man es mit 192 PS im GTI ziemlich heftig fliegen lassen, und der Seat Ibiza steht ihm mit 180 PS im Cupra nicht viel nach. Es muss also nicht immer ein flacher Zweisitzer sein, oder?

Kompakte Kraft

Die nächste Sprosse der sportlichen Ambitionen und Fahrerlebnisse kann man in der Kompaktklasse erwerben. Schön ist etwa die Giulietta von Alfa, besonders, wenn in ihr 241 Pferde wiehern, etwas weniger emotional aber mit heftigen 367 PS kann man einen Audi A3 Sportback oder mit 300 einen VW Golf R pilotieren, während es der Ford Focus in der ST-Ausbaustufe mit 250 PS kaum weniger schwungvoll angeht. Für Könner am Volant ist der 1er BMW mit 326 PS aus sonoren sechs Zylindern ein Genuss und die Mercedes A-Klasse bietet  bis zu 360 PS, wobei man sich hier preislich schon an der oberen Grenze des Normalerschwinglichen bewegt. Der Infiniti Q50 S bietet trotz geringfügig kleinerem Preis noch ein paar PS mehr, nämlich 364, mit denen man ganz gewiss auch recht stramm unterwegs sein kann. Da kostet der Opel Astra GTC mit seinen 194 Pferdestärken doch deutlich weniger, allerdings ist der Spaßfaktor immer noch groß genug aber nicht so extrem. Ein absolut geiles Fahrerlebnis vermittelt der Seat Leon Cupra mit gut dosierbaren 280 PS, auch, weil er sowohl alltagstauglich wie auch rennstreckenwürdig ist. Eher unauffällig, aber nicht minder sportlich ist der Volvo V40 Kinetic mit seinen 245 Pferden und als junger Wilder in diesem Segment gebärdet sich der Nissan Juke Nismo, der 241 PS bietet.

Flach und scharf 

Auch unter jenen Automobilen, die meist als Zweisitzer und oft als offene Roadster die Herzen höher schlagen lassen, gibt es einige, deren Erwerb gar nicht so sehr jenseits der Realität liegen. Der Hammer unter eben diesen kommt aus Italien und heißt Alfa 4C. Hier treffen sich kompromissloses Fahren mit 241 PS und südländisches Flair in Reinkultur. Der eher bieder anzusehende Audi S3 Cabriolet mit brachialen 300 PS kostet dagegen schon etwas mehr, lässt aber ebenso eine sportive Fahrweise zu. Ebenso der Audi TT, der je nach Motorisierung flott genug ist, aber keinesfalls billig. Als Pendant dazu hat BMW den M 235i, der oben ohne auch schon am oberen Preissegment kratzt.  Und der Z4 aus dem gleichen Stall hat auch mit weniger PS ein ausgesprochen sportliches Image. Dass Aussehen und Motorisierung bei eher seltenen Erscheinungen wie dem Hyundai Veloster mit seinen 186 möglichen PS keine sportlichen Assoziationen auslöst, liegt dagegen eher in den Augen des Betrachters. Geht aber recht gut voran! Klein, fein und mitunter als „weiblich“ bezeichnet, hat sich auch die kleinste Variante eines Mercedes-Roadsters, der SLK mit Blechdach eine dezente Sportnische erobert, während der Mazda MX5 in seiner aktualisierten Ausgabe wohl wieder den Spitzenplatz unter den kleinen Sportroadstern sichern wird. Wer´s wirklich preiswert und doch sportlich-hart mag, der sollte einmal einen Subaru BRZ oder den baugleichen Toyota GT86 probieren – Spaß ohne Reue! Noch ein heißer Tipp für vergleichsweise wenig Geld: der Nissan 370Z – ein Sechszylinder mit feiner Tonart. Und diejenigen Fans, die rein fahrerisch in der Lage sind, Grenzbereiche auch im Rallye-Stil zu bewältigen, denen sei der Subaru WRX STI empfohlen – da verblassen auf der Straße viele andere Autos, die wesentlich mehr kosten, auch wenn der Subaru keinen Designwettbewerb gewinnen könnte.

René Herndl

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